Niederstetten

Busreisesparte Niederstettener Unternehmen bangt um die Zukunft

Zum Protest nach Berlin

Archivartikel

Niederstetten/Berlin.In dieser Woche protestierten Busunternehmer aus ganz Deutschland erneut mit rund 1000 Reisebussen im Berliner Regierungsviertel. Der Sternfahrt zum Brandenburger Tor schloss sich auch die Familie Ziegler aus Niederstetten an.

Reiner Ziegler, Busunternehmer in zweiter Generation, bangt nach monatelangen Beschränkungen um die Existenz seiner Busreisesparte. Mit im Gepäck hatte er politische Forderungen, die er persönlich an seinen Wahlkreisabgeordneten, Alois Gerig, übergab.

Existenzielle Krise

Seit Mitte März sehen sich Reisebusunternehmen aufgrund der Corona-Beschränkungen gezwungen ihre Busse auf den Höfen stehen zu lassen. Ein Umstand, der viele Unternehmer in existenzielle Krisen stürzte. „Um aus dieser unverschuldeten Lage zu kommen, braucht meine Branche eine klare Exitstrategie, weitere Soforthilfen, eine Mehrwertsteueranpassung auf sieben Prozent entsprechend dem Zugverkehr und eine Fondslösung für den Touristiksektor“, so Reiner Ziegler im Gespräch mit Alois Gerig.

Unverständnis äußerte der Unternehmer über die ungleichen Regelungen für touristische Busfahrten auf der einen und Reisen mit Zug und Flugzeug auf der anderen Seite.

„Kann Beweggründe verstehen“

Die Situation der Busreisebranche ist Alois Gerig bekannt: „Ich kann die Beweggründe von Familie Ziegler und den anderen Busunternehmern sehr gut verstehen. Hier müssen wir nachbessern.

Dazu gehören weitere Überbrückungsgelder aber auch an den Zug- und Flugverkehr angepasste Hygieneregeln.“ Mit entsprechenden Forderungen sei er bereits gemeinsam mit der Unionsfraktion an die Bundesregierung herangetreten.

170 Millionen für Branche

Kurz vor Gesprächsende erreichten neue Entwicklungen den Bundestag: Verkehrsminister Andreas Scheuer kündigte ein 170 Millionen Euro-Paket zur Unterstützung der Busunternehmen an. „Das ist ein hoffnungsvolles Signal für die Branche“, kommentierte Reiner Ziegler die Neuigkeit.

Mit diesen guten Nachrichten im Gepäck machte sich die Busfahrer-Familie Ziegler anschließend wieder auf die Heimfahrt nach Niederstetten. pm