Niederstetten

Die Sommerferien stehen vor der Tür Viele Daheimgebliebene suchen an heißen Tagen an unbewachten Gewässern nach Erfrischung / Tipps der DLRG

Vorsicht beim Baden in Seen und Flüssen

Archivartikel

Viele in der Region werden ihren Sommerurlaub zu Hause verbringen (müssen). Um der Hitze zu entgehen, wird Abkühlung gesucht – an Flüssen und Seen. Die DLRG gibt hierzu wertvolle Tipps.

Main-Tauber-Tauber. Heiko Lang ist Mitglied der DLRG-Ortsgruppe Weikersheim und als Rettungsschwimmer zusammen mit elf weiteren Kollegen regelmäßig Wochenende im Wachdienst aktiv – so zuletzt unter anderem am Breitenauer See. „Wir haben als Hauptaufgabe, den Badebereich zu überwachen. Wir haben uns dazu in drei Vierergruppen aufgeteilt, eine Gruppe besetzt die beiden Wachtürme und das Rettungsboot, die zweite ist an der Wachstation tätig, übernimmt dort die Wachleitung, den SAN-Bereich und ist der zentrale Ansprechpunkt für den Funkverkehr. Die dritte Gruppe hat Pause – diese Aufgaben wechseln im 2-Stunden Rhythmus“, erklärt Lang gegenüber den Fränkischen Nachrichten. Bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe müsse man gegen sämtliche Eventualitäten gewappnet sein.

„Dieses Jahr haben wir aufgrund der Corona-Abstandsregeln einige Besonderheiten zu beachten, die unsere Arbeit etwas erschweren. So ist ein Wachturm nur mit einem Rettungsschwimmer besetzt und auf dem Boot befindet sich neben dem Bootsführer zusätzlich nur ein Rettungsschwimmer“, teilt der engagierte DLRG-Mann weiter mit und blickt auf den Einsatz am Breitenauer See zurück.

Bekämen die Rettungsschwimmer einen Alarm, entweder durch die Turmbesatzung oder durch einen Badegast, „nehmen wir entweder ein Rettungsbrett zur Hilfe, um zum Verunglückten zu kommen, oder haben das Rettungsboot, mit dem wir einen Rettungsschwimmer schnell zum Unglücksort bringen können“.

Der Rettungsschwimmer auf dem Turm könne aber auch direkt mit einem Gurtretter oder einer Rettungsboje zum Verunglückten schwimmen und helfen. Per Funk seien alle Wachgänger jederzeit miteinander in Kontakt, beschreibt Heiko Lang den Ernstfall.

Sei eine Person in einer prekären Situation, sei für die DLRGler zunächst einmal das Wichtigste, „sich nicht selbst in Gefahr zu bringen“. Eine in Panik befindliche Person werde versuchen, sich an einen zu klammern und man bringe sich dadurch selbst in Gefahr.

Ein Rettungsschwimmer sei geschult, sich mit Befreiungsgriffen aus Umklammerungen zu lösen. Er arbeite aber gerne mit Hilfsmitteln, um genau dies zu verhindern und reiche einen Auftriebskörper, an dem sich die Person festhalte. Erst dann nähere sich der Schwimmer der Person und bringe sie an Land.

Und was könne ein Laie an einem unbewachten Gewässer tun? „Wichtig: sich nicht überschätzen und selbst in Gefahr bringen. Um Hilfe rufen und den Notruf, die 112, wählen, das kann jeder“, sagt Heiko Lang. Sonst gebe es an vielen Gewässern mittlerweile auch Rettungsringe, die man werfen oder reichen könne. Aber auch eine Luftmatratze oder ein Auftriebskörper wie eine Schwimmnudel könne man jemandem reichen, „sofern man es sich zutraut, zu der verunglückten Person hinzuschwimmen“. Viele Familien werden dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren und stattdessen Badeseen und unbewachte Badestellen besuchen. „Verstärkt wird dies auch noch dadurch, dass viele Freibäder diesen Sommer geschlossen bleiben werden oder sehr strikte Hygienekonzepte fahren müssen, um das Bad überhaupt öffnen zu können“. Oft seien Besucherzahlen beschränkt oder man dürfe nur eine gewisse Zeit ins Freibad, weil dieses regelmäßig desinfiziert werden müsse. Deswegen sei es umso wichtiger, an unbewachten Gewässern besonders vorsichtig zu sein oder sie am besten zu meiden.

Die DLRG-Ortsgruppe Weikersheim verfügt aktuell über 50 aktive Rettungsschwimmer, deren Abzeichen in Silber nicht älter als zwei Jahre ist. ,Dazu hat die Einrichtung in der Tauberstadt noch zehn Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren mit Rettungsschwimmabzeichen in Bronze. Hauptsächlich leisten die Rettungsschwimmer der Ortsgruppe Weikersheim samstags Dienst im örtlichen Hallenbad. Einmal im Jahr geht es zur Rettungswache an den Breitenauer See und auch am Münstersee in Creglingen übernehmen die Rettungsschwimmer der Ortsgruppe Weikersheim Wachdienste.