Osterburken

GTO Osterburken 62 „Abinauten“ wurden in der Baulandhalle feierlich verabschiedet / Gute Wünsche für den Aufbruch zu neuen Horizonten

„Ihr Raketenstart ins Leben ist gut vorbereitet worden“

Osterburken.Zu einer Corona-bedingt etwas anderen Abiturfeier begrüßte die Schulleiterin des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO), Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel, die 62 Abiturienten sowie alle Gäste. Außerdem dankte sie der Stadt Osterburken für die Möglichkeit der Ausrichtung der Veranstaltung in der Baulandhalle.

Sterne greifbar machen

In ihrer Ansprache ging sie auf die Bedeutung des Abiturmottos „Abinauten“ ein. Der deutliche Bezug zum Begriff Astronaut sei gut gewählt, repräsentiere dieser doch schon seit der Antike den Wunsch des Menschen, neugierig Neues zu entdecken und sich den Himmel und die Sterne greifbar zu machen. Durch die technische Entwicklung sei dieser Wunsch möglich geworden. Sie verwies auf Neil Armstrong sowie auf filmische Adaptionen wie „Star Trek“ und „Krieg der Sterne“.

Die Eltern haben ihre „Abinauten“ stets begleitet und dabei geformt. Manche Sternstunden standen nicht immer heiteren Situationen gegenüber. Sie haben ihre Kinder ermutigt, ermahnt und getröstet, doch nun müssen sich die Abinauten selbst helfen können. Und sie werden es können.

An die Schüler gewandt, rief sie diese zum mutigen Aufbruch zu neuen Horizonten auf. Auch wenn der Lockdown bremsend wirkte, ihr heutiger Raketenstart ins Leben sei gut vorbereitet worden, so Regina Krudewig-Bartel, die ihren Ausführungen mit einem „Ready for take off vom Cape Osterburken?“ Nachdruck verlieh.

Ihren Dank richtete Krudewig-Bartel an die Lehrer, die Fachwissen und Technik weitergegeben und unzählige Prüfungen durchgeführt haben. Stets sei langes Training nötig, um die Sterne richtig zu deuten und Orientierung zu geben. Doch haben die Lehrer ihre „Abinauten“ gerade während des Lockdowns auf Kurs gehalten, so Krudewig-Bartel.

Der Blick in die Zukunft sei zum Teil klar, zum Teil sei alles im (Sternen)-Nebel mit ungeahnten Überraschungen. „Möge die Macht, das Richtige zu entscheiden und zu tun, mit Ihnen sein!“, schloss Krudewig-Bartel unter lang anhaltendem Beifall.

Mit ihrem schwungvollen „Fly me to the moon“ von Bart Howard sorgten Bassit Agbére, Björn Liebl und Patrick Penndorf klangstark für eine besondere Atmosphäre, die mit prasselndem Beifall quittiert werde.

Wertvolle Zeitzeugen für die Enkel

Als Vertreter des Landrats überbrachte der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih die Gratulation des Neckar-Odenwald-Kreises. Wenn auch die zurückliegende Zeit bei den Lehrern kleinere Spuren hinterlassen haben, hätten sich die Schüler gut behauptet.

Das Abitur und das Leben unter Corona habe sie weitergebracht. Das Abitur, das in die Geschichte eingehen werde, habe ihr Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gerechtfertigt. „Für Ihre Enkelkinder werden Sie wertvolle Zeitzeugen sein“, so Kleih verschmitzt. Corona habe auch sein Gutes. Für Redner seien schlechte Zeiten angebrochen, seien sie doch vom Störfaktor zur realen Gefahrenquelle geworden. Die Bildung aber sei in dieser Zeit noch wertvoller geworden. So habe in dieser neuen Lage wissenschaftliche Expertise Leben gerettet. Streit und Diskussion seien eine Funktion der Wissenschaft und kein Funktionsmangel. Wissenschaft könne nur so funktionieren.

Zeugnisse und Preise

Zugleich zeige sich der Bedarf an Breitenbildung. Zweifel wüchsen schnell, Erkenntnisse dagegen nur langsam. Es dauere daher lange, Sicherheit zu geben. Die Bildung sei Voraussetzung für diese Sicherheit, sich dabei aber ihrer Grenzen stets bewusst. Den Abiturienten wünschte er zum Abschluss, dass sie den Faktoren Bildung, Sicherheit, Vertrauen und Liebe im Leben den richtigen Stellenwert einzuräumen.

