Ratgeber

Rasen, Beete und Wege im Flow: So wird der neue Garten bildhübsch

Archivartikel

Wer im Frühling das erste Zeitfenster verpasst hat, um seinen Garten anzulegen oder neu zu gestalten, findet im Spätsommer und Herbst den nächsten Termin, um zu Spaten und Co. zu greifen. Doch wie wird aus einer derzeit noch verwilderten oder zumindest neutralen oder vom Besitzer ungeliebten Fläche ein in sich gut wirkender Garten?

1. Tabula Rasa ist vonnöten

Gartenarbeit ist, selbst mit motorisierter Unterstützung, immer eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit – und somit eine, die viele verständlicherweise so gering wie möglich halten möchten. Allerdings wird kein Gärtner umhinkommen, für die Neugestaltung seiner Grünzone zunächst das Alte zu entfernen – und zwar mit der groben Hacke.

Das gilt nicht nur dann, wenn der Altgarten vollkommen verwildert war, sondern auch, wenn es sich „nur“ um die großmaßstäbliche Umgestaltung eines bislang gepflegten Gartens handelt. Alles andere bliebe Stückwerk, das mitunter das Zeug dazu hat, die Arbeiten insgesamt zu erschweren, zumindest aber das Gesamtergebnis zu beeinträchtigen. Aber dazu gibt es auch Tipps:

  1. Zunächst einen Plan machen und verschiedene Designs im korrekten Maßstab aufzeichnen – dabei hilft ein Maßstablineal aus dem Architekturbedarf immens. Beim Aufzeichnen kristallisiert sich dann auch schnell heraus, was von den grünen „Altbeständen“ stehenbleiben darf.
  2. Wenn der alte Rasen voller Unebenheiten, Löcher usw. ist, sollte er mit einem Spaten oder einem sogenannten Rasenschäler komplett entfernt, kompostiert und danach der Untergrund umgegraben/gefräst werden.
  3. Bei mehrjährigen Pflanzen nicht alles gleich auf dem Kompost werfen, sondern lieber in Blumenkästen zwischenlagern – vielleicht finden diese Stücke ja auch im neuen Garten wieder ein Plätzchen und müssen nicht für teures Geld nachgekauft werden. Kompostieren lassen sie sich auch später noch.
  4. Unbedingt das Bundesnaturschutzgesetz beachten. Vor dem 1. Oktober dürfen Bäume, Hecken und Co. nicht entfernt oder radikal gekürzt werden, sonst drohen saftige Strafen.

Und: Auch das, was definitiv aus dem Garten verschwindet, sollte nicht zur örtlichen Gartenabfallsammelstelle wandern. Alles, was wächst, kann auf dem Kompost zu Dünger werden.

2. Geschlängelt wird zuerst und wirkt am besten

Der alte Garten ist weg. Und nun? Nun kommt das dran, was sich am besten mit dem Zeichnen der Umrisse bei einem Gemälde vergleichen lässt. Das heißt, der Garten bekommt seine festen Linien in Form von Wegen aus Pflastersteinen, Hochbeeten aus Mauersteinen und Abtrennungen aus Rasenkantensteinen. Hier empfiehlt es sich zum einen dringend, sich im Design an dem zu orientieren, was auch um das Haus herum verbaut wurde – wer also im Hof Terracotta bevorzugt, sollte im Garten nicht auf graue Steine setzen.

Zum anderen sollten die Gartenbaustoffe von einem Anbieter stammen, damit alles zueinander passt. Ein solcher Anbieter findet sich in Form von Toom. In diesem Baumarkt finden sich all die erwähnten Teile für die Grundlagen. Zudem sind die Gartenbaustoffe bei Toom vielfach in mehreren Designs erhältlich, sodass eine Anpassung gemäß der erstgenannten Regel möglich ist.

