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Erstattungen bei Flugreisen: Das sollten Fluggäste wissen

Archivartikel

Ganz gleich, ob Sommer oder Winter: Wenn die Urlaubszeit vor der Tür steht, planen viele Deutsche Reisen an unterschiedlichste Ziele. Während einige einen Aufenthalt im eigenen Land besuchen und etwa mit dem Auto oder mit dem Zug in das Rhein-Main-Neckar-Gebiet reisen, zieht es andere mit dem Flugzeug in weit entfernte Länder. Allerdings wird in den Nachrichten nicht selten von Flugausfällen oder Verspätungen berichtet. Wer mit Sack und Pack am Flughafen steht, hat aber einige Rechte und kann etwa eine finanzielle Entschädigung beantragen.

In diesen Fällen gibt es eine finanzielle Entschädigung

Wer sich schon einmal auf seinen Urlaub gefreut hat und dann vollbepackt mit der ganzen Familie am Flughafen stand, ohne dass der gebuchte Flug erfolgte, weiß, wie frustrierend dieses Erlebnis sein kann. Wenn es um den Ausfall oder der Verspätung eines Passagierfluges geht, stehen die Fluggesellschaften in der Informationspflicht. Das bedeutet, dass sie jede Änderung des Flugplans unverzüglich an ihre Kunden weitergeben müssen, und das sowohl vor Ort am Schalter als auch auf ihrer Webseite. Wurde ein Ausfall bis zu 14 Tagen im Voraus angekündigt, muss die Airline keine Ersatzleistungen zahlen. Da Verspätungen oder komplette Ausfälle aber oftmals erst recht kurzfristig eintreten, haben viele Fluggäste Anspruch auf eine Erstattung. Die Höhe derselben richtet sich nach der Entfernung, welche der Flug zurücklegt bzw. zurücklegen sollte. Bei einem Langstreckenflug sind so etwa 600 Euro Entschädigung möglich, und das unabhängig davon, ob das ursprüngliche Flugticket günstiger war oder nicht.

Auch bei einer reinen Verspätung kann eine finanzielle Entschädigung geltend gemacht werden. Dies gilt erneut, wenn die Verzögerung nicht mindestens 14 Tage im Voraus bekannt gemacht wurde, was bei Flugverspätungen selten der Fall ist. Besonders Verspätungen ab drei Stunden Wartezeit bringen häufig vergleichsweise hohe Ausgleichszahlungen. Nicht nur eine kostenlose Umbuchung ist hier möglich; auch das Erstatten der Kosten für Snacks, Getränke und Unterkunft kann beantragt werden.

Wann gibt es keine Erstattung im Falle eines Flugausfalls?

Die jeweilige Fluggesellschaft muss immer dann eine Entschädigung leisten, wenn sie selbst im weitesten Sinne für die Unannehmlichkeiten verantwortlich sind, so zum Beispiel, wenn es zu technischen Problemen kommt, die theoretisch von der Airline hätten vermieden werden können. Treten dagegen sogenannte außergewöhnliche Umstände ein, ist die Airline nicht verpflichtet, Entschädigungen zu leisten. Zu den außergewöhnlichen Umständen zählen etwa unangekündigte Streiks oder Wetterverhältnisse, die einen (pünktlichen) Start des Flugzeugs nicht zulassen.

So gehen Fluggäste richtig vor, um eine Erstattung zu erhalten

Kommt es zu einer deutlichen Flugverspätung oder gar zu einem Totalausfall, sollten sich Flugreisende noch vor Ort von der jeweiligen Airline eine schriftliche Bestätigung einholen. Diese sollte das genaue Datum und die Uhrzeit, die Flugnummer und den Grund für die Verzögerung beziehungsweise den Ausfall beinhalten. Darüber hinaus sollten die Betroffenen alle Quittungen und Belege über Snacks und Unterbringungen sammeln, um die Kosten erstattet zu bekommen. Je detaillierter die Vorgänge im Nachhinein nachzuvollziehen sind, umso schneller und unkomplizierter kann eine Entschädigung stattfinden. Ab dem Tag des Vorfalls haben Reisende drei Jahre Zeit, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Danach erlöschen diese unwiderruflich. Entsprechende Vordrucke für ein Schreiben an die Fluggesellschaft finden sich im Internet.