Osterburken

Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach Unterstützung und Begleitung am Lebensende / Welthospiztag am 10. Oktober / Deutscher Hospiztag am 14. Oktober

„Solidarität bis zuletzt“ für Kranke und Sterbende

Adelsheim/Osterburken.Der Welthospiztag findet am 10. Oktober und der Deutsche Hospiztag am 14. Oktober statt. Das Motto lautet dieses Jahr „Solidarität bis zuletzt“ und nimmt Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020.

Das Gericht hatte das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Förderung zur Selbsttötung für verfassungswidrig erklärt. Es stehe zu befürchten, dass Betroffene nun vermehrt die vermeintlich unkomplizierte Lösung suchen, so die Verantwortlichen der Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach.

Auf lange Sicht könne das Urteil zu einer Entsolidarisierung mit den Schwerstkranken und sterbenden Menschen in der Gesellschaft führen. Das Bundesverfassungsgericht selbst habe in seinem Urteil auf die drohenden Gefahren hingewiesen, etwa dass die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe zu einer gesellschaftlichen Normalisierung der Suizidhilfe führen und sich die assistierte Selbsttötung als normale Form der Lebensbeendigung insbesondere für alte sowie schwer kranke Menschen etablieren könnte.

Schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten, genau hinzuhören und einfühlend zu begleiten, dafür trete die Hospizgruppe mit der Außenstelle Ahorn-Boxberg seit vielen Jahren ein.

Der Verein möchte den Bürgern der Region die Arbeit der Hospizgruppe näher bringen und so das Bewusstsein für die hospizliche und palliative Versorgung stärken, auch im Hinblick auf die aktuellen Debatten zur Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid. Man wisse aus der täglichen Arbeit, dass ein Suizidwunsch Gründe habe, zum Beispiel die Angst vor Schmerzen und schweren Symptomen, vor Einsamkeit und Apparatemedizin, sowie die Befürchtung, auf Hilfe angewiesen zu sein und seinen Angehörigen zur Last zu fallen.

Ängste wahrnehmen

Die Aufgabe der Koordinatorin der Hospizgruppe, Beate Steinbrenner, und den qualifizierten Ehrenamtlichen des Vereins sei es, diese Ängste wahrzunehmen und Alternativen aufzuzeigen.

Es sei zu wenig bekannt, dass Hospizarbeit und Palliativversorgung umfassende Möglichkeiten zur Unterstützung eines würdevollen, weitgehend beschwerdefreien, durchaus selbstbestimmten und eher am „natürlichen Ablauf“ ausgerichteten Sterbens biete. „Leben in Würde bis zuletzt“– die Hospizarbeit betrachte Sterben als einen Teil des Lebens. Ziel sei es, den Menschen ein würdevolles Sterben an einem selbstbestimmten Ort, in einer Atmosphäre der persönlichen Achtung und Akzeptanz zu ermöglichen.

Aus dieser Idee heraus ist die Ökumenische Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach im Jahr 2004 gegründet worden. Die Hospizgruppe Ahorn-Boxberg kam 2014 dazu. Daraus entstand ein eigenständiger Verein, der den christlichen Wertvorstellungen unterliegt. Die Gruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, Schwerstkranke, alte Menschen, Sterbende und Trauernde zu begleiten – egal ob zu Hause, in Seniorenheimen, auf den Palliativ-Stationen oder in den Krankenhäusern. Das Angebot steht allen Menschen zur Verfügung, egal welcher Religion oder Weltanschauung.

Der Verein besteht zur Zeit aus 20 Frauen und Männern verschiedenen Alters, die nach ihrer Ausbildung zum Hospizbegleiter aktiv tätig sind und der Verschwiegenheitspflicht unterliegen. Der Dienst ist kostenlos. Vorsitzende sind Marianne Segieth und Ulrike Quoos. Das Amt der Koordinatorin begleitet Beate Steinbrenner. Die Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach gehört dem Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg an und unterstützt die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen.