Ravenstein

Golfclub Kaiserhöhe Auf der Anlage bei Merchingen ist trotz der Corona-Zwangspause einiges passiert / Betrieb läuft wieder seit einigen Wochen

Aus der Situation das Beste gemacht

Merchingen.Das diesjährige 25-jährige Bestehen sollte für den Golfclub Kaiserhöhe in Ravenstein ein großes, freudiges und sportliches Ereignis werden, denn insgesamt waren auch 25 verschiedene sportliche und gesellige Aktionen geplant. Der Club wurde. wie viele andere Vereine auch, vom einen auf den anderen Tag plötzlich und unvorhergesehen „ausgebremst“. Seit März, wo der eigentliche Start in die neue Golfsaison erfolgen sollte, ging durch die begonnene Corona-Pandemie, die sowohl den sportlichen als auch den wirtschaftlichen Betrieb auf der Kaiserhöhe lahmlegte, nichts mehr, sagte der neue Schriftführer des Vereins Armin Züll im Gespräch gegenüber den FN.

Kurzarbeit angemeldet

Im März wurde der Spielbetrieb eingestellt. Es herrschte eine ungewöhnliche „Totenstille“ auf der Anlage und auch die Mitarbeiter im kostenpflichtigen „Greenteambereich“ hatten nichts zu tun. Für das Personal wurde schließlich Kurzarbeit angemeldet. Nach rund zwei Monaten Zwangspause durfte dann am 11. Mai der Spielbetrieb wieder eröffnet werden, allerdings unter strengen Corona-Regelbedingungen.

Hier mussten gravierende Veränderungen beachtet werden, die es vorher in dieser Form noch nie gegeben hat. Die Startzeiten der Golfspieler sind jetzt zu reservieren. Alle zehn Minuten durften maximal zwei Spieler auf den Platz. Nach dem erfolgten Spielbetrieb mussten das Golfequipment weggeräumt und die Anlage unverzüglich verlassen werden, sagte Züll, um eine Grüppchenbildung zu vermeiden.

Zudem gab es weitere klare Regelungen: Eine halbe Stunde vor Spielbeginn durften die Golfer erst kommen. Danach hieß es: Abschlag, spielen und heimfahren. „Eigentlich eine befremdliche Situation“, so Züll. Zudem waren zusätzliche Marschalls im Einsatz, was es bisher in dieser Form noch nie auf dem Golfplatz gab, welche die Startzeiten und die Hygiene- und Abstandsregeln kontrollierten. Die Personalien aller Personen mussten sowohl auf der Drivingrange als auch im Golfrestaurant notiert werden. Erfreulich war, dass die gesetzlichen Regeln verinnerlicht und eingehalten werden und der Spielbetrieb endlich wieder langsam ins Laufen gekommen ist.

Anlage wieder komplett geöffnet

Mittlerweile sind weitere Lockerung erfolgt und es dürfen „Vierer Flights“ den Platz betreten, aber alles unter den bestehenden Regeln, denn der Vorstand des Vereins will keinesfalls einen „Corona-Hotspot“ ermöglichen. Inzwischen ist die gesamte Übungsanlage wieder geöffnet. Die Übungsbälle auf der „Drivingrange“ werden professionell gereinigt. Erst danach kommen diese wieder in den Ballautomaten. In den anderen Bereichen der Übungsanlage darf derzeit aus Hygienegründen nur noch mit eigenen Bällen gespielt werden.

Schrittweise möchten die Verantwortlichen des Golfclubs den Spielbetrieb entsprechend den gesetzlichen Vorgaben wieder lockern um Normalität reinbringen. Bis jetzt funktioniert es, auch die Golfspieler kommen wieder. Ab jetzt sind auch wieder clubinterne Turniere erlaubt und Gäste willkommen. Sicher ist, dass die Golfsaison in diesem Jahr sehr kurz werden wird – im November ist wohl Schluss.

Verein blieb nicht untätig

Die Winterpause nutzte die Betreibergesellschaft in den vergangenen vier Monaten, um eine größere Investition zu tätigen. Es wurde ein moderner und zweckmäßiger Anbau an den bestehenden Gastraum fertiggestellt. Der neue Anbau – es wurde die bestehende Außenterrasse überdacht – verfügt über 55 neue Sitzplätze. Die Baukosten beliefen sich auf rund 160 000 Euro.

Ungeachtet dessen hat auch der Pächter in der golfeigenen Gaststätte gewechselt. Tommaso Romano hat dort das „Ristorante Valle Verde“ zusammen mit seinem Vater eingerichtet. Mit Beginn der Saison sollte auch die neue Gastronomie, die nicht nur den Golfern offen steht, aber auch ihm machte Corona ein Strich durch die Rechnung. Wie er erzählte, habe sein Vater vor 35 Jahren in Heilbronn die erste Pizzeria eröffnet. Eine italienische Familie, die ihr Handwerk versteht. Die geplante Eröffnung ist mitten in die Corona-Pandemie gefallen erzählt Romano. Erfreut ist er, dass jetzt verstärkt Gäste in sein neues Ristorante im Golfclub kommen. Er zeigte sich mit der Resonanz bisher sehr zufrieden.

Das Jahr 2020 hätte für den Golfclub Kaiserhöhe ein ganz besonderes Jahr werden sollen, doch das Corona-Virus ließ das nicht zu. Geplant waren unter anderem Turniere und ein Tag der offenen Tür. Alle Veranstaltungen werden nunmehr auf 2021 verschoben. Das alles bezeichnete Schriftführer Züll als „sehr schade“, aber die derzeitigen Regelungen und Vorschriften ließen dem Vorstand keine andere Wahl, als die Veranstaltungen abzusagen.

Vielleicht gibt es zum Ende der Saison noch einen kleinen Hoffnungsschimmer und die eine oder andere Veranstaltung kann doch noch durchgeführt werden, hofft er. F