Ravenstein

Gemeinderat Ravenstein tagte Informationen zur Kostensituation der Kindergärten / Arbeitsvergabe für Brückenerneuerung

Verzinkerter Gitterrost statt Holz

Archivartikel

Vor weniger Zuhörern als üblich beschäftigte sich der Ravensteiner Gemeinderat unter anderem mit sanierungsbedürftigen Holzbrücken, der Situation der Kindergärten und Bauvorhaben.

Oberwittstadt. Neben der Beschlussfassung über zwei Bauanträge wurden die Benutzungsgebühren für Kinderbetreuungseinrichtungen erhöht und eine Feuerwehr-Kostenersatz-Satzung beschlossen. Der bisherige Gesamtkommandant Sven Klohe wurde vom Gemeinderat auf eigenen Wunsch Amt „entpflichtet“. Bis zur Neuwahl übernehmen seine beiden Stellvertreter Albrecht und Volk (siehe nebenstehenden Bericht).

Für viel Diskussionsstoff sorgte zum Auftakt der Sitzung der nochmals zu behandelnde Bauantrag zum Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage im Untergeschoss in Erlenbach. Wie Ratschreiber Anton Friedlein erneut erläuterte, möchte der Antragstellung auf seinem Baugrundstück eine große Flachdachgarage und auf dieser ein Flachdachwohnhaus errichten.

Neue Überprüfung

Sowohl der Ortschafts- als auch der Gemeinderat hatten das Vorhaben in einer ersten Beratung abgelehnt. Als Gründe wurden das Verhältnis von Garagen zu Wohnfläche und die Dachform angegeben. Der Standort des geplanten Gebäudes liegt im Bebauungsplangebiet „Kirchäcker II“. Als Gebietstyp ist ein Allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Das Landratsamt teilte nunmehr mit zwei Schreiben mit, dass die Ablehnung hinsichtlich der geringen Wohnfläche im Vergleich zur Garagenfläche baurechtlich nicht haltbar ist und bittet um erneute Überprüfung des versagten Einvernehmens. Dies insbesondere unter dem Gesichtspunkt von zukünftigen Flachdachbauten, die es immer öfter geben werde.

Der Ortschaftsrat, so ergänzte Bürgermeister von Thenen, habe unter den oben genannten Gesichtspunkten das Bauvorhaben erneut behandelt und jetzt bei einer Gegenstimme dem Bauantrag zugestimmt.

Dach soll begrünt werden

Er empfehle dem Bauherrn in seinem Beschluss aber, ein begrüntes Flachdach zu errichten. Gemeinderätin Silvia Zipf begründete für den Erlenbacher Ortschaftsrat nochmals die getroffene Entscheidung. Mehrere Gemeinderäte betonten ihre Zustimmung.

Nach einer ausgiebigen Diskussion stimmte das Gremium mehrheitlich dem vom Ortschaftsrat getroffenen Beschluss zu, mit der Maßgabe, dass das Dach aber zu begrünen sei. Diese getroffene Entscheidung sei für zukünftige Bauvorhaben in diesem Baugebiet in Erlenbach von großer Bedeutung.

Danach wurde ein weiterer Bauantrag für ein Wohnhaus mit Garage in Hüngheim besprochen, wo der Bauherr ein Einfamilienhaus in eingeschossiger Bauweise errichten möchte. Eine Unterkellerung ist nicht vorgesehen. Das Grundstück liegt im Bebauungsplangebiet „Bauersäcker II“.

Wie Friedlein in seinen Erläuterungen sagte, sind verschiedene vorgegebene Festsetzungen nicht eingehalten. Der Ortschaftsrat Hüngheim habe dem Bauantrag zugestimmt und von nicht eingehaltenen Festsetzungen des Bebauungsplans eine Befreiung erteilt. Der Gemeinderat folgte dem einstimmig.

Drei Brücken sanierungsbedürftig

Die Erneuerung des Belags an drei Brücken über die Kessach im Stadtteil Merchingen und die entsprechende Vergabe waren ein weiterer Beratungspunkt.

Wie Kämmerer Marcus Wägele erläuterte, befindet sich der Holzbelag dieser Brücken in einem schlechten Zustand. Nun ist ein feuerverzinkter Gitterrost vorgesehen, so dass regelmäßige Erneuerungen von Teilen des Belages entfallen. Zwei Firmen gaben Angebote ab. Günstigster Bieter war die Firma Mitoba Metallbau aus Assamstadt mit einem Angebotspreis von 10 751,65 Euro, die einstimmig den Zuschlag erhielt.

Unter „Verschiedenes“ gab Bürgermeister von Thenen den Haushaltserlass des Landratsamtes zum diesjährigen Haushalt bekannt. Dieser enthalte, wie er sagte, keine „genehmigungspflichtigen“ Teile.

Kostendeckung nicht erreichbar

Eigentlich schnell abgehandelt war die 4. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erhebung von Benutzungsgebühren für Kinderbetreuungseinrichtungen vom 21. Juni 2016. Wie Bürgermeister von Thenen meinte, stehe dieser Punkt regelmäßig auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Durch die Vorgabe des Gemeindetages wurden die seitherigen Gebührensätze für die verschiedenen Betreuungsformen um eine dreiprozentige Kostensteigerung angepasst, sagte Kämmerer Marcus Wägele.

Er betonte auch, dass die Stadt eine Kostendeckung von 20 Prozent anstrebt, die trotz der geplanten moderaten Gebührenerhöhung um drei Prozent auch im kommenden Kindergartenjahr nicht erreicht wird. Wägele stellte dem Gemeinderat die neuen errechneten Gebührensätze vor und erläuterte diese. „Das sind schon große Beträge, die eine Familie aufbringen muss“, bemerkte Gemeinderat Walz. Ohne Diskussion wurde die neue Satzung beschlossen, die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten wird. F