Osterburken

Sozialverband VdK Mitgliederversammlung im Römermuseum veranstaltet / Irmtraud Wörner für 40 Jahre VdK-Zugehörigkeit ausgezeichnet

Patientenverfügung so früh wie möglich

Osterburken.Die Mitgliederversammlung des Sozialverbandes VdK Osterburken, welche vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Krise abgehalten wurde, fand im Marc-Aurel-Saal des Römermuseums statt. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Dr. Albrecht Rottmann aus Wertheim, der über die Themen Patienten- und Betreuungsverfügung sowie Vorsorgevollmacht referierte.

Vorsitzender Werner Sabelhaus begrüßte die Besucher und hieß den Internisten und Palliativmediziner Rottmann willkommen, der anschließend in seinem Vortrag an das als Grundlage und Ausgangspunkt der Patientenverfügung anzusehende Selbstbestimmungsrecht erinnerte. „Der Mensch hat dabei Anspruch auf seinen eigenen Körper, aber keinen Anspruch auf aktive Handlungen anderer.“

Der Mensch bestimmt selbst

Dabei bezog er sich auf die Sterbehilfe, die den Einsatz eines Arztes bedingt, aber in Deutschland verboten ist. Das Selbstbestimmungsrecht könne sich auch auf eine Zeitspanne beziehen, in der ein Mensch nicht mehr zu eigenen Entscheidungen fähig sei oder diese nicht mehr klar artikulieren könne.

So sei eine Patientenverfügung „so früh wie möglich“ und nicht erst in der Krankheitsphase abzugeben, sagte der erfahrene Mediziner, der auch betonte, dass „alle Eingriffe die Einwilligung des Patienten voraussetzen“. Diese Zustimmung müsse sich auch auf konkrete Situationen beziehen und ärztliche Aufklärungen bedingen.

Vorteilhaft sei die Patientenverfügung, weil jeder das Recht auf Selbstbestimmung wahrnehme und dem Arzt eine Richtschnur für gewünschte, einzuleitende Maßnahmen erteile. Damit werden im Ernstfall letztlich auch die Angehörigen entlastet. Man solle jedoch Gewünschtes als auch Abgelehntes festhalten, den Bevollmächtigten und den Hausarzt einweihen, aber sich auch im Klaren sein, dass die Patientenverfügung jederzeit widerrufen und immer wieder aktualisiert werden kann.

Recht auf Behandlung

Wer eine solche ständig überprüfe, mache keinen Fehler, sagte der Mediziner und wies darauf hin, dass alle Menschen das Recht auf eine Behandlung bis zum letzten Atemzug haben. Der Wille des Patienten sei für den Anfang und auch das Ende einer Behandlung bindend.

Zudem gelte stets der Grundsatz „im Zweifel für das Leben“. Angesprochen wurden von Rottmann auch wichtige Themen wie Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Die Vorsorgevollmacht verfügt, dass bei eigener Entscheidungsfähigkeit eine Person des Vertrauens als Bevollmächtigter für Behandlungsentscheidungen eingesetzt wird.

Die Betreuungsverfügung tritt ein, wenn die Bestellung einer Vormundschaft zur Debatte steht, so der Referent. Wer keine Person seines Vertrauens als Betreuer im Falle eines Falles benenne, erhalte einen gerichtlich zugewiesenen Betreuer.

Sehr detailliert erklärte Rottmann dann ein Musterformular, in dem konkrete Situationen wie gewollte und abgelehnte ärztliche und pflegerische Maßnahmen niederzuschreiben sind.

Die Inhalte müssen mit dem behandelnden Arzt oder einem Notar besprochen werden. Sind die Unterlagen fertig aufgesetzt, solle man beachten, dass diese so zu deponieren sind, dass die Angehörigen sie auch finden.

Rottmann riet abschließend auch dazu, eine Kopie beim Arzt oder Notar zu hinterlegen.

Langjährige Mitglieder geehrt

Am Ende ehrte der Vorsitzende im Café des Römermuseums zahlreiche langjährige Mitglieder für ihre treue Zugehörigkeit. Zuvor ging Sabelhaus auf die geplanten Termine in diesem Jahr ein und erwähnte den geplanten Ausflug nach Bad Mergentheim.

Bürgermeister Jürgen Galm und der stellvertretende Vorsitzende Georg Godowitsch übergaben das silberne Treueabzeichen für ihre zehnjährige Mitgliedschaft an Elke Albrecht, Brigitte Blischke, Günter Blischke, Reinhold Fallmann, Veronika Fuchs, Friedrich Funk, Thomas Hemberger, Silvia Herbinger-Moghaddam, Stefan Kasunic, Heike Kasunic-Deptner, Gernot Matt und Sonja Rüdinger-Matt.

Mit dem goldenen Treueabzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Werner Sabelhaus und Rosemarie Sawatzki geehrt. Irmtraud Wörner erhielt das goldene Treueabzeichen für 40-jährige Mitgliedschaft. Allen Geehrten wurden zudem eine Ehrenurkunde und ein Präsent des Vereins überreicht. Mit einem gemütlichen Beisammensein endete die Versammlung. F