Osterburken

Nachruf Karl Heß ist im Alter von 92 Jahren gestorben

Sprachrohr der Römerstadt

Osterburken.Die Römerstadt Osterburken hat eine große Persönlichkeit verloren: Karl Heß ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Der „Eisenbahner mit Leib und Seele“ hinterlässt eine Tochter, zwei Söhne, vier Enkel und vier Urenkel.

Antriebskraft der „Faschenacht“

Heß engagierte sich in vielen Vereinen und fand vor allem in der „Faschenacht“ seine große Leidenschaft. 1927 in Uiffingen im Main-Tauber-Kreis geboren, wurde er nach seinem Dienst bei der Kriegsmarine und der Gefangenschaft als junger Eisenbahner im Juni 1946 vom Bahnhof Boxberg nach Osterburken versetzt. Dort war er bis zur Pensionierung als Aufsichtsbeamter, Fahrdienstleiter und in verantwortlicher Position im Stellwerk tätig.

1947 heiratete er seine Helene, welche ebenfalls die Begeisterung für die „Faschenacht“ teilte. Viele Jahrzehnte war Heß Mitglied des Elferrats der Stadt Osterburken und war sich als Präsident und Elferratsvorsitzender auch nicht zu schade, Sitzungen zu leiten und Verantwortung zu übernehmen. Auch im Fanfarenzug war Heß stets präsent. Als Mitinitiator und Leiter prägte er maßgeblich das Narrenring-Turnier, welches seit vielen Jahren seinen Namen trägt. Die „Borkemer Faschenacht“ war stets mit dem Namen Karl Heß verbunden, der Akzente setzte und als treibende Kraft die Pflege und den Fortbestand des Brauchtums vorantrieb.

Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen anderen Vereinen, etwa bei der Chorgemeinschaft, Kolpingsfamilie, dem Sportverein, den Musikvereinen Osterburken und Schlierstadt sowie beim DRK-Kreisverband Buchen. Zudem war er maßgeblich beteiligt an der Wiederbelebung einer „Borkemer“ Tradition, dem Kilianimarkt.

Langjähriger Berichterstatter

Diese Kontakte aus dem Ehrenamt nutzte er auch als engagierter Berichterstatter. Als Frühaufsteher begann er manchmal schon um 5 Uhr morgens mit der journalistischen Arbeit, seinem Hobby. Über allerlei Ereignisse und Anlässe berichtete Heß, der vor allem nach seiner Pensionierung viel Zeit und Fleiß in die Zeitungsarbeit hineinsteckte. So informierte er die Leser mehrere Jahrzehnte aus dem Gemeinderat und schrieb Artikel unter anderem über Bürgermeisterwahlen, Bauprojekte, Feste und Jubiläen. Von 1988 bis 2014 berichtete „kh“ – so sein Autorenkürzel – für die Fränkischen Nachrichten über aktuelle Geschehnisse aus Osterburken und Umgebung.

Dann beendete er sein Hobby, um seine kranke Frau zu pflegen, die ihm die ganze Zeit über eine große Stütze war, bis sie zwei Jahre später starb. Sein ehrenamtlicher Einsatz wurde mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt. Zu seinem 65. Geburtstag erhielt er vom damaligen Bürgermeister der Römerstadt, Roland Burger, die Bürgermedaille. Zudem bekam er die baden-württembergische Landesehrennadel.

Der Elferrat ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten, der Narrenring Main-Neckar kürte ihn zum Ehrenmitglied. Und vom Bund Deutscher Karneval erhielt er dessen höchste Auszeichnung, den Verdienstorden in Gold mit Brillanten. ms