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Das liebe Geld: So geben die Deutschen ihr Einkommen aus

Archivartikel

Für welche Zwecke investieren die Bundesbürger ihr Geld eigentlich? Bei individuellen Lebensstilen der Menschen ist das schwer zu sagen. Schließlich setzt jeder seine Prioritäten selbst. Einen Blick in das Konsum- und Ausgabeverhalten der Deutschen offenbart die Statistik.

Die eigenen vier Wände

Nach einem langen Tag im Büro oder auf der Baustelle auf der Straße ist für die meisten Arbeitnehmer die eigene Couch das größte Ziel. Die eigene Wohnung oder das Haus sind für Deutsche besonders wichtig. Sie investieren mehr Geld für Miete und Nebenkosten als die meisten Menschen in den europäischen Nachbarländern.

Im Schnitt gehen allein für die Miete oder den Baukredit knapp 850 Euro pro Monat drauf. In dieser Summe sind zudem die Kosten für die Instandhaltung und Energie für Strom oder Heizen inkludiert. Diese Ausgaben schwanken im bundesweiten Vergleich deutlich. Das liegt vor allem an den verlangten Mieten, die in Ballungszentren viel höher liegen. Aber auch die Kosten für Strom oder Gas unterliegen regionalen Schwankungen. In Franken sind die Energiepreise generell etwas niedriger als in vielen anderen Regionen.

Beim Konsum steht die Wohnung weit oben

Nicht nur die Unterhaltung und Instandhaltung lassen sich Deutsche sehr viel Geld kosten. Sie lieben es auch, ihr hart verdientes Geld in die Ausstattung der eigenen vier Wände zu investieren. Die Ausstattung mit neuen Möbeln, Accessoires und Haushaltsgeräte verschlingt im Monat rund 130 Euro. Fast ebenso viel Geld wird monatlich für neue Kleidungsstücke oder Schuhe ausgegeben.

Auf einem konstant hohen Niveau liegen die Ausgaben für Post- und Telekommunikationsprodukte. Darunter fallen vor allem der Anschluss für einen privaten Internetzugang daheim oder den Handyvertrag. Der Festnetzanschluss wird immer seltener zum Telefonieren verwendet, die Kommunikation findet fast nur noch über das Smartphone statt. Das wirkt sich preissenkend auf die Kosten für diesen Posten aus.

Ein Fuffi für Konsumgüter

Zwei Drittel des privaten Einkommens wird für Konsumgüter ausgegeben. Zu diesem Punkt zählen nach Angaben des Statistischen Jahrbuchs jedoch auch die Kosten für Nahrungs- und Genussmittel. Monatlich 320 Euro wird in Essen und Getränke investiert. Ein Teil dieser Ausgaben investieren Bundesbürger in Alkohol und Tabakwaren, knapp 50 Euro jeden Monat.

Zur Abwechslung mal nicht zu Hause essen, dann führt der Weg in ein Restaurant. Das Angebot an kulinarischen Einrichtungen ist breit gefächert. Für Besuche in Restaurants, Bars und Cafés gibt der Deutsche durchschnittlich 130 Euro im Monat aus.

Eine immer beliebtere Freizeitaktivität stellt das Glücksspiel dar. Mancher Deutsche versucht sich bei Sportwetten und setzt sein Geld auf den korrekten Ausgang eines Spiels. Der große Jackpot ist damit nicht zu knacken. Wer mit Glücksspiel reich werden möchte wie der winterliche Glückspilz aus Schwaben, sollte am besten Lotto spielen.

Das große Glück beim Lotto

Bereits seit 2012 können private Anbieter von Lotterien eine offizielle Lizenz in Deutschland beantragen. An Fahrt gewonnen hat die Online-Lotterie jedoch erst vor wenigen Jahren. Inzwischen versuchen mehrere Millionen Bundesbürger ihr Glück beim Lotto im Internet. Große Portale wie Lottoland verzeichnen mehr als zehn Millionen Mitglieder in Deutschland.

Für die digitale Teilnahme an der Lotterie spricht vieles. Zu jeder Zeit und von jedem Ort aus ist die Abgabe eines Tippscheins möglich. Die Kosten für die Teilnahme im Internet sind geringer, da Bearbeitungsgebühren entfallen. Vorbei sind zudem die Zeiten verlorener Tippscheine. Sie entfallen bei der Online-Lotterie. Bei einem großen Gewinn erfolgt die Gewinnbenachrichtigung automatisch. Wer die richtigen Lottozahlen tippt, braucht sich in Zukunft keine Sorgen mehr um die Begleichung seiner Rechnungen zu machen.

Die Schere zwischen Arm und Reich

Durchschnittlich 3.200 Euro im Monat beträgt das Einkommen eines privaten Haushaltes nach Abzug aller Steuern und Abgaben. Die Zahl ist ein statistischer Wert, der stark schwanken kann. Es gibt in Deutschland viele Haushalte, die deutlich unter diesem durchschnittlichen Wert liegen. Ebenso gibt es zahlreiche Haushalte, die viel mehr Geld im Monat zur Verfügung haben. Da zählen die jährlich 100 bis 140 neuen Lottomillionäre in Deutschland mit rein.

Jeder zehnte Haushalt kommt mit seinen monatlichen Einnahmen sehr gut zurecht. Ein weiteres Drittel gut und fast vierzig Prozent der Gesellschaft relativ gut. Probleme bei der Finanzierung des eigenen Lebensstils bereitet vor allem die Arbeitslosigkeit. Ein Fünftel aller von Schulen betroffenen Menschen in Deutschland gaben als Hauptursache dafür die Arbeitslosigkeit an. Alleinerziehende Elternteile sind häufiger davon betroffen als Paare oder kinderlose Haushalte.