Niederstetten

Niederstetten Stadt bot ihren älteren Bürgern ein musikalisch-unterhaltsames Programm / Ausblick auf kulturelle Höhepunkte im Jahr 2020

Senioren bunten Nachmittag beschert

Informationen und Unterhaltung prägten den städtischen Seniorennachmittag in der Alten Turnhalle Niederstetten.

Niederstetten. Mit Kaffee und Kuchen und mit Musik und Getränken verwöhnte die Stadt am Sonntag ihre älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Im Mittelpunkt des Seniorennachmittags in der Alten Turnhalle standen das Wiedersehen, die Begegnung und Gespräche.

Bürgermeisterin Heike Naber dankte zunächst Heidi Maedel und ihren ehrenamtlichen Helfern für den Aufbau und das Schmücken der Tische und die Bewirtung. In ihrer Rede sprach Heike Naber die Kommunalwahlen im letzten Frühjahr an und erinnerte an die Baumaßnahmen in der Stadt, unter anderem an den Kindergartenanbau mit Speisesaal, die Fertigstellung der Langen Gasse und den Ausbau des Lerchenwegs.

Im Ausblick auf das Jahr 2020 warb die Bürgermeisterin für die Aufführungen im Tempele. Das Team der Freilichtspiele, im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz des Landkreis-Ehrenamtspreises ausgezeichnet, inszeniert dort ab Mitte Juli „Alice im Wunderland“.

Ein weiteres Juwel im Kulturleben der Stadt werden Konzerte zu Ehren des Komponisten Friedrich Witt sein. Er wurde 1770 in Niederstetten geboren und getauft.

Mit 19 Jahren spielte er in der Hofkapelle des Fürsten von Oettingen-Wallerstein und ging ab 1796 auf eine langjährige Konzertreise. In Wien traf Witt unter anderem Joseph Haydn. 1802 kehrte er zurück und wurde Hofkapellmeister an der Würzburger Residenz, ab 1814 war er Kapellmeister am Würzburger Theater. Er schuf neben 23 Sinfonien auch Instrumentalkonzerte und Kammermusik. Sein bekanntestes Werk ist die Sinfonie in C-Dur, auch Jenaer Sinfonie betitelt.

Ein halbes Jahrhundert lang schrieben Musikwissenschaftler die Komposition dem ebenfalls 1770 geborenen Ludwig van Beethoven zu. Erst der Wissenschaftler H.C. Robins Landon rückte die Sache wieder ins rechte Licht, nachdem er in der Abtei Göttweig einen weiteren Stimmensatz des Stückes entdeckt hatte. Bürgermeisterin Naber empfahl den Gästen in der Alten Turnhalle die beiden Konzerte am 19. September und 14. November. Mit Musik ging es im Programm weiter. Die Mädchen und Jungen aus dem Kurs „Musikalische Früherziehung“ an der Musikschule Hohenlohe hatten sich unter der Leitung von Diana Hamm ihre eigenen Gedanken zum Thema „Winter“ gemacht und brachten sie auf die Bühne. Danach spielte Jonathan Ball am Flügel eine Arabesque von Timothy Brown. Blanka Herrmann und Leonie Meder überraschten mit „Easy winners“, einem Rag von Scott Joplin. Nina Linder und Simonetta Schmalz waren zunächst als Solistinnen mit Werken von Mendelssohn-Bartholdy und Tschaikowsky zu hören, bevor sie gemeinsam eine Fantasie über das Lied „Schwarze Augen“ spielten. Das Publikum spendete den jungen Talenten reichlich Applaus.

Pfarrer Burkhard Keck erinnerte an seine Kindheit, als Eltern und Großeltern an Abenden oder bei Tisch erzählten, von Erlebnissen, Erfahrungen und Abenteuern. Diese Tradition möchte Keck erhalten wissen. „Geschichten gegen Geschichtsvergessenheit“ wünschte er sich und beschloss mit der besinnlichen Kurzgeschichte „Wer nimmt den Sohn“ und Gedanken zur Weihnachtsbotschaft das Programm. Der Nachmittag klang bei Gesprächen aus, und beim Blick in den Saal und auf die Gäste hätte das Zitat des Schweizer Publizisten Gerhard Kocher gepasst: „Früher kamen mir die Alten viel älter vor als heute.“ btz