Niederstetten

Gemeinderatssitzung in Bieberehren Im Ort wohnende Flüchtlinge weiter unterstützen / Bewegung in Sachen Breitbandausbau

Höherer Wasserzins für Investitionen

Archivartikel

Zu einer nicht alltäglichen Aktion kam es zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung von Bieberehren.

Bieberehren. Im Februar 2016 schlossen sich, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle, knapp zwanzig Interessenten der Gollachgemeinde zu einem „Helferkreis“ zusammen, um bei der Integration der Flüchtlinge nach dem Motto von Kanzlerin Merkel „Wir schaffen das“ helfen zu können. Aus den knapp zwei Dutzend „Helfern“ ist aktuell nicht mal mehr eine Handvoll aktiv.

Daher wandten sich Elmar Knorr und Maria Volkert zu Beginn der Sitzung an den Gemeinderat – es war nicht auf der Tagesordnung vorgesehen – sie zu unterstützen. Unter „Unterstützung“ verstehen sie, dass sowohl die Gemeinde als auch die Ratsmitglieder wie etwa bei der Arbeitssuche, Anträge ausfüllen und mit persönlichem Kontakt die derzeit 20 (drei Familien und ein Single) in Bieberehren wohnhaften Flüchtlinge begleiten.

Bürgermeister Engelbert Zobel, der selbst dem Helferkreis angehört, lobte die bisher geleistete Arbeit. Zobel sagte Unterstützung zu, empfahl aber gleichzeitig, ihren Hilferuf öffentlich zu machen, um die Bürger wieder zu mobilisieren und dass die zwar umfangreiche aber wichtige Arbeit der Integration wieder auf mehrere Schultern verteilt wird. Das „Zobelhaus“, Hauptstraße 39, das derzeit saniert wird, soll unter anderem künftig auch als Wohnmöglichkeit für Flüchtlinge dienen.

Da die Gültigkeit der Gebührensatzung von Bieberehren zum 31. Oktober auslief, erläutert Rainer Dollmann, Leiter der Kämmerei der VGem Röttingen, eingangs seine Kalkulation der Wasser und Abwassergebühren. Dazu schlug er für die nächsten vier Jahre zwei Varianten vor. Vorschlag eins sieht eine Einleitungsgebühr von 3,36 Euro pro Kubikmeter zuzüglicher einer Grundgebühr vor, die abhängig von der Zählergröße (Dauerdurchfluss) ist. Möglichkeit zwei sieht bisher nur eine Einleitungsgebühr (bisher drei Euro) von 3,82 Euro ohne Grundgebühr vor. Einstimmig entschied sich der Rat für Variante eins. Bei der öffentlichen Wasserversorgung bleibt es weiter ohne Grundgebühr. Der Preis pro Kubikmeter erhöht sich von diesem Monat an von 1,80 Euro auf 2,28 Euro. Die beiden Erhöhungen werden laut Dollmann nötig, da doch einige Investitionen in den nächsten vier Jahren unumgänglich sind. Zu den anstehenden Kosten zählen auch zwei neue Hebeanlagen, die im Ortsteil Klingen ausgetauscht werden müssen; Kosten 50 000 Euro. Da Bürgermeister Zobel mit dem Angebot der Hohenloher Wasserversorgung, die für die Überwachung des Wasserausgangs in Klingen jährlich 700 Euro berechnet, nicht einverstanden ist, sollen die Kosten für eine geeignete Wasseruhr, die eine eigene Überwachung, auch per Ferndiagnose, möglich macht, eingeholt werden.

„Es ist was in Bewegung gekommen“ meinte der Rathauschef, nachdem sein Stellvertreter Wilfried Schindler die Lage zum Breitband-Internetausbau in Klingen vorgestellt hatte. Leider gehört der Ortsteil nicht zu den 99 Prozent, die über ein entsprechendes Netz verfügen. Laut Schindler besteht nach Rücksprachen bei den Behörden eine Fördermöglichkeit.

Wann mit dem Ausbau zu rechnen ist, konnten beiden nur mit „es kann noch 48 Monate dauern“ beantworten. Als Info teilte Zobel mit, dass für das geplante Baugebiet „Am Schirm“ zusätzliche Parkbuchten vorgesehen sind.