Dann geht es folgendermaßen los:

  1. Als erstes wird der Verlauf der Wege und der Beetränder mit Schnur festgelegt. Hier gilt, je geschwungener, desto besser, weil natürlicher, wirkt alles. Lange Geraden und strenge Winkel sollten gänzlich vermieden werden.
  2. Als nächstes werden die betreffenden Zonen ausgeschachtet. Für die Beetränder so, dass sie nach dem Verlegen noch etwa vier Zentimeter aus dem Boden ragen; für die Gehwege, wegen der größeren Belastung, so, dass unter den Pflastersteinen eine 20 Zentimeter tiefe Fundamentschicht hergestellt werden kann, wobei die Steine dann ebenfalls vier Zentimeter über das Erdniveau ragen sollten.
  3. Dann wird die Rasenkante verlegt, das geht bei den Beeten auf einem Sand- oder Zementbett, je nachdem, ob der Boden lehmig ist oder eher locker. An der Trennlinie zwischen Rasen und den Wegen sollten die Rasenkantensteine allerdings grundsätzlich einbetoniert werden, um den Pflastersteinen einen festen Halt nach den Seiten zu geben. Übrigens: Zwischen Weg und Rasen kann auch ein schmaler, mit Blumen oder Bodendeckern bepflanzter Beetstreifen angelegt werden.
  4. Zuletzt wird der Weg selbst verlegt. Dazu benötigt es zunächst eine etwa 15 Zentimeter starke Schicht Schotter, die verdichtet werden muss. Darauf folgen fünf Zentimeter Sand und darauf wiederum die Pflastersteine.

Nun kann, falls gewünscht, auch noch der Zaun bzw. andere Gartenbegrenzungen angegangen werden. Auch ist jetzt der Punkt gekommen, an dem erhöhte Beete, Teiche und dergleichen angelegt werden sollten.

3. Sträucher, Zwiebeln und Co.

Neu eingesäter Rasen, ferner auch Rollrasen, darf in den ersten Wochen bzw. Tagen (Rollrasen) nicht betreten werden. Hier müssen Gärtner auf den Kalender schauen, um herauszufinden, ob in der zweiten Jahreshälfte noch genügend Spielraum verbleibt.

Ideal ist, wenn zunächst die Zierbeete mit den nötigen Sträuchern, Blumenzwiebeln, Bodendeckern usw. bestückt werden. Und zwar so, dass diese auch ohne weitere Arbeit, nur mit dem distanzierten Strahl des Gartenschlauchs, gedeihen können. Das ist deshalb so wichtig, weil somit die ganze Fläche, die später zum Rasen wird, als letztes bearbeitet werden muss – auf diese Weise schließt die Umgestaltung mit dem Rasen ab und die jungen Halme brauchen wochenlang nicht betreten werden, wodurch sie sich optimal entwickeln.

4. Der Rasen

Entgegen dem, was viele Gärtner glauben, kann Rasen auch noch im Herbst keimen – wegen des durch den langen Sommer „durchgewärmten“ Bodens mitunter sogar noch besser als zum klassischen Termin im Frühjahr.

Allerdings ist es wie erwähnt nötig, hier sorgsam den Kalender zu betrachten – wenn allein schon mit dem ersten Punkt dieses Textes wegen dem Bundesnaturschutzgesetz bis zum 1. Oktober gewartet werden muss, kann es rasch zu spät sein und die Temperatur nachts unter die zehn-Grad-Marke fallen. In dem Fall ist es dann besser, die Arbeit für den Herbst ruhen zu lassen und erst im Frühjahr den Abschluss mit dem Rasen zu machen.

Doch egal wann genau, die Krönung der Umgestaltung beginnt zunächst damit, dass die künftige Rasenfläche, idealerweise mit einer Motorhacke, abermals sorgsam aufgelockert wird. Das ist deshalb nötig, weil die vorangegangenen Arbeiten wahrscheinlich schon wieder eine Menge Fußspuren, Schubkarrenabdrücke und ähnliches hinterlassen haben – alles dem Rasenwachstum abträglich. Anschließend ist Präzision vonnöten. Ist die Fläche nicht eben genug, muss sie mit passenden Werkzeugen so glattgezogen werden, dass keine Wellen und Vertiefungen mehr verbleiben – mitunter ist es dazu auch nötig, zusätzlichen Mutterboden heranzuschaffen. Je präziser hier gearbeitet wird, desto glatter das spätere Ergebnis.

Dann kommt bei passender Witterung (nicht zu heiß und möglichst windstill) der große Moment. Der Rasen wird mit einem Streuwagen nach Anleitung ausgesät, dann vorsichtig eingeharkt, gewalzt und dann sorgfältig über mehrere Tage Abend für Abend gewässert. Dann beginnt Mutter Natur abermals ihr Werk und bei guter Witterung wird die braune Fläche zwischen Beeten, Rasenkante und Wegen bald einen dünnen grünen Schleier tragen, der immer deutlicher zu Halmen heranwächst.