Ravenstein

Schloss Merchingen Bisheriger Verlust bei insgesamt knapp 70 000 Euro

Ab März kam alles anders

Archivartikel

Merchingen.Die Stühle hochgestellt, den Eingangsschlüssel umgedreht. Die Corona-Pandemie hat auch das Schloss in Merchingen kalt erwischt. Derzeit befindet es sich im „Dornröschenschlaf“, denn Aktivitäten im Dienstleistungsbetrieb gibt es momentan nicht.

Das größte Schloss im Neckar-Odenwald-Kreis wurde im Jahre 1982, federführend durch den Förderverein „Schloss mit Heimatmuseum“ sowie durch ein großes bürgerschaftliches Engagement renoviert, restauriert und einer neuen Bestimmung übergeben.

Positiv gestimmt

„Nachdem das vergangene Jahr 2019 recht erfolgreich abgeschlossen war, blickte der Vorstand des Dienstleistungsbetriebes Schloss Merchingen zuversichtlich in das Jahr 2020“, so dessen Vorsitzender Klaus Leimbach. Das Terminbuch war ab Mitte März mit vielen Veranstaltungen gefüllt. Doch dann kam alles anders.

Es kam die Corona-Krise und die damit zusammenhängenden Beschränkungen in der Gastronomie. Sie stürzte auch den Verein in eine tiefe Krise.

Bereits im März mussten einige Veranstaltungen abgesagt werden. Auch im Monat April ist jede Woche ein Termin ausgefallen. Schlimmer sei jedoch, dass von Anfang Mai bis Ende Juni jede Woche eine bereits gebuchte Hochzeit abgesagt wurde, erklärt Leimbach. Zwischenzeitlich wurden auch die Trauungen im Juli und August storniert, was zusätzlich schlecht für den Betrieb ist. Die Auslastung im Veranstaltungsbereich ist seither gleich Null, was jeden Monat einen finanziellen Verlust von rund 40 000 Euro bedeutet.

„Das Schlosshotel Ravenstein konnte für Geschäftsreisende weiter betrieben werden, jedoch ohne ein Frühstück anbieten zu dürfen. Allerdings liegt auch hier die Auslastung bei nur knapp 50 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres“, meinte Leimbach und bezifferte einen bisherigen Verlust von rund 31 000 Euro.

Lediglich die im Schloss betriebene Postagentur ist voll ausgelastet. Der Vorstand reagierte unverzüglich und meldete bereits Mitte März Kurzarbeit an. Seither befinden sich die zwölf Angestellten zu umgerechnet circa 80 Prozent ihrer normalen Arbeitszeit in Kurzarbeit. Mit einer beantragten Soforthilfe beim Land Baden-Württemberg war die Gehaltszahlung im Monat März gesichert.

Essen zum Mitnehmen

Durch die Aktion „Hähnchen zum Mitnehmen“ versuchte der Verein einige, wenn auch wenige, Einnahmen zu erwirtschaften. Dabei arbeiteten die Mitglieder des Vorstands sowie einige Helfer ehrenamtlich, um den Verein durch die Zeit zu führen. Aufgrund der tollen Resonanz ist auch an den bevorstehenden Pfingsttagen eine solche Aktion geplant. Je nachdem wie die Lockerungen in der Gastronomie ausfallen, könnte dies vielleicht sogar in Verbindung mit der Öffnung des Biergartens erfolgen.

„Wichtig für den Verein wäre, dass es eine Möglichkeit gibt, wieder Veranstaltungen und private Feiern in den Schlosssälen abzuhalten. Das wäre für den Verein von großer Bedeutung. Bei solchen Feiern ist die Ansteckungsgefahr nicht so groß wie in einem öffentlichen Restaurant, denn im Schloss sitzen die geladenen Gäste an entsprechend großen Tischen. Somit wären die gesetzlich vorgegebenen Abstandsregeln einfacher einzuhalten“, so der Vorsitzende.

-Eine Möglichkeit den Verein zu unterstützen, bestehen auch darin, Gutscheine für den Biergarten zu erwerben oder die angebotenen Aktionen der „Schlossküche“, die für gutes Essen sorgt, rege in Anspruch zunehmen. F