Osterburken

Netze BW Einzelne Strommasten werden erneuert / Adelsheim, Osterburken und Ravenstein betroffen

Freileitungsanlagen für künftige Anforderungen rüsten

Neckar-Odenwald-Kreis.Um dezentral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien auch in Zukunft problemlos in das Hochspannungsnetz aufnehmen zu können, will die Netze BW einige ihrer 110-kV-Freileitungsanlagen nördlich von Heilbronn mit verschiedenen Maßnahmen für die künftigen Anforderungen umrüsten.

Antrag eingereicht

Das Projekt „110-kV-Netzverstärkung Heilbronn-Ingelfingen“ geht in die nächste Phase. Für einen weiteren Abschnitt des Vorhabens hat Netze BW jetzt die Antragsunterlage zum Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht.

Das Unternehmen betreibt unter anderem das 110-kV-Verteilnetz in den Kreisen Heilbronn, Hohenlohe und Neckar-Odenwald. Dazu gehören die vier Freileitungsanlagen Heilbronn-Untereisesheim, Kochendorf-Möckmühl , Möckmühl-Osterburken und Osterburken-Ingelfingen . In der Region ist mit einem weiteren Zubau von „Erneuerbaren-Energie-Anlagen“ zu rechnen und dadurch mit einer erhöhten Einspeiseleistung.

Da die Übertragungskapazität einiger Stromkreise nicht mehr ausreichend ist, um die eingespeiste Energie sicher abzutransportieren, plant die Netze BW die bestehenden Leitungsanlagen zu verstärken. Damit kann die Region auch in Zukunft sicher und zuverlässig mit Strom versorgt werden.

Das Projekt gliedert sich in zwei Vorhaben, wobei das erste noch mal in zwei Abschnitte unterteilt ist, da die Gebiete zweier Regierungsbezirke betroffen sind. Deshalb müssen für die beiden Abschnitte zwei separate Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.

Leitungsanlagen verstärken

In dem jetzt angestoßenen Verfahren geht es um den zweiten Leitungsabschnitt des ersten Vorhabens, welcher durch die Städte Adelsheim, Ravenstein und Osterburken verläuft. Hier plant die Netze BW die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen zwischen den Umspannwerken (UW) Möckmühl und Osterburken sowie zwischen den UW Osterburken und Ingelfingen zu verstärken. Zu diesem Zweck soll ein zweiter 110-kV-Stromkreis auf den bestehenden Masten aufgelegt werden. Darüber hinaus ist in diesem Bereich auch die Erneuerung der nachrichtentechnischen Verbindung geplant.

Änderungen an den Masten sind grundsätzlich nicht erforderlich. Lediglich einzelne Masten sollen im Rahmen des Projektes saniert werden.

Die Maßnahmen werden auf Grundlage des bewährten NOVA-Prinzips (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) geplant. Durch die Erweiterung der Bestandsleitung auf zwei Stromkreise kann somit ein Neubau von zusätzlichen Freileitungen vermieden werden.

Auswirkungen auf die Umwelt

Der Netze BW ist es wichtig, die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt auf ein Minimum zu begrenzen. Der Planfeststellungsantrag enthält daher detaillierte umweltfachliche Untersuchungen und Maßnahmen zur Vermeidung von Eingriffen.

So ist beispielsweise vorgesehen, besonders sensible Bereiche als Zufahrtswege oder Arbeitsflächen während des Baus auszusparen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe prüft die Antragsunterlage nun auf ihre Vollständigkeit und leitet anschließend das Planfeststellungsverfahren ein.

Dazu wird die Antragsunterlage veröffentlicht und allen Betroffenen die Möglichkeit geboten, zusätzlich zu den Planungshinweisen, die die Netze BW im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeholt und berücksichtigt hat, förmliche Einwendungen gegen den Plan zu erheben.

Der erste Abschnitt des ersten Vorhabens durchläuft den Regierungsbezirk Stuttgart. Die Antragsunterlage dazu, welche die Netze BW im vergangenen Jahr beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht hatte, befinden sich derzeit in Prüfung.