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Typische Kinderkrankheiten von A bis Z – Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Archivartikel

Ursachen und Behandlung von Kinderkrankheiten

Manche Kinder sind scheinbar dauernd krank. Vor allem, wenn sie in den Kindergarten gehen, kommen sie mit vielen Krankheitserregern in Kontakt. Die häufigen Infekte kommen aber vor allem daher, dass Kinder noch kein ausgereiftes Immunsystem haben. Das entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Deswegen sind bis zu zwölf Infekte pro Jahr vollkommen normal. Da ist es gut zu wissen, mit welchen Krankheiten zu rechnen ist und wie man sie behandelt.

Allergie

Schon Kleinkinder und Babys können an Allergien leiden. Von einer Allergie spricht man dann, wenn das Immunsystem auf bestimmte Substanzen so reagiert wie auf Krankheitserreger und sie zu bekämpfen versucht, obwohl sie nicht bedrohlich sind.

Symptome und Ursachen

Aus dieser Abwehrreaktion ergeben sich dann Schnupfen, Hautausschlag, Magenverstimmung oder Übelkeit. Das Tückische an einer Allergie ist, dass man sie gerade bei kleinen Kindern leicht mit einer Erkältung oder einem empfindlichen Magen verwechseln kann, da die Symptome sehr ähnlich sind. Man muss also wissen, woran man sie erkennt, um die Beschwerden des Kindes richtig einordnen zu können. Folgendes weist auf eine Allergie hin: Anhaltender, wässriger Nasenausfluss, ein trockener, bellender Husten, juckende Augen aufgrund einer allergischen Bindehautentzündung, rote Schwellungen am Körper oder ein anaphylaktischer Schock.

Behandlungsmöglichkeiten

Um eine Allergie endgültig festzustellen und wirksam zu behandeln, ist ein Besuch beim Arzt unausweichlich. Man sollte genau beobachten, welche Symptome das Kind hat und wann sie auftreten. Zur Behandlung sind – je nach Allergie – verschiedene Maßnahmen sinnvoll. Das können Medikamente sein (spezielle Cremes gegen Hautausschlag, Antihistaminika, Langzeitpräparate), Therapien (Akkupunktur, Homöopathie, Lichttherapie und ähnliches) und natürlich eine möglichst geringe Belastung mit den Allergenen.

Drei-Tage-Fieber

Das Drei-Tage-Fieber ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die am häufigsten bei Kindern zwischen dem sechsten Monat und vierten Lebensjahr auftritt. Die Krankheitszeichen treten ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung auf.

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Symptome und Ursachen

Wie der Name schon sagt, macht sich die Krankheit durch ein drei bis vier Tage anhaltendes Fieber bemerkbar, das bis 40 Grad gehen kann. Klingt das Fieber ab, kommt es zu fleckigen Rötungen am Rumpf und dann an Armen und Beinen. Die Rötungen verschwinden nach ein bis zwei Tagen. Hervorgerufen wird das Fieber von einem Virus aus der Herpes-Familie.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei hohem Fieber sollte ein Arzt das Kind untersuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Fiebersenkende Mittel und Bettruhe lindern die Beschwerden. Ansonsten verläuft die Krankheit meist komplikationslos und das Allgemeinbefinden des Kindes wird nicht beeinträchtigt.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Gegen die Hand-Mund-Fuß-Krankheit gibt es keinen Impfschutz. Während der ersten Tage sind kranke Kinder sehr ansteckend, die Symptome treten einige Tage bis zwei Wochen nach der Infektion auf.

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Symptome und Ursachen

Übertragen werden die Viren der Hand-Mund-Fuß-Krankheit durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Sie tritt vor allem bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auf. Auch ältere Kinder und Erwachsene können sich anstecken. Bei ihnen verläuft die Erkrankung oft symptomfrei.

Jüngere Kinder bekommen einen nicht juckenden Hautausschlag, vor allem an Händen und Füßen. Es bilden sich rötliche Flecken, die sich zu Bläschen entwickeln können. An der Mundschleimhaut können sich schmerzhafte Bläschen bilden. Dazu kommen Begleiterscheinungen wie Fieber, Erbrechen sowie Hals- und Bauchschmerzen, ganz selten auch eine Mandelinfektion.

Behandlungsmöglichkeiten

Gegen die schmerzenden Bläschen helfen Tinkturen aus der Apotheke oder Honig sowie Mundspülungen mit lauwarmem Kamillen- oder Ringelblumentee. Das Kind muss viel trinken, damit die Mundschleimhaut nicht austrocknet und die Wundstellen schneller verheilen. Vorsicht ist beim Inhalt der Bläschen sowie bei Speichel und Stuhl des kranken Kindes geboten, denn die sind besonders ansteckend. Die Krankheit dauert acht bis zwölf Tage an. 

Masern

Bei Masern handelt es sich um eine Virusinfektion, an der in der Regel nur Kinder und Kleinkinder erkranken. Erwachsene bekommen die Masern nur, wenn sie in der Kindheit keine Infektion durchgemacht haben.

