Ravenstein

BAG Franken Rückblick auf das Geschäftsjahr 2017 / Bilanzsumme erhöhte sich auf 62,3 Millionen Euro

Genossenschaft macht sich fit für die Zukunft

Archivartikel

Möckmühl.Bilanz über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zog die Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG) Franken bei ihrer 102. ordentlichen Generalversammlung in der Stadthalle Möckmühl.

Obwohl die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr nicht in allen Sparten dem Marktumfeld entsprach, waren Vorstand und Aufsichtsrat mit der Umsatzentwicklung zufrieden. Denn die Bilanzsumme erhöhte sich von 61,6 Millionen Euro (2016) um 707 000 Euro auf 62,3 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017. Starke Umsatzträger waren weiterhin Mineralöle, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Bedarfsartikel.

Tradition und Verantwortung

„Landwirtschaft, das ist harte Arbeit, Tradition und Verantwortung“, sagte Vorstandsvorsitzender Ralf Krämer zum Auftakt der sehr gut besuchten Versammlung im Beisein zahlreicher Ehrengäste.

Darunter waren die stellvertretende Bürgermeisterin Möckmühls, Marie-Anna Traub, Vertreter der Kreisbauernverbände Heilbronn und des Neckar-Odenwald-Kreises, der Mitgliedsbanken und Geschäftspartner sowie der benachbarten Genossenschaften und Verbandsoberprüfer Matthias Hillebrand vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband.

„Landwirt und Landwirtin zu sein ist nicht einfach ein Job, eine Verdienstmöglichkeit. Landwirt ist eine Berufung, eine Leidenschaft“, so Krämer weiter.

Krise der Akzeptanz

Durch Innovationen und Fortschritte sei die Landwirtschaft gewachsen. Sie befinde sich aber in einer ökonomischen Krise, in einer Akzeptanzkrise gegenüber den Verbrauchern und in einer Umweltkrise. „Innovationen verändern nicht nur die Welt, sondern auch den Ackerbau“, sagte Krämer.

So sei die Rapsanbaufläche in den letzten 40 Jahren durch die Nachfrage nach Pflanzenöl um fast das Zehnfache gestiegen. Die Nachfrage nach Energie habe den Mais in den Vordergrund gerückt. Die BAG diene in der Region Bauern und Verbrauchern gleichermaßen und werde sich als deren Partner den Herausforderungen der Zeit stellen, betonte Krämer.

Nach dem schlechten Betriebsergebnis 2016 habe die Genossenschaft 2017 wieder ein positives Ergebnis erwirtschaften können. Der Bilanzgewinn belaufe sich auf 104 396 Euro.

Der geschäftsführende Vorstand Uwe Schöttle erstattete den Bericht zum Geschäftsjahr 2017 und erläuterte nach kurzen Ausführungen zur konjunkturellen Entwicklung in Deutschland den Jahresabschluss. Drei Bereiche dominierten klar das Geschäftsvolumen, so Schöttle: Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Lagerhaus-Bedarfsartikel vereinigten in der Sparte Agrar zusammen gut 45 Prozent des Umsatzes.

Starkes Standbein „Energie“

Dazu komme noch die Sparte „Energie“, ein starkes Standbein des Geschäfts. „Der Einzelhandel brachte immerhin gut zehn Prozent des Umsatzes und die Landtechnik 3,5 Prozent. Erfreulich ist auch, dass die Getreidemühle Heuchlingen den Umsatz deutlich auf 1,6 Millionen Euro steigerte.“ Die Raiffeisenmärkte legten erneut zu.

Zur Bilanzsumme, so der Geschäftsführer, sei gestiegen, was ausschließlich dem gestiegenen Anlagenvermögen durch Investitionen, vor allem in das neue Agrarzentrum in Buchen, geschuldet sei.

Der Warenumsatz in der Gewinn- und Verlustrechnung wurde um 1,15 Prozent auf 62,26 Millionen Euro gesteigert werden. Dabei habe die Preissituation nur in manchen Bereichen Umsatzsteigerungen zugelassen. Der Mineralölbereich habe dabei den größten Teil des Umsatzes beigesteuert.

Zufriedenstellendes Ergebnis

Der Jahresüberschuss nach Steuern betrug 81 483 Euro und mit dem Gewinnvortrag vom letzten Jahr mit 22 913 Euro ergebe sich ein Bilanzgewinn von 104 396 Euro. „Das ist sicher kein Ergebnis, mit dem man sich zurücklehnen kann“, sagte Schöttle.

Es sei aber angesichts der Rahmenbedingungen zufriedenstellend, denn man habe es geschafft, in fast allen Sparten trotz des Bestandsabverkaufs der Landtechnik ein positives Jahresergebnis zu erzielen. Schöttles Dank galt den Mitarbeitern.

Grundlegende Modernisierung

Abschließend sagte er, dass man mit Hochdruck dabei sei, die Strukturen der BAG Franken grundlegend zu verbessern und zu modernisieren.

Man sei entschlossen, die BAG fit zu machen für die zukünftigen Anforderungen, die der Markt, die Kunden und Mitglieder berechtigterweise stellen. Sein abschließender Dank galt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Den Bericht des Aufsichtsrats erstattete dessen Vorsitzender Martin Schwarz. Das Gremium sei stetig von der Geschäftsführung und dem Vorstand über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz - und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse informiert worden.

Auch über den aktuellen Stand der für die BAG Franken wichtigen baulichen Maßnahmen wurde man in Kenntnis gesetzt. Mit Stolz könne man nach einer Rekordbauzeit auf die pünktliche Fertigstellung des neuen Silostandorts in Buchen hinweisen.

Standorte erhalten

Angesichts der schwierigen Ertragslage in der Landwirtschaft und auch in der BAG müsse der Aufsichtsrat die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Entwicklung des Unternehmens genau und streng beobachten und überwachen. Ziel sei aber der Erhalt der meisten Standorte und ihr Ausbau zu wirtschaftlichen Agrar- und Handelshäusern, sagte Schwarz.

In seinem Schlusswort bedankte sich Krämer bei allen Mitgliedern für die Teilnahme, den Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit sowie dem Bewirtungsteam.