Niederstetten

Bundeswehr Niederstetten Das Transporthubschrauber-Regiment 30 trainiert verstärkt das Feuerlöschen aus der Luft

Wenn Bambi am Haken hängt

Archivartikel

Die Heeresflieger haben in den vergangenen Tagen verstärkt das Feuerlöschen aus der Luft geübt. Zum Einsatz kam dabei ein ganz neuer Feuerlöschbehälter – genannt „Bambi-Bucket“.

Niederstetten. In den vergangenen Jahren wurden die Transporthubschrauber NH 90 immer wieder, im Rahmen der Amtshilfe für zivile Organisationen, bei Wald- und Flächenbränden angefordert, um durch Feuerlöschen aus der Luft zu helfen. Die Heeresflieger aus Niederstetten setzten hierfür bisher die Bell UH-1D Maschinen mit einem starren 900-Liter Löschbehälter ein. Mit Einführung der neuen NH90-Maschinen steht aber nun ein wesentlich leistungsfähigerer Hubschrauber zur Verfügung, der über die doppelte Lastmenge transportieren kann.

„Mit dem neuen, faltbaren „Bambi-Bucket“-Löschbehälter sind wir schneller am Einsatzort und können pro Flug 2000 Liter an die Brandstelle bringen“, sagt Hauptmann Mike G. vom Transporthubschrauberregiment 30. Er ist mit fast 7000 Flugstunden einer der erfahrensten Hubschrauberpiloten und bildet seine Kameraden im Umgang mit dem neuen Löschbehälter aus.

„Ein großer Vorteil des neuen Behälters ist die Tatsache, dass wir ihn gefaltet im Hubschrauber mit Maximalgeschwindigkeit zur Einsatzstelle mitbringen können. Früher musste der feste Metallbehälter durch uns mit reduzierter Außenlast-Geschwindigkeit, oder durch die Feuerwehren über Straßentransport bereitgestellt werden. Das Befüllen und das Fliegen mit dem neuen Behälter ist aber etwas schwieriger, dies haben wir nun mit mehreren Besatzungen geübt und sind jetzt einsatzbereit“, erklärt der Hubschrauberpilot, der auch schon in einigen Auslandseinsätzen geflogen ist. Geübt wurde der Umgang mit dem 2000-Liter-Löschkorb an verschiedenen Badeseen in der Umgebung von Niederstetten, aber auch am ehemaligen Bundeswehr-Wasserübungsplatz der Pioniere, an der Mainschleife bei Volkach. Dort konnte im Alt-Main auch die Wasseraufnahme aus einem fließenden Gewässer trainiert werden.

Zur Besatzung eines NH90-Hubschraubers gehören neben den zwei Piloten auch der Bordmechaniker. Dieser hat beim Einsatz mit dem Löschbehälter ganz wichtige Aufgaben. Er weist die Piloten bei der Wasseraufnahme ein und gibt Angaben zu Höhe und Geschwindigkeit, denn die Piloten sehen nicht, was direkt unter dem Hubschrauber passiert.

Über der Brandstelle löst der Bordmechaniker mit einer Handbedienung den Fall der Wassermasse aus. „Auch für uns Bordmechaniker ist der Umgang mit dem „Bambi-Bucket“ völliges Neuland“, erklärt Oberstabsfeldwebel Matthias K. Er ist im Regiment für die FeuerlöschAusbildung der Bordmechaniker zuständig. „Insbesondere die vollständige und schnelle Wasseraufnahme gelingt nur, wenn wir die Piloten präzise einweisen, und ihnen genau sagen, was unter dem Heli gerade passiert“, sagt der erfahrene Bordmechaniker. Vier Löschbehälter stehen derzeit in Niederstetten bereit. 22 der vorgesehenen 32 neuen NH 90-Hubschrauber sind an das Transporthubschrauberregiment 30 ausgeliefert. Hauptaufgaben der Heeresflieger sind Personal- und Materialtransporte für die Truppe, und der Einsatz als militärischer Notarzt-Rettungshubschrauber („MedEvac“) zur Verwundeten-Aufnahme aus gefährlichen Zonen. „Für einen solchen Einsatz in Afghanistan bereiten wir uns gerade intensiv vor, üben verstärkt Tiefflug und das Landen im Gelände, bei Tag und Nacht“, sagte der Regimentskommandeur Oberst Peter Göhringer. „Neben den zahlreichen militärischen Aufgaben die wir haben, ist das Feuerlöschen aus der Luft ein weiterer, rein ziviler, Auftrag. Sollte nun eine Anforderung kommen, können wir auch kurzfristig mit NH90 und 2000-Liter Löschbehälter verlässlich unterstützen“, erklärte er in Niederstetten. pm/Peter Straub