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Keine Duckmäusereien

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Verbandsliga Württemberg: FSV Hollenbach bekennt sich ganz klar zum Saisonziel „Aufstieg“

In den letzten Tagen vor dem Verbandsliga-Saisonstart wird einigen Spielern des FSV Hollenbach ganz schön die Köpfe gebrummt haben. Nach dem mit 3:4 so knapp verloren WFV-Pokalspiel gegen Oberligist und Hohenlohe-Konkurrent TSV Ilshofen reifte bei Trainer Martin Kleinschrodt nämlich die Erkenntnis, dass man sich vor allem bei „defensiven Standards“ verbessern müsse, um in der Runde die gesteckten Ziele erreichen zu können.

Drei der Gegentreffer fielen nämlich im Anschluss an ruhende Bälle. „Wenn wir so weiter verteidigen, werden wir Probleme bekommen“, sagte Kleinschrodt damals nach dem Spiel. Also wurden danach vermehrt Standards geübt. Der Coach höchst selbst wollte „ein paar hundert Bälle“ in den Strafraum schlagen, die allesamt geklärt werden sollten. „In der Luft müssen wir zulegen.“

Fußballerisch stark

Bei all der Standard-Malaise hat man aber auch nicht übersehen, dass der FSV Hollenbach in dieser Nach-Corona-Saison eine fußballerisch höchst ambitionierte Mannschaft ins Verbandsliga-Rennen schickt. „Ich will Erster oder Zweiter werden. Ich will die Truppe so entwickeln, dass die Leute sagen: Die müssen hoch“, sagt Martin Kleinschrodt unmissverständlich. Die Rückkehr in die Oberliga Baden-Württemberg ist das erklärte Ziel. Duckmäusern geht anders. Der FSV Hollenbach zeigt klare Kante – eine wohlwollende Ausnahme in Zeiten, in denen zumeist das Understatement dominiert.

Der mittelfristige Plan des 34-jährigen Trainers soll nun vollendet werden: Zwei Jahre lang wollte er die Mannschaft formen und in der dritten Spielzeit schließlich aufsteigen. Wegen „Corona“ waren es jetzt zwar nur anderthalb Spielzeiten, die jeweils auf dem zweiten Rang beendet wurden – trotzdem steht nun eben die dritte Saison unter Martin Kleinschrodt an…

Und die Mannschaft ist gut, richtig gut. Das junge Team (Durchschnittsalter 23 Jahre) vereinigt fußballerische Finesse mit enthusiastischem Einsatzwillen. Der klare Spielstil aus einem 4-4-2 zeigt die Handschrift des Trainers. Philipp Hörner ist die Nummer eins im Tor. Arne Schülke und Manuel Hofmann werden in der Innenverteidigung gesetzt sein, ebenso Dennis Hutter rechts und Marius Uhl links in der Viererkette. Im zentralen Mittelfeld ziehen die routinierten Christoph Rohmer und Boris Nzuzi die Fäden, sind sich aber auch nicht zu schade, die „dreckigen Wege“ nach hinten zu gehen. Fixpunkt im Offensivspiel ist Trainer-Bruder Michael Kleinschrodt, der vor der Saison Angebote anderer höherklassiger Vereine ablehnte. Er will lieber mit dem FSV Hollenbach in die Oberliga aufsteigen als sich woanders ins gemachte Nest setzen.

Neben Bruder Michael verspricht sich der Coach vor allem von Neuzugang Hannes Scherer Tore. „Er tut unserem Spiel gut“, glaubt Martin Kleinschrodt. Die anderen Neuen, darunter auch Laudas langjähriger Torjäger Goran Jurjevic, müssen sich wohl erst einmal hinten anstellen.

Das taktische Grundgerüst mit einer Viererkette ist für Kleinschrodt, auch in Zeiten der immer beliebter werdenden Dreierkette, unverrückbar: „Eine klare Dreierkette mag ich nicht.“ Er präferiert einen Spielaufbau über die beiden Innenverteidiger der Viererkette.

Schneller in die Box

„Insgesamt geht es darum, noch schneller in die Box zu kommen.“ Der FSV-Coach fordert ein zielorientierteres Spiel nach vorne. Doch das wird nicht immer einfach sein. Die Konkurrenz weiß um die Stärke der Hollenbacher und wird sich vermutlich meist hinten einigeln. „Doch dafür haben wir auch einen Plan B entwickelt“, sagt Co-Trainer Jens Breuniger selbstbewusst. Die Hohenloher sind bereit für die neue Spielzeit.

Und so kann es gut sein, dass den Hollenbacher nach dieser Verbandsliga-Saison wieder die Köpfe brummen – dann aber wegen des Katers nach den Aufstiegsfeierlichkeiten…