Osterburken

Gemeinderat Osterburken Keine Zustimmung für Terrassenhäuser mit insgesamt 17 Wohneinheiten / Kritik an der Größe des Projektes

Neue Pläne und alte Einwendungen

Archivartikel

Terrassenhäuser ja, aber nicht in dieser Höhe: Der Gemeinderat Osterburken stimmte gegen die Pläne, in der Galgensteige einen mehrgeschossigen Wohnkomplex zu bauen.

Osterburken. Keine Zustimmung im Osterburkener Gemeinderat erhielt das Vorhaben, in der Galgensteige einen Neubau mit Terrassenhäusern mit insgesamt 17 Wohneinheiten zu errichten. Nach den Diskussionen am Montagabend stimmten nur zwei Gremiumsmitglieder dafür, drei enthielten sich und zehn lehnten das Projekt in der derzeitigen Größe ab. Der 42 Meter breite und 52 Meter hohe Neubau sollte nach dem Entwurf des Architekturbüros in den Hang hineingebaut werden, mit einem Aufzug und offenen Garagen auf dem Grundstück. Die Wohnungen sollten in Richtung Süden ausgerichtet werden.

„Großer Einschnitt“

Doch aus dem Vorhaben wurde nichts, da sich die meisten der Gemeinderäte an der Größe des Gebäudes störten. So meinte Thomas Zemmel: „Das Projekt hat bei jeder Vorstellung größere Maße angenommen und würde einen großen Einschnitt in das Stadtbild bedeuten. Ob der Bau in dieser Größe an dieser Stelle gut ist, halte ich für fraglich.“

Andreas Heck und Dr. Xaver Nafz monierten ebenfalls, dass sich erneut etwas in der Planung geändert habe. „Damals hieß es, die obersten Häuser schließen mit dem Hang ab, jetzt sind sie freistehend. Auf einmal ist das Gebäude noch höher geworden, und wir haben schon bei den vorherigen Sitzungen angemahnt, es niedriger zu gestalten. Wir sollten hier keinen Präzedenzfall schaffen“, sagte Navz. Und Heck betonte: „Schade, dass wir diese Animation erst jetzt bekommen, aber ehrlich gesagt geht mir die Planung gegen den Strich. Uns wurde gesagt, die Häuser werden die Dächer der angrenzenden Gebäude nicht übersteigen, das sieht auf diesem neuen Bild aber anders aus.“ Gemeinderat Werner Geiger brachte einen Bebauungsplan als Mittelweg ins Spiel und forderte: „Wir brauchen eine Bebauung mit Maß und Sinn. Das hier ist kein normales Wohnhaus“.

Bürgermeister Jürgen Galm und auch andere Gemeinderäte zeigten sich überrascht von der Kritik an dem Vorhaben. „Da muss ich den Planer auch etwas in Schutz nehmen, davor haben wir diese ablehnenden Signale nicht ausgesendet. Und gegenüber den ersten Planungen reden wir nur von einem Stockwerk mehr, es hat sich kaum etwas geändert“, meinte er. Die Erhöhung sei notwendig, weil sonst die obersten Wohnungen keine Haustür ins Freie bekämen. Um dies zu bewältigen, wurde die Garage nicht wie ursprünglich angedacht ebenerdig, sondern ein Stockwerk höher geplant. „Warum kommen jetzt erst die Einwendungen? Wir sprechen doch schon so lange darüber“, merkte Veronika Köpfle an. Michael Pohl wunderte sich „über das Engagement und die Vehemenz in der Diskussion“. Die habe er vorher nicht erkennen können. Der Wohnraum werde dringend benötigt, aber: „Ich kann die Argumente schon verstehen, das Gebäude ist einfach zu groß.“ Andreas Heck wollte diese Worte nicht so stehenlassen und entgegnete: „Ich habe mich von Anfang an klipp und klar gegen die Größe ausgesprochen. Ein zusätzliches Stockwerk mehr ist schon etwas anderes, das ist keine Kleinigkeit.“

Im Zwiespalt befand sich der scheidende Gemeinderat Benjamin Köpfle. „Wir brauchen und wollen Wohnraum, vor allem barrierefreien. Die Wohnungen, die hier entstehen sollen, werden sich aber nur wenige leisten können. Und die Einwände wurden vom Bauträger einfach nicht ernst genug behandelt“, meinte er.

Werner Geiger versuchte, etwas Ruhe in die Diskussion zu bekommen, und stimmte Galm in teilen zu. „Vielleicht hätten wir früher einen Bebauungsplan aufstellen sollen und deutlicher machen müssen, was uns stört.“ Wie es nun weitergeht mit dem Gelände in der Galgensteige, ist unklar. Die Gemeinderäte betonten, dass sie dennoch eine Bebauung wünschen – nur in einem anderen Ausmaß.