Ravenstein

Umzug in Merchingen Ausgelassene Stimmung in Ravenstein / Beste und originellste Fußgruppen und Motivwagen ausgezeichnet

Der Wettergott muss ein „Brogge“ sein

Der Wettergott muss ein „Brogge“ sein. Kein Schnee und kein Regen, sondern sogar kurze Sonnenstrahlen begleiteten den originellen Gaudiwurm, der sich durch das „Broggedorf“ zog.

Broggedorf. Die vielen hundert Narren aus dem Bauland, dem angrenzenden Tauber- und Jagsttal, waren in absoluter Feierlaune wieder nach „Merchene“ gekommen, um an dem närrischen Umzug in vielfältiger und ausgelassener Themenwahl teilzunehmen.

Es mögen wieder mehrere tausend teils närrisch verkleidete Besucher gewesen sein, die dichtgedrängt am Straßenrand standen, um das närrische Spektakel hautnah mitzuerleben. So wurde ausgiebig gesungen, geschunkelt und viel ge-lacht. Einfach eine ausgelassene Stimmung, die in der Region ihres gleichen sucht und der „Brogge“ war mit dem Verlauf zufireden.

Traditionell angeführt wurde der Umzug von der „Hofkapelle“ der „Brogge“ unter der Leitung von Dirigent Bernd Otterbach, die kräftig aufspielten und das dicht gedrängte Narrenvolk schon zum Schunkeln und Mitsingen animierten.

Nach dem mächtigen Wagen des Präsidenten und des Elferrates folgten die Mini-Junioren und die Großgarde der „Brogge“. Immer wieder war der lautstarke Schlachtruf, ein kräftiges „Brogge Ahoi“, zu hören. Ein buntes Bild bot die Truppe des Kindergartens Merchingen der sich in diesem Jahr unter dem Motto „Auf dem Bauernhof da ist was los“ präsentierte.

In „Merchene“ eingefallen

Die „Keschemer Eihhörnli“ waren erneut in großer Zahl in Merchene eingefallen. Glänzend auch der Motivwagen der „Bieringer Breggel“ und die Fußgruppe der „Blauen Funken“ mit dem Thema China. Nach der Oberwittstadter Musikkapelle folgten die „Fuchsschwänz“ aus Wittscht als Ritter und hatten eine Menge Burgfäulein mitgebracht.

„Die Wittschter Rittersleut machen die beste Stimmung heut“. Recht hatten sie. Nach der JFR Ravenstein folgte die Fußgruppe der „Biermännchen“ aus Schwabhausen und dem „Stammisch Ratlos“, die mit ihren Rollatoren unterwegs waren. Asterix und Obelix kochten auf dem Motivwagen aus Winzenhofen so einen richtigen Zaubertrank.

Groß war auch die Abordnung der benachbarten „Hüngemer Schleufer“, die sich mit Garde, Elferrat und einer großen Abordnung am Umzug beteiligten. Sogar ihr Prinzenpaar Prinzessin Sigi und Prinz Spreisel I. waren mit nach Merchene gekommen.

Lautstark „Mäh“ schrien die vie-len „Widdemer Schafböck“, so dass die nachfolgende Musikkapelle Erlenbach kräftig aufspielen musste, um gehört zu werden. In jedem Jahr präsentieren sich die „Rouschebercher Milchsäuli“ als eine „saustarke“ Gruppe. Mehr als einhundert kleine und große „Säuli“ zogen mit ihren gesamten Hofstaat, dem Prinzenpaar Karola I. und Prinz Harry I. sowie allen ihren Gardemädchen durchs Broggedorf und begeisterten mit so manchen Späßen das närrische Publikum und hielten dadurch den Zug mehrmals auf, was ihnen wenig ausmachte.

Groß war auch die Schar der Fußgruppe der „Leibischter Schlappen“. Nach dem Wagen der Jugendfeuerwehr Merchingen mit ihrem Einhorn folgten die „Rauchschwalben“ aus Bofsheim und der Motivwagen aus Aschhausen, flankiert von einer starken Fußgruppe, die das Thema „Lieber Exit als Brexit“ prächtig glos-sierte. Da schwankte sogar der „Big Ben“.

Der Motivwagen, die gute alte Dampflock „Emma“ des Jugendtreff Zimmern, war so groß, dass er kaum um die Kurve an der Volksbankbaustelle kam. Beim Heizen zogen die Rauchschwaden über die Zuschauer hinweg und es war kaum noch etwas zu sehen. Nach der Musikgruppe Lilliput folgte die Fußgruppe des Jugendtreffs Unterwittstadt.

Die Borkemer Hexen durften selbstverständlich beim Gaudiwurm in „Merchene“ nicht fehlen, wie auch der Wagen des Borkemer Bauernballets und der Pferdefreunde Osterburken. Als „Gummibärenbande“ präsentierten sich die Gäste aus Seckach. Die kleinen Kinder am Straßenrand versteckten sich schon als die „Allezer Gääswärmer“ mit ihren Hexen und Gääse um die Ecke kamen.

Nach der Musikkapelle Ballenberg war mit der Fußgruppe der Kirnausträndler, der Wagen der Mad Kutschers und des DRK-Ortsvereins Ravensteins schon das Ende des 37 Punkte umfassenden närrischen Umzuges in Sicht.

Das „knallbunte Narrenspektakel“ wurde im altehrwürdigen Schloss und auf dem Vorplatz fortgesetzt. Die Ortsvorsteher der Ravensteiner Stadtteile bewerteten, wie alljährlich, die besten und originellsten Fußgruppen und Motivwagen. Bei den Motivwagen belegte die Gruppe aus Aschhausen den ersten Platz, vor Bieringen und Zimmern.

Bei den Fußguppen wurden die Leibenstadter „Schlappen“ am Besten bewertet und landeten auf dem ersten Platz, gefolgt von „Widdemer Schafböck“ und den „Rouschebercher Milchsäuli“. F

Info: Weitere Bilder vom Merchinger Umzug in einer Fotostrecke unter www.fnweb.de im Internet.