Osterburken

Projekt „Bürgerpark“ ist abgeschlossen Alfred Beetz übergab die „Leader“-Plakette an Bürgermeister Jürgen Galm / Gesamtkosten von rund 270 000 Euro

Ein Schmuckstück für die Stadt Osterburken

Archivartikel

Gerne hätte Jürgen Galm zum Abschluss der umfangreichen Maßnahmen im „Bürgerpark“ ein Einweihungsfest mit den Bürgern gefeiert. Das musste nun ausfallen, soll aber nachgeholt werden.< Leadsatz >

Osterburken.Die Übergabe der „Leader-Plakette“ an Bürgermeister Jürgen Galm durch den Vorsitzenden der „Leader“-Aktionsgruppe Badisch-Franken, Alfred Beetz, bildete formell den Abschluss des Projekts „Bürgerpark“. Dabei waren Bauamtsleiter Matthias Steinmacher und die mit der Planung beauftragte Mitarbeiterin, Katharina Funk. Die „kleine Runde“ sei ausschließlich den aktuellen Umständen der Corona-Pandemie geschuldet, bedauerte Galm.

Dann ging er auf die Entwicklung dieser mit „Leader“-Mitteln geförderten städtebaulichen Maßnahme ein. Demnach liegen die ersten Ansätze zur Umgestaltung des innerstädtischen Friedhofsareals schon einige Jahre zurück. Der Grundsatzbeschluss zum Umbau wurde vom Gemeinderat am 8. Dezember 2015 gefasst. Die letzten Gräber seien im September 2016 geräumt worden. „Auch wenn die Ruhezeiten schon länger abgelaufen waren, stand bei der Umgestaltung ein sensibler Umgang mit der ehemaligen Friedhofsfläche stets an vorderer Stelle“, so Galm. So sei schon zu Beginn der Überlegungen ein Arbeitskreis mit Bürgern gegründet worden.

Viele Akteure brachten Ideen ein

Im weiteren Verlauf seien der Obst- und Gartenbauverein, die Schule am Limes und der Imkerverein eingebunden worden. „Sie alle brachten ihre Ideen mit ein und unterstützen die Pflege von Teilen der Anlage“, freute sich Galm. So sei die Ausgangsplanung des Projektes um weitere Bereiche wie einen Kräutergarten, Gemüse sowie weiteren Nutzpflanzen und um eine Streuobstwiese erweitert worden. Im September 2018 habe der Gemeinderat beschlossen, die Ausführung nach der vorliegenden Planung mit Gesamtkosten von rund 270 000 Euro anzugehen und eine „Leader“-Förderung zu beantragen. Schließlich seien 114 840 Euro gewährt worden. „Mit der Förderzusage, ohne die das bedeutende Projekt nicht finanzierbar gewesen wäre“, so Galm, „war dann der Weg für die Umsetzung geebnet“. Die Firma Schweikert aus Oberkessach begann im Juni 2019 mit dem Wegebau. Im Anschluss daran führte die Firma Müller, ebenfalls aus Oberkessach, die Garten- und Landschaftsbauarbeiten aus.

Bedingt durch unbeständiges Wetter im Spätjahr 2019 und dann durch den Ausbruch der Corona-Pandemie hätten sich die Arbeiten verzögert. Aufgrund der großen Trockenheit Mitte des Jahres sei auch die Einsaat der Grünflächen nicht mehr möglich gewesen. Diese sei erst jetzt im Herbst erfolgt. Damit sei das Projekt „Bürgerpark“ bautechnisch abgeschlossen worden. Wie Galm weiter ausführte, zeige sich mit der Fertigstellung, dass es eine gute Entscheidung war, die so zentral in der Nähe der Stadtmitte, der Schule, von Kindergärten und einem Seniorenwohnheim gelegene Fläche von rund 5500 Quadratmeter in dieser Form umzugestalten. Gerade der westliche Teil des Bürgerparks mit den wichtigsten Denkmälern, der Kreuzigungsgruppe, den Grabsteinen für die KZ-Häftlinge und die gefallenen Soldaten sowie dem „Freiburger Münsterturm“ habe im Erscheinungsbild erheblich gewonnen und bilde gewissermaßen den Erinnerungsbereich ab. Oberhalb des Obstbaumbereiches quere ein behindertengerechter Gehweg mit Sitzgelegenheiten die Parkanlage bis zum Nebeneingang. Zudem befinde sich dort eine Freianlage mit Bäumen, Wiesen- und Rasenflächen, Blumenbeeten und Gehwegen.

„Wunderbar gelungene Anlage“

Der Vorsitzende der „Leader“-Aktionsgruppe Badisch-Franken, Alfred Beetz, war freudig überrascht angesichts der entstandenen, „wunderbar gelungenen Anlage“. Den neuen „Bürgerpark“ bezeichnete er als ein sehr gutes „Leader“-Projekt, das alle Merkmale erfüllt, die man brauche, um die Dörfer lebendig zu halten. Die Förderung – 60 Prozent der förderfähigen Kosten – habe sich gelohnt. Beetz lobte auch die Arbeit der planenden Mitarbeiterin des Bauamtes, Katharina Funk.

Nun sei man aber am Ende des regulären Förderprogramms angekommen. Jetzt beginne eine neue Förderperiode, in der wieder erhebliche Mittel in einer ein- oder zweijährigen Übergangsphase zur Verfügung gestellt werden. Danach laufe die normale Förderung von 2023 bis 2027 weiter. Fördermittel für Projekte von bis zu 20 000 Euro stünden noch kurzfristig zur Verfügung.

Bisher habe man rund sechs Millionen Euro an Fördermitteln in die Region vergeben können. Beetz überreichte die Förderplakette der EU an Bürgermeister Galm mit der Bitte, diese sichtbar am Eingangsbereich anzubringen. In einem gemeinsamen Rundgang wurde die Anlage besichtigt und als Schmuckstück für Osterburken bezeichnet.