Ravenstein

Im Gemeinderat Ravenstein Künftige Versorgung war Thema / Kooperationsvereinbarung mit dem Zweckverband NOW abgeschlossen

Trinkwasser soll sicherer und weicher werden

Mit der zukünftigen Ausrichtung der Wasserversorgung der Stadt befasste sich der Gemeinderat Ravenstein in seiner jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus.

Ravenstein. Beim zukunftsweisenden Thema „Wasserversorgung“ erläuterte Bürgermeister Ralf Killian zunächst die Hintergründe. Er ging auf die derzeitige Versorgung Ravensteins ein, die mit zwei Quellen und zwei Tiefbrunnen erfolge.

Belastung im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr sei eine Belastung im Trinkwasser festgestellt worden, weshalb es notwendig gewesen sei, dass sich die Verwaltung mit dem Thema beschäftigt. Das Gesundheitsamt habe damals eine Aufbereitung des örtlichen Trinkwassers dringend empfohlen.

Man habe daraufhin den Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) aus Crailsheim beauftragt, ein Konzept einer Kooperation zu erstellen. Zwischenzeitlich wurden drei Varianten untersucht, wobei man die „zweite Variante“ als die beste empfunden habe. Sie sei bereits mit den zuständigen Behörden abgesprochen.

In der Sitzung waren mit Geschäftsführer Dr. Jochen Damm und Hannes Maier zwei Vertreter des NOW in der Sitzung. Geschäftsführer Damm stellte zu Beginn seines Vortrags sein Unternehmen mit den vielfältigen Dienstleistungen vor. Die NOW versorge in Nordostwürttemberg mehr als 600 000 Einwohner täglich mit frischem Trinkwasser. Das erarbeitete Konzept stellte er vor und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf.

Zum bestehenden Problem sagte er, die derzeitige Wasserversorgung werde über Quellen und Brunnen sichergestellt. Es sei kein „zweites Standbein“ vorhanden. Zudem sei der Gemeinderat zu der Einsicht gekommen, dass man auch wegen der starken Verkalkung des Wassers etwas unternehmen müsse. Sein Unternehmen sei beauftragt worden, nach Lösungen zu suchen.

Im Rahmen eines geplanten Kooperationsmodells zwischen seinem Unternehmen und der Stadt Ravenstein werde eine wirtschaftliche Variante aufgezeigt, mit der die NOW zukünftig die Stadt mit Frischwasser versorgt, was erhebliche Vorteile mit sich bringen würde.

Zum einen sei die Wasserversorgung der Stadt jederzeit gewährleistet. Zudem gingen durch die dezentrale Wasseraufbereitung die derzeitigen Härtegrade beim Wasser deutlich zurück.

Ein wichtiger Gesichtspunkt sei auch, dass die Stadt mit den auch künftig bestehenden Brunnen und Quellen noch ein weiteres wichtiges Standbein besitze.

Zur Realisierung der zukünftigen Wasserversorgung sei es notwendig, dass die Stadt eine Roh- und eine Reinwasserleitung mit einer Trassenlänge von rund 2,5 Kilometer Länge vom Pumpwerk Merchingen bis zum Schachtbauwerk bei Hochbehälter Enzenhalde (Gemeinde Schöntal) einschließlich Zubehör realisiert. Die mit Ravenstein vorgesehene Kooperation sei vor zwei Jahren bereits im Gemeinderat in Schöntal vorgestellt worden, wo es keine Einwände gab und das Vorhaben positiv gesehen wurde.

Kosten von 1,4 Millionen Euro

Die gesamten Kosten für den Neubau einer Roh- und einer Reinwasserleitung bezifferte Dr. Damm mit 1 060 000 Euro.

Für den Umbau des Pumpwerks Merchingen werden weitere 200 000 Euro veranschlagt sowie für die ingenieurtechnische Begleitung inklusive Bauleitung nochmals 132 000 Euro. Damit sei mit Projektkosten von 1,4 Millionen Euro zu rechnen.

Die Maßnahme werde mit 80 Prozent an Zuschüssen finanziert. Die restlichen Kosten übernehme die NOW, so dass auf die Stadt keine Baukosten zukommen würden. Die Förderanträge werden von der Stadt gestellt und die Planungen für die einzelnen Baumaßnahmen werden mit der NOW abgestimmt, die auch die Projektplanung übernehmen wird, so Damm.

Die bisherige Zusammenarbeit mit der Wasserversorgung Bauland soll aber weiterhin bestehen bleiben, wobei aber auch die NOW zukünftig Aufgaben übernimmt. Zum zeitlichen Ablauf sagte Dr. Damm, dass der Förderantrag bereits gestellt worden sei. „Im Mai 2021 dürfte ein erstes Ergebnis vorliegen“, so Damm. Danach folgt die Ausschreibung. Im Herbst 2021 soll die Auftragsvergabe durch die Stadt erfolgen. Mit dem Leitungsbau könnte dann im Jahr 2022 begonnen werden. Mit der Fertigstellung rechne man im Jahr 2023.

Zum Schluss fasste Dr. Damm nochmals die Vorteile für die Stadt zusammen. Man habe eine laufend hohe Wasserqualität, die ständig überwacht werde. Zudem werde die Wasserversorgung stets gewährleistet. Die derzeitigen Härtegrade verringern sich deutlich und zudem habe man durch die künftig bestehende Wirtschaftlichkeit die Möglichkeit, eine Förderung für diese Maßnahme zu erhalten.

Ein Nachteil sei, dass der Wasserpreis nach der Realisierung steigen wird. Nach einigen Rückfragen stimmte der Gemeinderat dem Abschluss des Kooperationsvertrags einstimmig zu, um die nötigen Maßnahmen realisieren zu können.