Niederstetten

Gasthaus zum Keglerhof 25-Jahr-Jubiläum mit großer Feier im Oktober / Inhaber Robert Wanck sucht Nachfolger / Trainings- und Wettkampfort des TV Niederstetten

Liga-Aufstieg eröffnete neue Chancen

Der Keglerhof Wanck in Streichental feiert im Oktober sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Die Zukunft des beliebten Treffpunkts ist jedoch ungewiss.

Streichental. Robert Wanck war noch relativ jung, als er „quasi über Nacht“ plötzlich den elterlichen Hof übernehmen musste. „Mein Vater ist tödlich verunglückt, als ich 22 Jahre alt war. 1972 habe ich alles überschrieben bekommen.“

Heute ist der Hof bekannt als Gasthaus zum Keglerhof oder einfach nur als Keglerhof Wanck. In den letzten 25 Jahren ist das Familien-Anwesen im Niederstettener Stadtteil Streichental zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

Die Mannschaft der Kegelabteilung des TV Niederstetten trainiert immer mittwochs auf den vier vollautomatischen Bundeskegelbahnen. Von September bis April tragen die Sportler dort zudem Wettkämpfe aus. Auch viele Freizeitkegler kommen nach Streichental. Daneben werden im Gasthaus Firmen- und Familienfeiern ausgerichtet, zum Beispiel Betriebsausflüge, Konfirmationen und Geburtstage, aber auch Beerdigungen.

Dass es hier einmal so lebhaft zugehen würde, war 1972, als Wanck das landwirtschaftliche Anwesen übernahm, noch nicht abzusehen. Damals stellte Wanck den väterlichen Betrieb erst einmal auf Ferkelzucht um. Der Kuhstall und die Scheune, die Wancks Vater kurz nach dem Krieg errichtet hatte, wurden zu Schweineställen. Bis 1990 blieb Wanck Landwirt, dann führten verschiedene Entwicklungen dazu, dass er den Betrieb aufgab. Eine Weile verkaufte er Versicherungen, doch diese Arbeit machte ihn nicht glücklich. Neue Möglichkeiten boten sich, als die Kegelabteilung des TV Niederstetten in eine höhere Liga aufstieg. Bis dahin hatte die Mannschaft auf einer Anlage in Niederstetten trainiert, die nun aber mit ihren zwei Bahnen den Anforderungen des Deutschen Keglerbunds Classic (DKBC) nicht mehr genügte. Die Sportler waren daher auf eine größere Anlage in Bad Mergentheim gewechselt, wünschten sich aber wieder einen Trainigsort in ihrer Nähe.

Leerstehende Gebäude

Robert Wancks Bruder Günter war damals in der der Kegelabteilung aktiv und regte an, in die leerstehenden Gebäude des elterlichen Hofes die ersehnten Bahnen einzubauen. Robert Wanck griff die Idee gerne auf und eröffnete den Keglerhof im Oktober 1993. Die Bahnen und ein Gastraum befinden in der ehemaligen Scheune, ein zweiter Gastraum ist im früheren Kuhstall eingerichtet. Dazwischen liegt der Eingangsbereich mit Theke. Insgesamt verfügt der Keglerhof über mehr als 100 Plätze. Für die Küche mit gutbürgerlichen Gerichten ist Wancks Frau Hannelore verantwortlich. 2008 hat Wanck die Kegelbahnen umfassend renoviert. Sie sind nun mit Computern, Bildschirmen und einer speziellen Beleuchtung ausgestattet, die zum Beispiel das Kegeln in Disco-Atmosphäre erlaubt. Liebhaber anderer Sportarten kommen dank einer Sky-Fernseh-Lizenz auf ihre Kosten. Daneben stehen den Gästen ein Tischkicker, Geldspielautomaten und eine Dartscheibe zur Verfügung.

Das 25-Jahr-Jubiläum will Wanck vom 12. bis zum 14. Oktober groß feiern. Am Freitagabend steht unter andrem eine Tombola auf dem Programm, bei der es Karten für ein Heimspiel des 1. FC Nürnberg zu gewinnen gibt. Am Samstag und am Sonntag ist ein bayerisches Oktoberfest mit Fassbieranstich, Maßkrugstemmen und Weißwurstfrühstück geplant. Gäste in Tracht sind laut Wanck willkommen. Die Details des Festwochenendes stehen aber noch nicht genau fest.

Auch wie es nach der großen Feier mit dem Keglerhof langfristig weitergeht, ist im Moment ungewiss. In der eigenen Familie hat der 68-jährige Wanck keinen Nachfolger gefunden. Daher sucht er jetzt unter anderem mit Annoncen im Internet einen Gastwirt, der den beliebten Treffpunkt übernehmen möchte.