Regionalsport

Ernst genommen von der Konkurrenz

Landesliga Odenwald: Der FC Schloßau möchte sich hinter den Spitzenteams einreihen

Als sich während des Trainingslagers am letzten Juli-Wochenende alle Spieler des FC Schloßau zum Mannschaftsfoto versammelten, wurde die Malaise allzu offensicht: Zwei schleppten sich auf Krücken dorthin, zwei humpelten mit Sprunggelenks-Stützschienen und einer sogar mit einem sogenannten "Vacoped-Stiefel" zum vorgesehenen Ort. Das Verletzungspech der vergangenen Rückrunde ist dem FC Schloßau treu geblieben. Doch wer glaubt, die Odenwälder kommen regelrecht am Krückstock in die neue Runde, der irrt. Seit Jahren profitiert die erste Mannschaft von der guten Jugendarbeit. Jung, dynamisch, erfolgreich - so möchte sich der FC auch in der neuen Landesliga-Saison präsentieren.

"Wir wollen wieder einen gepflegten Fußball zeigen, immer in vollem Tempo", sagt Trainer Florian Müller, in der dritten Spielzeit Coach bei den "Blau-Weißen". Im taktischen Grundgerüst 4-2-3-1 haben die Schloßauer in den vergangenen zwei Jahren überzeugt. "Jetzt wollen wir etwas flexibler sein und auch einmal eine Dreierkette versuchen", so Müller, erst 26 Jahre alt.

Und "Flo" hat Verstärkung von "Flo" bekommen: Florian Rechner soll der spielende Co-Trainer beim FCS werden. Doch auch der 28-Jährige gehört zu den Verletzten, brach er sich doch im ersten BFV-Pokalspiel den Mittelfuß. Deshalb wird er wohl schneller als erwartet, zumindest während der ersten Saisonwochen, schon das Coachen von außen lernen. "Chef" Müller wird als "Sechser" auf dem Platz agieren.

Die beiden Florians kennen sich bereits aus ihrer Jugendzeit beim VfB Stuttgart. Müller spielte C-, Rechner B-Jugend, damals unter Trainer Thomas Tuchel.

So ein wenig "Tuchel-Fußball" - das würde den beiden auch für Schloßau gefallen; eine Mischung aus Ballbesitz und Gegenpressing. Den Nachwuchsspielern Nico Stuhl und Yannik Schulte traut Müller auf Anhieb den Sprung in die Startelf zu. Dort tragen weiter die Arrivierten Thomas Scheuermann, Lukas Brech, Christopher Götz und Luca Böhm die meiste Verantwortung.

Der Vizemeister von 2016 möchte sich am Ende der Saison hinter den Topteams, die Müller mit Lauda, Höpfingen und FV Mosbach benennt, einreihen. "Man merkt schon, dass wir in der Liga wahr- und ernst genommen werden", sagt Müller und erwartet in den meisten Spielen heftigen Widerstand.

Das große Plus ist die flinke und vor allem treffsichere Offensive der Schloßauer, die mit Florian Rechner nochmals verstärkt wurde. "Wir wollen keine starren Offensiv-Positionen, sondern dort immer flexibel sein", sagt Rechner. Er ist jetzt schon heiß, im Offensivwirbel mitwirken zu können.