Osterburken

Gemeinderat Osterburken Da ein Gremiumsmitglied befangen war, muss über ein Bauvorhaben noch einmal abgestimmt werden

Sechs Wohnhäuser sind geplant

Archivartikel

Osterburken.Um eine Bauvoranfrage und den Abriss eines Gebäudes mit Gewerbeeinheit ging es am Montag in der Gemeinderatssitzung in Osterburken.

Bauvoranfrage zugestimmt

Die Bauvoranfrage betraf das ehemalige landwirtschaftliche Areal Heck zwischen der Rosenberger Straße und Am Kirchberg, welches durch einen privaten Investor erworben wurde.

Dieser möchte nun klären, ob das bestehende Gebäude abgerissen und das Flurstück in sechs Baugrundstücke aufgeteilt werden kann. Für die Bebauung sieht er verschiedene Haustypen in Form von vier Einfamilienhäusern, einem Doppel- und einem Mehrfamilienhaus sowie den zugehörigen Garagen und Stellplätzen vor. Weitere grundlegende Festsetzungen sind eine zweigeschossige Bebauung und eine maximale Firsthöhe von zwölf Metern.

Das Bauvorhaben soll ohne Bebauungsplan ausgeführt werden, außerdem müssen sich die Gebäude nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der überbauten Grundstücksfläche in die Eigenart der Umgebung einfügen.

Nachdem Bauamtsleiter Matthias Steinmacher das Projekt vorgestellt hatte, wurden im Gremium einige Stimmen laut. Das Vorhaben höre sich noch sehr flexibel an. Man wolle nicht, dass sich die Anordnung oder die Art der Häuser als solche verändere. Nicht, dass aus einem Einfamilienhaus plötzlich doch ein Mehrfamilienhaus werde und sich das Volumen der Gebäude grundsätzlich verändere.

Bürgermeister Galm warf ein, dass der Investor zwar auf die Nachfrage der Interessenten reagieren könne, beispielsweise aus zwei kleinen Wohnungen eine größere machen dürfe, sollte sich die Art der Häuser jedoch grundsätzlich ändern, werde der Gemeinderat darüber in Kenntnis gesetzt. Damit erteilte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen zum Vorhaben, jedoch nur auf Grundlage des vorliegenden Lageplans, in welchem die Gebäude eingezeichnet sind.

Ehemaliges Gebäude Rauch

Des weiteren diskutierte das Gremium über den Abriss und den Neubau eines Einfamilienhauses in der Friedrichstraße, in welchem früher das Geschäft Rauch Zuhause war. Das Gebäude wurde durch einen privaten Investor gekauft, welcher das bestehende Gebäude mit Gewerbeeinheiten abreißen und durch einen Neubau mit zwölf Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten ersetzt werden (die FN berichteten).

Im Rahmen der Prüfung durch das Baurechtsamt des Neckar-Odenwald-Kreises wurde eine erweiterte Angrenzerbenachrichtigung gefordert, wodurch eine zuvor nicht erkennbare Befangenheit eines Mitglieds des Gemeinderates festgestellt wurde. Der damals gefasste Beschluss ist daher rechtlich anfechtbar, weshalb erneut über den Bauantrag entschieden werden muss. Auch dieses Bauvorhaben soll ohne Bebauungsplan ausgeführt werden und soll sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der überbauten Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen.

Nachdem bereits beim letzten mal die fehlenden Parkplätze und die Mülltonnensituation Themen beim Bau des neuen Gebäudes waren, wurden diese Problem in der Sitzung am Montag wieder angesprochen.

Bauamtsleiter Matthias Steinmacher schlug Müllgemeinschaften unter den Mietern als Lösung für zu viele Mülltonnen auf der Straße vor, womit das Thema erstmal ruhte.

Wegen der neun fehlenden Parkplätze will der Investor eine Ablöse an die Stadt zahlen, wodurch ihm gestattet wird, das Bauvorhaben auch ohne die erforderlichen Stellplätze zu realisieren. Damit die Bewohner trotzdem Parkmöglichkeiten haben, könnten Stellflächen, die Eigentum der Stadt sind, an die Mieter vermietet werden.

Der Investor möchte das Haus außerdem direkt an die Grundstücksfläche setzen, so dass das Schrammbord, welches den Bürgern momentan noch als eine Art „Gehweg“ dient, wegfällt. Ein paar Mitglieder des Gemeinderates machten deutlich, dass sie es nicht gut fänden, wenn man direkt auf der Straße stehe, sobald man aus dem Geschäft austrete. Darauf solle man den Bauherrn aufmerksam machen. Bürgermeister Galm fügte an, dass auch die Möglichkeit bestünde, einen Pflanztopf zur Verkehrsberuhigung aufzustellen, um so die Gefahr für die Bürger zu verringern. Nachdem man sich darauf geeinigt hatte, diese Hinweise in den Beschluss mit aufzunehmen, stimmte der Gemeinderat geschlossen für das Vorhaben. nb