Symptome und Ursachen

Masern sind sehr ansteckend. Neun bis zwölf Tage nach der Ansteckung bricht die Krankheit aus, doch schon vorher können Infizierte andere anstecken. Das dauert an, bis die Masern vollständig abgeheilt sind. Erste Anzeichen für Masern sind untypische Entzündungen um Nasen-Rachen-Raum, eine Bindehautentzündung, trockener Husten und Fieber. Auf der Schleimhaut im Mund bilden sich weiße, punktförmige Flecken mit roter Umrandung. Nach drei bis fünf Tagen kommt es zu punktförmigen Rötungen auf der Haut, die überall am Körper auftreten können.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Kind, das Masern hat, muss unbedingt zum Arzt, weil die Krankheit meldepflichtig ist. Behandeln kann man die Krankheit nicht. Kranke Kinder brauchen viel Ruhe und Geborgenheit. Wer lichtempfindlich reagiert, sollte sich in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Sind die Masern nach etwa vier Wochen überstanden, ist man ein Leben lang immun dagegen. Dennoch ist eine Schutzimpfung empfehlenswert.

Röteln

Röteln gelten als typische Kinderkrankheit, können aber auch bei Erwachsenen auftreten. Kinder erkranken meistens im Alter zwischen drei und zehn Jahren, die Krankheit verläuft in der Regel ohne Komplikationen.

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Symptome und Ursachen

Zwei bis drei Wochen nach der Infektion mit dem Virus bilden sich schmetterlingsförmige Rötungen im Gesicht, die sich dann über den Rest des Körpers ausbreiten. Nach drei Tagen verschwinden die Rötungen wieder. Weitere Symptome sind leichtes Fieber und Lymphknotenschwellungen im Kopf- und Halsbereich. Die Symptome treten aber nur bei etwa der Hälfte der erkrankten Kinder auf, manche haben auch nur ganz leichte Beschwerden.

Behandlungsmöglichkeiten

Für die Behandlung werden Bettruhe und fiebersenkende Mittel empfohlen. Zum Vorbeugen ist eine Schutzimpfung ratsam. Nach einer behandelten Infektion ist man lebenslang immun.

Scharlach

Scharlach kommt in Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten immer wieder vor. Am häufigsten betroffen sind Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.

Symptome und Ursachen

Die Krankheit wird überwiegend durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen und durch Bakterien verursacht. Zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen meistens ein bis drei Tage. Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schüttelfrost, Schlappheit und schnell ansteigendes Fieber sind typische Anzeichen für Scharlach. Nach ein bis zwei Tagen bildet sich am ganzen Körper ein fleckiger, nicht juckender Hautausschlag, der nach sechs bis neun Tagen wieder verschwindet. Einige Tage danach kommt es zur Abschuppung der Haut und die typische Himbeer-Zunge tritt auf.

Behandlungsmöglichkeiten

Durch eine Behandlung mit Antibiotika besteht schon nach 24 Stunden keine Ansteckungsgefahr mehr. Ohne Antibiotika ist Scharlach bis zu drei Wochen lang ansteckend und das Risiko für eine Folgeerkrankung ist viel höher. Damit die Infektion gut ausheilt, braucht das erkrankte Kind viel Ruhe und Schonung.

Windpocken

Windpocken sind eine typische Kinderkrankheit, können aber auch bei Erwachsenen auftreten. Bei ihnen sind Komplikationen möglich. Der Windpocken-Virus kann im Erwachsenenalter auch eine Gürtelrose hervorrufen.

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Symptome und Ursachen

Die Windpocken-Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, doch auch die Viren in den Bläschen sind ansteckend. Die Ansteckungsgefahr besteht zwei Tage vor dem Ausbruch bis zum vollständigen Abheilen der Bläschen. Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung bricht die Krankheit aus. Dann treten auf dem ganzen Körper rötliche Flecken auf, aus denen wasserhaltige Bläschen werden. Diese platzen auf und verkrusten. Dieser Ausschlag juckt stark und tritt schubweise auf.

Behandlungsmöglichkeiten

Während der Erkrankung ist eine sorgfältige Hautpflege wichtig sowie eine Milderung des Juckreizes. Außerdem muss ein Aufkratzen der Bläschen verhindert werden, weil sonst Narben entstehen. Eine zinkhaltige Schüttelmixtur zum Auftupfen regt das Austrocknen der Bläschen an und lindert den Juckreiz. Vorbeugend sollten Kinder eine Schutzimpfung gegen Windpocken bekommen.

Mumps

Mumps, im Volksmund auch Ziegenpeter genannt, tritt vor allem bei Kindern zwischen vier und zehn Jahren auf. Ohne Impfschutz oder Erkrankung in der frühen Kindheit können sich auch größere Kinder und Erwachsene infizieren.

Symptome und Ursachen

Ausgelöst wird Mumps durch die Viren, die über Tröpfcheninfektion oder infizierte Gegenstände in den Körper gelangen. Zwei Wochen nach der Infektion treten die Symptome auf: Zunächst allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Ab dem zweiten oder dritten Tag kommt es zu angeschwollenen Backen, Ohrenschmerzen und Schmerzen beim Kauen und Schlucken aufgrund der angeschwollenen (Ohr-)Speicheldrüsen. Weitere Symptome sind mehrtägiges hohes Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen, ein steifer Nacken und Kopfschmerzen und glänzender Stuhlgang. Nach einer Woche verschwinden die Symptome wieder, vollständig geheilt ist das Kind nach zwei Wochen.

Behandlungsmöglichkeiten

Mumps ist hochansteckend und sollte von einem Arzt untersucht werden. Behandelt werden können nur die Symptome, mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Mitteln. Ansonsten sollte das erkrankte Kind viel trinken und nur flüssige, weiche Speisen bekommen. Auch Kaugummi kauen kann helfen. Besonders wichtig ist Bettruhe, bis das Fieber gesunken ist. Danach sollte sich das Kind schonen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Damit Mumps gar nicht erst ausbricht, ist eine Schutzimpfung sinnvoll. Nach einmaliger Erkrankung sowie nach dem Impfschutz ist man immun gegen Mumps.