Niederstetten

Gemeinderat Niederstetten Rund 230 000 Euro Mehrausgaben als im Planansatz vorgesehen

Feuerwehrgerätehaus kostet deutlich mehr

Archivartikel

Niederstetten.Eine lebhafte Diskussion entbrannte am Mittwoch im Niederstettener Gemeinderat um den Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Rinderfeld. Eigentlich hatte das Gremium nur über die Vergabe der Tief- und Rohbauarbeiten entscheiden sollen.

Im Vorfeld der Sitzung hatte Bürgermeisterin Heike Naber jedoch eine zusätzliche Tischvorlage verteilen lassen, aus der hervorging, dass die Gesamtkosten des Vorhabens deutlich über Plan liegen. So ist in der aktuellen Kostenberechnung eine Summe von rund 980 000 Euro für den Neubau veranschlagt, rund 230 000 Euro mehr als im Planansatz 2019/2020 vorgesehen. Dabei allerdings zu beachten: Das Projekt hat einen Förderanteil von 68 Prozent, das heißt der Anteil der Kommune liegt bei „nur“ rund 300 000 Euro.

Bei den Stadträten sorgte die gestiegene Kostenschätzung dennoch für einiges Kopfzerbrechen. „Meiner Meinung nach ist das ganze Projekt aus dem Ruder gelaufen“, kritisierte etwa Stadtrat Klaus Lahr. Um zugleich davor zu warnen, dass bei den Kosten „wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange“ erreicht sei. Außerdem müsse man das Geld, dass man in den Neubau stecke, an anderer Stelle im Feuerwehrentwicklungsplan einsparen, so Lahr. Ähnlich sah das auch Stadtrat Roland Landwehr. „Wenn wir von Anfang an gewusst hätten, dass das Projekt eine Million Euro kostet, hätten wir nie dafür gestimmt“, sagte Landwehr.

„Große Bauchschmerzen“ angesichts der neuen Zahlen hatte auch Stadtrat Ulrich Roth, wie er in der Sitzung betonte. An den für das Vorhaben zuständigen Architekten Rafael Grups gerichtet, wollte Roth wissen, ob es denn noch Einsparpotenziale gebe. Um es kurz zu fassen: Große Hoffnungen konnte Grups den Stadträten nicht machen. „Ich möchte nichts versprechen“, lautete seine Antwort. Der Architekt verwies dabei auch darauf, dass der Neubau bereits auf die günstigste Art erfolge und auf das Nötigste reduziert sei.

Stadträtin Anastasia Meinikheim wollte direkt an die Bürgermeisterin gerichtet wissen, ob die Gemeinde den Eigenanteil von 300 000 Euro für das Vorhaben im kommenden Haushalt überhaupt stemmen könne. Die Antwort der Rathauschefin: „Wenn wir uns diese Belastung nicht zumuten wollen, müssen wir andere Dinge verschieben“. Einen kompletten Rückzug aus dem Projekt lehnte Naber indes entschieden ab. Dies wäre mit einem Image-Schaden für die Gemeinde verbunden, unterstrich sie.

Am Ende konnte sich das Gremium trotz Bedenken wegen der Kostensteigerung dennoch zu einer Entscheidung durchringen. Mit einer Gegenstimme votierten die Stadträte für die Vergabe der Tief- und Rohbauarbeiten an die Firma Steinbrenner. Diese hatte sich mit ihrem Angebot über 356 000 Euro gegen drei andere Bewerber durchgesetzt. Das Unternehmen wird zwischen März und Juli des kommenden Jahres Straßenbau, Kanalarbeiten, Wasserleitung, Rohbauarbeiten und die Tiefgründung für den Neubau des Feuerwehrhauses durchführen. ses