Niederstetten

Freie Schule Anne-Sophie Selbst verfasstes Theaterstück „Wireless 2084“ riss das Publikum von den Sitzen

In Zukunft keine echten Kontakte mehr

Archivartikel

Künzelsau.Zunächst blieben am Schluss der Theaterpremiere in der Aula der Freien Schule Anne-Sophie alle sitzen. Dann, nach wenigen Sekunden, waren alle Zuschauer mit ihren Gedanken wieder in der Gegenwart und spendeten tobenden Applaus. Das vom Theaterpädagogen Dr. Vito Susca und den Lernpartnern selbst geschriebene und inszenierte Theaterstück „Wireless 2084“ wurde dreimal aufgeführt.

Die Theatergruppe der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums hatte sich mit dieser Inszenierung selbst eine Herausforderung gestellt, die alle Inhalte der Theaterpädagogik umfasst. Von einem leeren Blatt Papier reichten diese bis zum fertigen Drehbuch, das zudem alle Medien, sprachliche und schauspielerische Details beinhaltete und im Lauf des Schuljahres immer wieder hinterfragt, verworfen und geändert werden musste.

Entsprechend war die Nervenanspannung vor der Uraufführung in der Aula. „Wir waren total unsicher, ob unser Stück und unsere Inszenierung Anklang finden werden.

Tosender Beifall

Der tosende Beifall und die Begeisterung nach der Uraufführung ließen uns alle Last von den Schultern fallen. Wir waren erleichtert und euphorisch!“, fasste Aaron Deuser seine Gefühle zusammen und sprach für die gesamte Theatergruppe.

Die 15 Lernpartner der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums ließen sich darauf ein, das Leben 2084 und die digitale Entwicklung und Steuerung in die Gegenwart zu holen. Damit auch alles echt wirkt, entsprachen Bühnenbild, Sprache und Handlung der Fiktion 2084. Die Welt ist digitalisiert. Familienmitglieder, Arbeitskollegen und Freunde kennen sich nur noch über soziale Medien.

Diese digitale Welt ist gesteuert, und für Fragen und Anliegen gibt es Siri. Von Siri kommen Antworten und die Vermittlung von Kontakten. In dieser Welt gibt es auch noch eine Außenseiterin, die sich Antworten aus einem altmodischen Buch holt, selbst noch eine Taschenlampe bedienen kann und das Singen der Vögel kennt.

Vollkommen hilflos

Sie wird zur „Retterin“ der Mitspieler, die nach einer misslungenen Programmierung der digitalen Umwelt, vollkommen hilflos agieren, sich nicht mehr zurechtfinden. Eine „Erlösung“ nicht nur für die Schauspieler. Auch das Publikum wird erlöst von seinen Gedanken „Was wäre, wenn es so wäre?“

Wolfgang Schiele, Mitglied der Schulleitung, fasste es nach der dritten Aufführung zusammen: „Ein Meisterwerk der Verknüpfung des neuen Theaters unter Einbeziehung hochmodernster Medien und Medientechnik mit dem traditionellen Spannungsbogen einer Inszenierung.

Dazu ein Thema, das in unserer Welt und in unserem Leben momentan einen zentralen Platz einnimmt!“ Die Schauspieler: Elisa Beier, Hannes Bergmann, Aaron Deuser, Sina Gerhardt, Laura Jahai, Alisa Musch, Marvin Neumann, Samira Pisani, Konstantin Ripsam, Christian Schwarz, Leonie Tenspolde, Chiara Wagner, Dana Weidner, Jan Weinrich, Olivia Wirth.