Ravenstein

Im Schlosshof Merchinger „Brogge“ und „Hüngemer Schleufer“ stimmten sich fröhlich und ausgelassen auf die Fastnachtskampagne ein

Gemeinsam fünfte Jahreszeit eröffnet

Archivartikel

Merchingen.Bei Kaiserwetter eröffneten die Merchinger „Brogge“ zusammen mit den „Hüngemer Schleufern“ in trauter Gemeinsamkeit am Sonntag, pünktlich um 11.11 Uhr, im Schlosshof die „fünfte Jahreszeit“.

Viele große und kleine Narren aus beiden Stadtteilen waren zu diesem närrischen Zermoniell gekommen, das von der „Hofkapelle“ unter der Leitung von Bernd Otterbach mit dem „Broggemarsch“ begann.

In Vertretung des Vorsitzenden Andreas Lohse begrüßte Sitzungspräsident „Maxi“ Maurer das muntere Völkchen. In seinem närrisch gereimten Gedicht ging Maurer auf die neue „Brogge-Zeit“ ein und sagte: „Wenn die Eröffnung nun auf einen Sonntag fällt, es keinen Brogge und Schleufer mehr zu Hause hält, deshalb beginnen wir heute um 11.11 Uhr mit der Fastnachtsmeut.“

Auf die „Brogge“ gab es ein gleich kräftiges „Ahoi“ und ein „Messer, Schere, Schleuf“ auf die Hüngemer.

Im Ort ging manches in die Hose, sagte der bestens aufgelegte Präsident: „Aus Spaß wird Ernst, und man hat’s gesehen, wie oft die Polizei zur Kontrolle steh’n. Das Bankenviertel wächst und gedeiht, für das Lamm wäre es jetzt auch mal Zeit. Pfingstmarkt und das Schinkenwurstfest wurden zum vollen Erfolg, darüber freut sich das gesamte Broggevolk. Viele Feste im Merchingen tun sich aber einfach schwer, so zum Beispiel die Merchinger Kerwe, und das Sportfest gibt es jetzt ohne Zelt, so spart man Geld“, sagte Maurer unter dem spontanen Beifall des närrischen Völkchens.

„Mariannes Blumenlädle war am 14. Februar (Valentinstag) geschlossen, manch Broggemädchen somit den Blumentraum zerschossen.“

Immer wieder reagierte die Kapelle mit einem schnell gespielten Tusch.

„Seit August sind im Edeka-Markt die Lichter aus, für die Brogge ist das schon ein Graus. Wird es eine Lösung geben, lohnt es sich nach einem Dorfladen zu streben, da muss der Brogge Initiative zeigen, der Bürgermeister kann es nicht tun, er muss sich noch von seiner Krankheit ausruh’n. Wochenlang,“ so fuhr der Präsident fort, „glänzt er mit Abwesenheit, zum Glück finden seine Stellvertreter immer Zeit. Zur Bewerbung als Bürgermeister in Ro-senberg war er kurz gesund – nach der Wahlschlappe mit neun Stimmen fehlt er bis heute ohne verständlichen Grund. Nun, was hat er sich dabei gedacht, der ganze Neckar-Odenwald-Kreis jetzt über Ravenstein lacht. Ist die Kommunalwahl im kommenden Jahr vorbei, kommt die erwartete Bürgermeisterwahl herbei.“

Zum Schluss seiner närrischen Rede gab Maxi Maurer das bereits mit Spannung erwartete Fastnachtsmotto für die bevorstehende Kampagne im „Broggedorf“ bekannt: „Edeka und Kindergarten sind uns genommen – doch den einen haben wir nicht los bekommen“.

Mit ihrem traditionellen Marsch zogen dann die „Hofkapelle“, die große Schar der „Brogge“ und „Schleufer“ mit ihrem noch amtierenden Prinzenpaar Jürgen I. und Prinzessin Sissi I. durch die Straßen der Stadt, um mit dem gespielten „Broggemarsch“ und lauten Schlachtrufen zu verkünden, dass in der Stadt nunmehr die närrische Zeit angebrochen ist.

Anschließend trafen sich alle Akteure im Schlossaal zum Mittagessen. Anschließend stimmten sie sich bei Unterhaltungsmusik durch die „Hofkapelle“ auf die bevorstehende Fastnachtskampagne fröhlich und ausgelassen ein. F