Niederstetten

Kommunales Behörde will Bürgermeisterin suspendieren

Neue Vorwürfe gegen Bonnemeier

Archivartikel

Leutershausen.In den Affären um die Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier aus Leutershausen im benachbarten Landkreis Ansbach zeichnet sich ein weiteres Kapitel ab: Nach Informationen der „Fränkischen Landeszeitung“ (FLZ) soll die Rathaus-Chefin vorläufig vom Dienst suspendiert werden.

Damit wäre die nächste Stufe in einem Disziplinarverfahren erreicht, das die Landesanwaltschaft Bayern bereits seit einigen Monaten gegen die Bürgermeisterin betreibt. Die Disziplinarbehörde des Freistaates begründete die von ihr beabsichtigte vorläufige Dienstenthebung laut FLZ damit, dass gegen die Bürgermeisterin der Verdacht eines sehr schweren Dienstvergehens bestehe, das der Prognose nach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Beendigung des Beamtenverhältnisses führen werde.

Finanzen unter der Lupe

Der Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft in Ansbach hat gegen Sandra Bonnemeier Anklage wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben, weil sie die Kosten für einen Anwalt in einem privaten Rechtsstreit um ehrverletzende Behauptungen nicht aus der eigenen Tasche, sondern von der Stadt bezahlen ließ.

Weiteres Ermittlungsverfahren

Zudem läuft parallel dazu ein weiteres Ermittlungsverfahren in Sachen Untreue gegen die Rathaus-Chefin: Sie soll aus der Stadtkasse einem IT-Berater aus Satteldorf mindestens 186 000 Euro an Honoraren für diverse Dienstleistungen angewiesen haben – ohne Wissen des Gemeinderates.

Der Rathaus-Chefin droht noch weiteres Ungemach: Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband (BKPV) hat auf einen Beschluss des Gemeinderates hin die Buchhaltung der Stadt mehrere Monate lang unter die Lupe genommen.

Wie die Fränkische Landeszeitung berichtet, soll es in dem 50-seitigen Abschlussbericht weitere Hinweise auf eigenmächtige Auftragsvergaben durch die Bürgermeisterin geben. Harald Zigan