Osterburken

Osterburkener Gemeinderat Terrassenhäuser an der Galgensteige mit 16 Wohneinheiten / Unmut der Anlieger

Trotz Bedenken für Bauprojekt gestimmt

Archivartikel

Osterburken.Für Gesprächsstoff und Diskussionsbedarf im Osterburkener Gemeinderat sorgte wieder das Bauvorhaben Galgensteige 5. Am Dienstagabend wurden dem Gremium die neuen Pläne des Architekturbüros vorgestellt, nachdem bereits im Januar in einer Sitzung ein Entwurf abgelehnt wurde.

Nach den neuen Plänen sollen die beiden Terrassenhäuser 16 Wohneinheiten umfassen. Die Gebäude sollen leicht versetzt werden und sind nach den Ausführungen des Bauamtsleiters Matthias Steinmacher ein Stockwerk tiefer. „Was Höhe und Breite anbelangt, ist das Vorhaben kleiner geworden.“

Bedenken nicht ausgeräumt

Bereits in der Januar-Sitzung hatte sich der Gemeinderat an der Größe und dem Aussehen der Häuser gestört. Diese Bedenken waren am Dienstag nicht vollständig ausgeräumt, wie schnell deutlich wurde.

„Ich sehe keinen großen Unterschied zum vorherigen Entwurf. Dieses Projekt wird das Stadtbild negativ beeinflussen und wir schaffen einen Präzedenzfall“, meinte Dr. Xaver Nafz. Es sei Auslegungssache, ob die Häuser zur Umgebung passen. „Die umliegenden Gebäude haben alle Satteldächer mit Ziegeln. Hier handelt es sich um ein Flachdach“, bemängelte er und sprach auch den steigenden Verkehr an. „Bei 16 Wohnungen kann man schon mit circa 30 Autos planen – und die Verkehrssituation ist dort durch die Schule eh schon angespannt.“

Bürgermeister Jürgen Galm entgegnete darauf: „Wir können nicht bei jedem Bauvorhaben die Karte Verkehr ausspielen und Diskussionen darüber führen. Irgendwann können wir gar nichts mehr bauen.“ In der Sitzung kamen auch zwei Angrenzer zu Wort, die ihren Unmut über das Vorhaben deutlich machten. „Bei einem ähnlichen Projekt in Adelsheim hat sich der Architekt an der Firsthöhe der benachbarten Gebäude orientiert, hier nicht. Es gibt keine vergleichbaren Referenzobjekte in unmittelbarer Nähe“, kritisierte er.

„Werden außen vorgelassen“

Und der zweite Anlieger meinte: „Das beschäftigt uns schon seit 2015, und wieder einmal wurden wir als Nachbarn außen vorgelassen und vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Die Häuser sollten sich an den benachbarten Gebäuden orientieren. Die entsprechenden Einwendungen gingen auch bei einer durchgeführten Angrenzerbenachrichtigung ein. Doch diese waren vergebens: Acht Gemeinderäte votierten schließlich für den neuen Entwurf, fünf enthielten sich und zwei Mitglieder stimmten dagegen.

Relativ zügig wurden dagegen zwei Auftragsvergaben durchgeführt. Das Feuerwehrdach in Hemsbach ist nach Angaben von Steinmacher undicht und energetisch in einem „sehr schlechten Zustand“. Das Gremium beauftragte die Firma Holzbau Zipperlein aus Möckmühl für 23 240 Euro mit den Bauarbeiten. Für das Hemsbacher Trafodach ging kein Angebot ein, weshalb eine erneute Ausschreibung geplant ist.

Der städtische Bauhof bekommt ein neues Pritschenfahrzeug mit Kipperfunktion für 30 980 Euro. „Das hat den Vorteil, dass es auch von einer Person gefahren werden kann und quasi als ,kleiner Lkw’ nutzbar ist“, erklärte Steinmacher dem Gremium. Im Haushaltsplan waren 30 000 Euro festgelegt. ms