Niederstetten

Infrastuktur Gelder fließen an Schrozberg und Rot am See für Wege-Modernisierungen / „Unkompliziertes Förderprogramm

Giganten der Landwirtschaft gewachsen

Archivartikel

Die Kommunen Schrozberg und Rot am See bekommen Geld für die Wege-Modernisierung. Das Netz soll mit der Entwicklung der Landwirtschaft Schritt halten.

Region Hohenlohe. Haben Sie sich vor ein paar Jahren auf der Muswiese neben den größten Bulldogreifen gestellt und beim jüngsten Jahrmarkt wieder? Keine Sorge, Sie müssen nicht zum Arzt: Wahrscheinlicher als dass Sie geschrumpft sind, ist, dass der Bulldogreifen in die Höhe geschossen ist. Landwirtschaftliche Gerätschaften haben zuletzt – wie auch die zu einem Hof gehörenden Flächen – tendenziell deutlich an Größe zugelegt. Viele Wege wiederum wurden zu einer Zeit gebaut, als der Bauer noch mit einem Tuckerle aufs Feld fuhr. Sie sind den heutigen Giganten der Feldflur schlicht nicht gewachsen.

Genau an diesem Strukturwandel setzt das Programm Nachhaltige Modernisierung Ländlicher Wege an, welches das Land erstmals 2018 aufgelegt hat. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) formuliert es so: „Das ländliche Wegenetz ist ein wichtiger Teil der Infrastruktur einer Gemeinde und bedarf einer fortwährenden, teilweise kostenintensiven Pflege und Modernisierung. Diese Aufgabe können die Gemeinden oftmals ohne Unterstützung des Landes gar nicht leisten.“ Außerdem schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung: „Die modernisierten Wege dienen nicht nur der Landwirtschaft. Vielmehr profitieren alle Einwohner von der multifunktionalen Eigenschaft der Wege, da diese auch bestens als Rad-, Wander- oder Spazierwege genutzt werden können.“

Bis 2021 sollen insgesamt zehn Millionen Euro ausgeschüttet werden. In den ersten beiden Jahren des Programms beteiligte sich Stuttgart mit jeweils 20 Prozent an bewilligten Maßnahmen, heuer wurde der Anteil auf stattliche 40 Prozent aufgestockt. In der aktuellen Tranche wurden landesweit nur sieben Kommunen mit Geld bedacht, der Löwenanteil floss in den Landkreis Hall: Schrozberg bekam eine Zusage über rund 147 000 Euro, Rot am See darf sich über knapp 123 000 Euro freuen, nach Braunsbach gehen rund 146 000 Euro.

Die Gemeinde Rot am See schöpft im dritten Jahr in Folge aus dem Fördertopf. „Das ist einfach ein super Programm“, sagt Kämmerer Martin Zanzinger. „Total unkompliziert.“ Ein Weg bei Hausen am Bach, parallel zur Kreisstraße Richtung Insingen, soll modernisiert werden. Außerdem einer zwischen Niederwinden und der B 290. Die Vergaben durch den Gemeinderat stehen kurz bevor. Im Sommer sollen die Arbeiten erledigt werden. Dass sich nicht noch mehr Gemeinden der Region um Geld für Feldwege bewerben, verwundert Kenner wie Zanzinger.

Der Schrozberger Bauamtsleiter Thomas Pöschik erklärt es sich so: „Das Land verlangt halt auch was. Es geht nicht um eine einfache Sanierung, sondern tatsächlich um eine Modernisierung.“ Also beispielsweise um das Aufbringen einer neuen Deckschicht, oft um eine Verbreiterung. Das gibt’s nicht zum Nulltarif. In Schrozberg sollen Wege zwischen Riedbach und Kälberbach sowie bei Leuzendorfer auf Vordermann gebracht werden. Die Vergaben sind für den September geplant. sebu