Niederstetten

Einkaufsdienst Ehrenamtliche von Montag bis Samstag erreichbar / Angebot richtet sich an Senioren und Risikogruppen von Covid-19

Jugendclub hilft den Mitbürgern in der Not

Weikersheim.Der Jugendclub Weikersheim möchte aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie Risikopatienten und ältere Menschen, die das Haus nicht mehr ohne Weiteres verlassen können, unterstützen, indem er diesen Menschen die Erledigungen abnimmt.

Bei der Aktion gibt es eine direkte Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Schäftersheim und der Jungen Union Weikersheim. Diese erfahren außerdem eine große Bereitschaft von Außenstehenden, die bei der Aktion ehrenamtlich mitarbeiten wollen. Da sowohl die Junge Union Weikersheim als auch die Kirchengemeinde alle Gottesdienste und Veranstaltungen für die nächste Zeit absagen musste, ist es Pfarrer István Gegö und dem Kirchengemeinderat sehr wichtig, trotzdem für die Gemeindemitglieder präsent zu sein und konkrete Hilfe zu leisten. Gerne leistet die junge Generation Partei- und Konfessionsübergreifend mit dieser Einkaufsaktion seinen Beitrag für eine bessere Krisenbewältigung der Älteren und Gehandicapten.

Nach dem Vorbild des Markelsheimer und Elpersheimer Jugendclubs möchte auch Weikersheim ein solidarisches Zeichen setzen und bei Bedarf Einkäufe sowie kleinere Erledigungen übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Einkäufe in Supermärkten oder etwa Apotheken. Durch die Mitarbeit des Jugendclubs Schäftersheim können außer der Kernstadt auch die Teilorte Laudenbach und Schäftersheim mit abgedeckt werden.

Montags bis samstags da

Die Organisatoren sind für Senioren und Risikopatienten aus Weikersheim und seinen Teilorten montags bis samstags ab 9 Uhr unter folgenden Rufnummern erreichbar: Adrian Dumke (0151/11780329), Michael Schwarz (0151/17615423), Henrik Wöhr (01590/2893975).

Auch mit „Buch und Papier“ aus Weikersheim stehen die Verantwortlichen in Kontakt und haben ihre Zusammenarbeit angeboten. Somit kann man Risikopatienten und ältere Menschen, die eine Bestellung aufgegeben haben oder regelmäßig ihre Zeitschriften beziehen, aushelfen.

Auch Rewe-Kaufmann Markus Wilbur engagiert sich und ist von der Idee, gemeinsam Menschen zu helfen, begeistert. Er steht mit Personal, seiner Infrastruktur und seinen Waren die nötige Ausgangsbasis zur Verfügung, die die Aktion benötigt, um für die Menschen auch kurzfristig benötigte Waren besorgen zu können. Die inzwischen 30 freiwilligen Helfer werden vom Jugendclub-Vorstand über eine WhatsApp-Gruppe organisiert. Ein besonderes Zeichen der Solidarität, das die Vorstandsmitglieder sehr beeindruckt hat, zumal es gerade einmal einen Tag gedauert hat, die Aktion auf die Beine zu stellen. Und die Zahl der Helfer steigt stetig an. Der Prozess läuft allgemein so ab, dass die Jugendlichen unter den genannten Nummern angerufen werden. Der Anrufer gibt seine jeweilige Bestellung auf und die nötigen persönlichen Daten, welche dann an die Helfer weitergegeben werden. Einer der Helfer übernimmt dann die Bestellung und geht die Besorgungen einkaufen. Danach bringt er alles dem Anrufer nach Hause.

Dieser bezahlt letztendlich nur den Betrag, der auf dem Kassenzettel steht, direkt an den Helfer. Die Junge Union Weikersheim hat sich mit ihrer bundesweiten Kampagne „Die Einkaufshelfer“ angeboten. Diese verfügt sowohl über eine analoge als auch über eine digitale Möglichkeit, dass Helfer und Hilfesuchende zueinander finden. Trotz aller Spontanität und Euphorie will man nicht einfach „darauf loshelfen“ und durch Unüberlegtheit Mitverbreiter des Coronavirus sein. Der Jugendclub klärt seine Helfer über Hygienemaßnahmen auf und bittet sie, den direkten Kontakt zu den jeweiligen Personen weitgehend zu meiden. Nur so kann die Aktion eine echte Hilfe sein.

Als Teil der katholischen Kirchengemeinde engagiert der Club sich regelmäßig bei Spendenaktionen. So konnten er zum Beispiel im letzten Jahr dem Tafelladen in Bad Mergentheim eine große Lebensmittel-Spende zukommen lassen und den katholischen Kindergarten St. Franziskus bei der Anschaffung eines Bodentrampolins unterstützen. jc