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Das weite Feld der Titelaspiranten

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2. Bundesliga: Viele Vereine wollen zurück in die Bundesliga – nicht nur der Hamburger SV / Zwei ambitionierte Wertheimer auch im Rennen

Gut drei Jahre ist es schon wieder her, dass ein Zweitliga-Spiel am Würzburger Dallenberg stattfand. Ab dem 18. September hat auch diese Durststrecke ein Ende. „Schon heute fiebern wir dem Start entgegen, für den ich eines versprechen kann: Eine Kickers-Mannschaft, die immer Leidenschaft, Kampf, Wille und Herz zeigen wird“, freut sich FWK-Trainer Michael Schiele auf den Saisonstart.

Anders als in den vergangenen Jahren starten dabei die Bundesliga und die 2. Bundesliga am selben Wochenende in die Spielzeit 2020/21. Die Winterpause fällt aufgrund der Corona-Krise praktisch aus. Denn nach dem 13. Spieltag (18. bis 21. Dezember), geht es im deutschen Profifußball bereits am ersten Januar-Wochenende mit dem 14. Spieltag weiter. Die 18 Zweitliga-Vereine haben also ein anspruchsvolles Programm vor sich.

Im Fokus sind dabei die beiden Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn. Während die Fortuna nach zwei Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse den Gang in die 2. Bundesliga antreten musste, stieg Paderborn nach nur einer Spielzeit in der Bundesliga direkt wieder ab. Interessant ist: Beide Vereine vertrauen bei der „Mission Wiederaufstieg“ auf die Trainer, mit denen sie abgestiegen sind. Uwe Rösler soll die Rheinländer wieder nach oben führen, während in Paderborn Steffen Baumgart nie zur Debatte stand.

Neben Düsseldorf und Paderborn schielt besonders der Hamburger SV nach zwei schwierigen Jahren Richtung Aufstieg. Für dieses Vorhaben wurde mit Daniel Thioune ein neuer Trainer verpflichtet. Der 46-Jährige wechselt von Ligakonkurrent VfL Osnabrück an die Elbe und verfolgt mit dem ehemaligen Bundesliga-Dino ein klares Ziel: „15:30 Uhr. Bundesliga. Das möchte ich irgendwann erleben.“

Daneben dürften wohl auch der SV Darmstadt 98, der VfL Bochum und Hannover 96 ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden wollen. „Wir haben 34 Hammerspiele vor der Brust“, weiß Hannovers Trainer Kenan Kocak. Die ambitionierten Niedersachsen sicherten sich die Dienste von Mike Frantz. Der 33-Jährige kommt mit der Empfehlung von 228 Bundesligaspielen vom SC Freiburg: „Wir haben den Anspruch, ziemlich weit oben zu spielen.“ Im Hannoveraner Kader steht auch der Wertheimer Philipp Ochs.

Auch beim 1. FC Nürnberg herrscht nach dem Last-Minute Klassenerhalt in der vergangenen Saison Aufbruchstimmung. Die Franken stellten sich dafür auf dem Cheftrainerposten (Robert Klauß, ehemals RB Leipzig) und auf der Position des Sportvorstandes (Dieter Hecking, ehemals Hamburger SV) neu auf. Ebenfalls neu in Nürnberg sind die Leihspieler Christian Früchtl (Tor, FC Bayern München), Sarpreet Singh (Mittelfeld, FC Bayern München) und Tom Krauß (Mittelfeld, RB Leipzig). „Ich glaube, viele Spieler sind in der Lage, Dinge zu leisten, von denen sie selbst noch nichts wissen. Jetzt liegt es an uns, dieses Potenzial herauszukitzeln“, beschreibt Robert Klauß die Zielsetzung am Valznerweiher.

Bleibt der VfL Bochum – die beste Mannschaft zwischen Restart und Saisonende. Das ist auch ein Verdienst von Trainer Thomas Reis. Der aus Wertheim stammende Fußballlehrer hat den VfL eindrucksvoll aus dem Tabellenkeller geführt und gastiert mit seiner Mannschaft zwischen dem 30. Oktober und 2. November in der „Flyeralarm-Arena“. Reis hatte schon im FN-Interview im Februar geäußert, dass er irgendwann mal in der Bundesliga trainieren möchte...