Osterburken

Aus der Gemeinderatssitzung Beständigkeit ist für Schüler und Sozialarbeiter wichtig

Anne-Rosalie Horvath bleibt Sozialarbeiterin

Osterburken.Die Schulsozialarbeiter Anne-Rosalie Horvath von der Realschule Osterburken und Matthias Steinbach, der an der Schule am Limes arbeitet, stellten in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag den Aufgabenbereich ihrer Arbeit an den Schulen vor – und dieser ist breiter als gedacht.

Fünf Leistungsbereiche

Während es in der Jugendarbeit um eine allgemeine Förderung junger Menschen geht, ist es das Ziel der Jugendsozialarbeit, jungen Menschen sozialpädagogische Hilfen anzubieten, die dem Ausgleich sozialer Benachteiligung oder der Überwindung individueller Beeinträchtigungen dienen. Insgesamt könne man die Aufgaben in fünf Leistungsbereiche unterteilen, erklärten die beiden. Zum einen gebe es die Einzelfallhilfe, bei der den Schülern unter anderem bei Problemen im familiären Umfeld geholfen wird.

Sei es der Tod der Oma oder die Scheidung der Eltern, über alles können die Jugendlichen mit den Sozialarbeitern sprechen.

Dazu kommen Probleme in der Schule, beispielsweise schlechte Noten oder Mobbing, die medienpädagogischen Ansätze, unter die die Hilfe z.B. bei Spielsucht fallen sowie die psychische Überlastung der Schüler, aus der dann auch selbstverletzendes Verhalten oder Borderline entstehen kann.

Unter den Bereich Soziales Lernen in Gruppen und Klassen fallen verschiedene Angebote, die die Schulsozialarbeiter bereitstellen. So beispielsweise Team- und Kennenlernspiele, aber auch Sozialtraining oder Mobbingintervention. Ein weiterer Bereich sind offene Angebote wie die Jugendhilfe.

Diese bietet ein Sommerferienprogramm für Kinder an. Dabei kochen die Kinder zusammen Mittag oder machen Ausflüge.

Schulische Vernetzung

Zuletzt sind Schulsozialarbeiter auch für die innerschulische und außerschulische Vernetzung zuständig. Darunter fällt die Kommunikation mit Lehrkräften und der Schulleitung, die Veranstaltung von Elternabenden oder Klassenkonferenzen. Aber auch die Kommunikation mit verschiedenen Behörden wie dem Jugendamt oder Beratungsstellen dürfe nicht zu kurz kommen.

Denn selbst, wenn die Sozialarbeiter der Schweigepflicht unterliegen, melden sie Vorfälle, die ihnen Sorgen bereiten.

Beide betonten, dass es wichtig sei, die Schüler über einen längeren Zeitraum zu betreuen, um deren Vertrauen zu gewinnen und besser helfen zu können.

Aufgabenbereich vorgestellt

Anne-Rosalie Horvath erläuterte außerdem kurz ihren Aufgabenbereich als Jugendsozialarbeiterin. Dabei ist sie seit dem Schuljahr 2019/20 für das Jugendhaus „Future“ zuständig. Dort habe sie zuerst einen Bedarfsplan aufgestellt, anhand welchem sie die Wünsche der Jugendlichen ermittelte.

So soll ein Raum geschaffen werden, welchen die Jugendlichen mit eigenen Ideen und Anliegen füllen können. Horvath ist dann als Ansprechpartnerin vor Ort. Am Wochenende wird das „Future“ von den Jugendlichen selbst verwaltet.

Im Anschluss an die Präsentation beschloss das Gremium, Horvath für weitere zwei Jahre als Jugendsozialarbeiterin, befristet bis zum 31. Dezember 2022, zu beschäftigen.

Sie wurde mit dieser Aufgabe 2019 betraut, als der Gemeinderat beschloss, eine Sozialarbeiterin zu 20 Prozent als Jugendbetreuerin zu beschäftigen.

Dazu schloss man eine schriftliche Vereinbarung mit dem Caritasverband Neckar-Odenwald, als Horvaths Arbeitgeber.

Die Stelle war auf ein Jahr befristet und wäre somit Ende des Monats ausgelaufen.

„Future“ wiedereröffnet

Da mit der Wiedereröffnung des Jugendzentrums „Future“ im vergangenen Jahr jedoch viele Aufgaben auf Horvath zukamen, und es nach Ansicht der Verwaltung noch einige Arbeit benötigt, um dort ein verlässliches und einladendes Freizeitangebot anbieten zu können, soll Horvath weiterhin als Jugendsozialarbeiterin beschäftigt werden.

Diese 20-prozentige-Stelle wird vom Landkreis mit 4200 Euro pro Jahr, was 50 Prozent der Kosten enspricht, gefördert. Der entsprechende Bescheid gilt bis zum 31. Dezember 2022. nb