Im Anschluss erhielten die 62 Abiturienten durch Regina Krudewig-Bartel, ihren Stellvertreter Uwe Rossa und in Anwesenheit ihrer Tutoren ihre Abiturzeugnisse und die Preise für besondere Leistungen und besonderes Engagement.

Bassit Agbére erhielt für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch den Scheffelpreis der Literarischen Gesellschaft, für besonders gute Leistungen im Fach Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft einen Preis und eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft, für herausragende Leistungen im Fach Gemeinschaftskunde einen Preis der Landeszentrale für politische Bildung, für hervorragende Leistungen in den Fächern Musik und Englisch jeweils einen Fachpreis und für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis. Außerdem erhält er für seine langjährige Mitwirkung in der Big Band und für sein großes Engagement in der Schülermitverantwortung eine Anerkennung.

Jannic Binder bekam für hervorragende Leistungen im Fach Latein den Preis „Humanismus heute“, für sehr gute Leistungen im Fach Wirtschaft den Schulpreis Ökonomie von der Südwestmetall und für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis.

Alina Czasch erhielt für hervorragende Leistungen im Fach Latein den Preis „Humanismus heute“.

Marc Fischer bekam für hervorragende Leistungen im Fach Chemie den Preis des Verbandes deutscher Chemiker und für besonders gute Leistungen im Fach Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft.

Joel Heidl erhielt für hervorragende Leistungen im Fach Mathematik einen Preis der Volksbank Kirnau und den Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung sowie für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis.

Luisa Jetter bekam für hervorragende Leistungen im Fach Latein den Preis „Humanismus heute“ und für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis.

Antonia Knoblach erhielt den Preis der „Vereinigung der Freunde und Förderer des GTO“ für das beste Abitur mit einem Durchschnitt von 1,0 und 842 Punkten. Außerdem bekam sie für hervorragende Leistungen im Fach Religion den Herman-Maas-Preis, für sehr gute Leistungen im Fach Spanisch einen Fachpreis und für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis.

Paul Kienberger erhielt für hervorragende Leistungen im Fach Latein den Preis „Humanismus heute“. Luca Rüdenauer bekam für besonders gute Leistungen im Fach Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft.

Hanna Schmid erhielt einen Preis der Sparkasse Neckartal-Odenwald für ihr soziales Engagement in verschiedenen Bereichen und eine schulische Anerkennung für ihr sehr großes Engagement in der Schülermitverantwortung als Schülersprecherin.

Isabell Wölfl erhielt für hervorragende Leistungen im Fach Biologie einen Fachpreis und für sehr gute Leistungen in allen Fächern einen Klassenpreis.

Einen Klassenpreis erhielt, wer einen Abiturdurchschnitt von 1,5 oder besser hat, einen Fachpreis erhält, wer in allen Halbjahren und in der Abiturprüfung mindestens 13 Punkte erreicht hat.

Davina Gramlich, Björn Liebl, Hannah Nonnenmacher, Lukas Schupp, Andrea Stahl und Theresa Zürn erhielten für ihre langjährige Mitwirkung in verschiedenen Ensembles, Arbeitsgemeinschaften bzw. in der Schülermitverantwortung eine Anerkennung.

In seiner süffisanten Rede grenzte Scheffelpreisträger Bassit Agbére eloquent Faulheit und Effizienz voneinander ab und gab einen essayistisch geschliffenen Umriss des Schulalltags.

Es folgte das Männerballett unter der Leitung von Hannah Nonnenmacher und Sophie Rossa. Die Dankesworte der Schüler gingen an alle am Schulleben beteiligten Menschen und dazu an die Vorbereitungskomitees. „Wir können froh sein, am GTO zu sein“, so ihr einmütiges Fazit.

Gut gelöste Situation

Dankesworte von Regina Krudewig-Bartel schlossen nach zweieinhalb Stunden eine der Situation geschuldete, aber Dank des Hausmeisterteams und dem Wirken aller Beteiligten hervorragend gelöste Situation. Erwähnt wurden insbesondere auch Fabian Ebele und Lars Rüdinger für ihre alljährliche Betreuung der Technik weit über die Schulzeit am GTO hinaus.

Für die musikalische Umrahmung sorgten eingespielte Beiträge der GTO-Jazz Combo unter der Leitung von Patrick Penndorf, dem ebenso der Dank der Schulleitung galt. „Strassbourg-St. Denis“ von Roy Hargrove und „Moanin’“ von Bobby Hargrove, arrangiert von Mark Taylor, schufen eine besondere Atmosphäre und rundeten diesen ungewöhnlichen, aber nichtsdestotrotz sehr gelungenen Abend ab. cg