Regionalsport

Hogens Trompete bleibt still

Verbandsliga Nordbaden: Der VfR Gommersdorf spielt zum fünften Mal in Badens höchster Klasse

Nichts Neues beim VfR Gommersdorf: Nach dem dritten Abstieg aus der Verbandsliga Nordbaden in Serie folgte der vierte Aufstieg hintereinander. Nun ist wieder der Klassenerhalt das Ziel, erneut wurden keine finanziellen Verrenkungen gemacht, um den Kader aufzupäppeln. Auf den ersten Blick ist dann aber doch etwas neu: der Trainer. Nun ja, bei genauerem Hinsehen ist er es dann auch wieder nicht: Peter Hogen coachte die Jagsttäler bereits von Januar bis Juni 2018. Nun ist er zurück.

„Es ist eine interessante Aufgabe. Ich kenne die Mannschaft und das Umfeld. Da habe ich keine Eingewöhnungszeit gebraucht“, sagt Hogen. Der ehemalige Regionalliga-Coach hat während seines einjährigen Intermezzos beim FV Mosbach schnell gemerkt, dass er seinen eigenen Ansprüchen als Trainer in Gommersdorf am ehesten gerecht werden kann. Hier könne man noch etwas bewegen, hier habe man einen Stamm an „willigen“ Fußballern zusammen. „Hier muss man nicht immer in die Trompete blasen, um jemanden zu motivieren. Die haben alle eine gute Einstellung“, freut sich Hogen. Dazu sei der Verein bestens geführt.

Das alles garantiert aber immer noch eines nicht: den sportlichen Verbleib in der Verbandsliga. „Wir wissen alle, wie schwer das wird. Die Liga ist noch stärker, weil bestimmt sechs, sieben Mannschaft unbedingt in die Oberliga aufsteigen wollen“, sagt Hogen. „Wenn man viermal in Folge oben war, will man es auch mal schaffen“, fügt Jörg Olkus, zusammen mit Daniel Gärtner, „Teammanager“ bei der VfR-Ersten, an. Insgesamt treten die Gommersdorfer schon zum fünften Mal in Badens Eliteliga an. Erstmals stieg der VfR 2000 in die auf.

Und dann ist doch etwas neu: die Herangehensweise zur „Mission Klassenerhalt“. „Wir werden nicht nur aus der Tiefe spielen. Wir wollen aktiv sein“, kündigt der 58-Jährige an. Das mag zunächst einmal vermessen klingen, doch wer Peter Hogen kennt, der weiß, dass das keine leeren Versprechungen sind. In seiner Zeit als Coach der Spvgg. Neckarelz ließ er in zahlreichen „Außenseiter-Begegnungen“ seine Truppe auch „spielen“ und nicht nur verteidigen. Legendär sind hier der 1:0-Endspielsieg im Finale um den Badischen Pokal gegen den Drittligisten SV Sandhausen oder natürlich die 1:3-Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München. Selbst in diesem Jahrhundertspiel „schrubbten“ die Neckarelzer nicht nur die Bälle hinten raus, sondern gefielen immer wieder mit guten Ballpassagen.

Als Gruppe nach vorne

„Klar ist natürlich, dass das auch einmal in die Hose gehen kann und dass uns mancher Gegner aufgrund seiner individuellen Klasse auch mal in die Defensive drängt“, weiß Hogen, doch sein Ziel ist es, die Mannschaft dahin zu entwickeln, dass sie als Gruppe in die gegnerische Hälfte kommt.

Dass das alles keine Utopien sind, weiß die Mannschaft, weil fast alle Spieler den Trainer aus seiner ersten Amtszeit in Gommersdorf noch kennen. Damals holte der VfR immerhin 15 Punkte in der Verbandsliga – was den Abstieg nach der verkorksten Hinserie zwar auch nicht mehr verhinderte, aber schon da der spielerische Ansatz zu erkennen war. Und wer Ballbesitz möchte, der muss das auch einstudieren: Viele Pass-passagen und Übungen zum richtigen Freilaufverhalten prägen die Trainingseinheiten.

Bauen kann der erfahrene Trainer auf einen Stamm von erfahrenen Spielern: Nico Bayha ist die Nummer eins zwischen den Pfosten, Patrick Mütsch, Sascha Silberzahn, Fabian Geissler, Jakob Hespelt oder Markus Gärtner sind gesetzt; dazu der spielende Co-Trainer Tobias Scheifler, zu dem Peter Hogen einen sehr guten Draht hat: „Er ist nicht nur der Hütchen-Aufsteller.“ Von den Neuen traut es der Trainer vor allem Tobias Würzberger zu, gleich den Sprung in die Startelf zu schaffen.

Gewohnt sind es die Gommersdorfer, in einem 4-2-3-1 zu spielen. Probiert wurde während der Vorbereitung aber auch die Dreierkette „um Überzahl im Mittelfeld zu erreichen“, erklärt Peter Hogen.

Und sollte der VfR mit all den guten Vorsätzen nun den Klassenerhalt schaffen – dann wäre das wirklich etwas Neues.