Osterburken

DLRG-Ortsgruppe Kinder können nach knapp einem halben Jahr wieder üben / Zahl der sicheren Schwimmer ist rückläufig

Training unter besonderen Vorkehrungen

Die DLRG Osterburken bietet wieder Übungseinheiten für Kinder an. Allerdings muss dabei einiges beachtet werden.

Osterburken. Als eine der ersten Ortsgruppen der Region nahm die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) Osterburken am 25. September wieder ihren Übungsbetrieb auf – „alles unter der Einhaltung der Corona-Verordnungen und Hygienemaßnahmen“, wie Jürgen Schmitt, technischer Leiter bei der Gruppe und zuständig für die Ausbildung, erklärt.

„Aktivitäten total eingefroren“

Seit März war das Schwimmtraining mit den Kindern und Erwachsenen aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen. Das Landratsamt hatte damals alle kreiseigenen Sportstätten, zu denen auch das GTO-Schwimmbad gehört, geschlossen, womit die DLRG keinen Ort mehr zum Üben hatte.

In dieser Zeit fanden auch nur wenige andere Aktionen statt: „Die Aktivitäten wurden anfangs total eingefroren, da niemand die Gefahren der Pandemie einschätzen konnte. Unnötige Risiken wollte man vermeiden. Ende Juli hat unsere Ausbildergruppe, als erste gemeinsame Aktion nach dieser langen Pause, ein Wochenende den Wachdienst am See in Freudenberg übernommen“, erklärte der Ausbilder.

Im August organisierte man dann ein Kinder-Ferienprogramm sowie eine „Spiel & Spaß-Aktion“ auf der eigenen Homepage, so Schmitt weiter. Damit brach der Kontakt zu den Mitgliedern nicht ganz ab.

Knapp ein halbes Jahr pausierte somit der Übungsbetrieb der DLRG im GTO-Schwimmbad. Kein Kind lernte in dieser Zeit schwimmen, die Schwimmer wurden nicht zu Rettungsschwimmern ausgebildet, was zwei Kernaufgaben der Ortsgruppe darstellt. „Bis unmittelbar vor der Pandemie stellte man montagabends die Badeaufsichten für das öffentliche Schwimmen im Bad. Das findet momentan noch nicht statt“, bedauert Schmitt. Das Training läuft aktuell unter strengen Hygienemaßnahmen ab, welche auf den Vorgaben des Ganztagsgymnasiums Osterburken beruhen.

Umkleiden wechselweise nutzen

Das hatte zur Folge, dass der Ablauf an einem Übungsabend zum Teil massiv umstrukturiert werden musste. „Das beginnt schon beim Schwimmbadeingang, der in die Tischtennishalle verlegt werden musste. Dort werden die Kinder und gegebenenfalls die Eltern, die das Gebäude betreten, erfasst. Damit die Abstände gewahrt werden und die Kinder der aufeinanderfolgenden Schwimmstunden keinen Kontakt miteinander haben, werden wechselweise je zwei der vier Umkleideräume der Sporthalle für das Schwimmtraining verwendet“, erläutert Schmitt die Regeln. Im Bad selbst müssen die Ausbilder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem schwimmen die Kinder nicht Bahn für Bahn, sondern in zwei Kreisverkehren, damit die Abstände eingehalten werden können, so der Schwimmlehrer weiter. Im Wasser dürfen sich gleichzeitig auch nur maximal 13 Personen befinden, weshalb die DLRG Osterburken aktuell vier Einheiten anbieten, an denen die Kinder teilnehmen können. Das sind pro Abend dann 52 Kinder und Jugendliche.

Verzicht auf Partnerübungen

Auch bei der Wahl der Übungen gilt es einiges zu beachten: „Durchführbar sind das Verfeinern der Schwimmtechniken, Streckenschwimmen, Konditionsübungen, Tief- und Streckentauchen und Sprünge vom Startblock. Das dafür benötigte Ausbildungsmaterial steht leider nur noch eingeschränkt, beispielsweise Tauchringe, zur Verfügung. Auf Partnerübungen verzichten wir komplett, da die Teilnehmer dabei aus dem gleichen Haushalt kommen müssten.“ Außerdem werden die Kabinen nach jeder Schwimmstunde desinfiziert, was zusätzlichen Aufwand darstellt.

Dennoch ist es enorm wichtig, wieder mit dem Üben zu beginnen, weiß Jürgen Schmitt: „Bereits die letzten Jahre vor dem Corona-Virus nahm die Zahl der Kinder, die nicht gut schwimmen können, in der Bundesrepublik zu. Nach Informationen der DLRG sind rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Gegen diesen Trend müssen von politischer Seite Maßnahmen ergriffen werden.“

Schmitt plädiert für mehr Schwimmunterricht in den Grundschulen und an den weiterführenden Schulen. „Damit das gewährleistet werden kann, muss dringend der Ausbau der Bäder-Infrastruktur anstelle von Bäderschließungen angegangen werden“, fordert er. Auch das Lehrgangsprogramm der DLRG auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wurde im Frühjahr eingestellt. „Seit Mitte des Sommers sind diese teilweise unter entsprechenden Bedingungen wieder angelaufen, so dass wir unsere Ausbildungsassistenten dorthin schicken können“, erläutert Schmitt die Weiterbildungssituation. Denn wenn niemand da ist, der den Kindern das Schwimmen beibringt, wird auch das zum Problem.

Die momentan steigenden Fallzahlen haben die Ausbilder im Blick, wollen das Training jedoch vorerst weiterführen, zumindest solang bis eventuelle Vorgaben den Abbruch des Betriebs vorschreiben.