Niederstetten

Leserbrief Zum Artikel „ÖPNV – Grünes Licht für Regiobuslinien“ (FN 2. Januar) und zum stillgelegten Haltpunkt Vorbachzimmern

Fehlentscheidungen der 80er Jahre wieder beheben

Ist der Landkreis Schwäbisch Hall dem Main-Tauber-Kreis beim klaren Bekenntnis zum ÖPNV voraus?

Am 2. Januar 2020 konnte über eine intensive Diskussion im Kreistag Schwäbisch Hall nachgelesen werden, dass der Landkreis mit der Einrichtung von zwei Regiobuslinien vorhandene Lücken im Schienenverkehr schließen will.

Eindeutig konnte man auch das Bekenntnis des Landkreises herauslesen, dass eine große Chance, den ÖPNV zu verbessern, genutzt werden soll.

Die Regio-Buslinien sind ein „Superangebot“, bekannte ein Kreisrat, um alles zu vermeiden, was die Schiene schwäche! Und dann kam die zentrale Erkenntnis: „Die Schiene ist das Rückgrat des ÖPNV!“

Diese Erkenntnis ist im Main-Tauber-Kreis noch nicht gereift! Wie könnte man sonst verstehen, dass man nicht mit Nachdruck daran arbeitet, dass nicht aktivierte Haltestellen – wie beispielsweise der Haltpunkt Vorbachzimmern mit über 100-jähriger Bahntradition – in Zeiten lebhafter Diskussionen zum Klimawandel, genau jetzt wieder reaktiviert und ans Netz gehen können. Mir scheint, dass ganzheitliches Denken noch nicht selbstverständlich ist.

Die Anstrengungen sollten verstärkt werden, Fehlentscheidungen der 80er Jahre wieder zu beheben.

Die Schiene lebt von ihrer Attraktivität. Ein leichter Zugang erhöht die Zahl der Nutzer! In Zeiten wo Touristik im Main-Tauber-Kreis groß geschrieben wird, sollte die Möglichkeit nicht ausgelassen werden, die Menschen bei Ihrer Freizeitgestaltung, z.B. beim Wandern und Radeln zu unterstützen. Jede Haltstelle eröffnet zusätzliche Möglichkeiten! Und gerade auch im ländlichen Raum bietet es sich an, schulisch und beruflich, bei Besorgungen in der täglichen Daseinsvorsorge, wie auch in der Freizeitgestaltung, den ÖPNV sowohl mit Bus und Bahn unkompliziert zu nutzen und möglicherweise auf ein Zweitfahrzeug im Individualverkehr zu verzichten.

Es ist Zeit, das Haltestellenangebot jetzt zu verbessern genau nach dem Grundsatz, wie er im Haller Landkreis verfolgt wird: Die Schiene stärken und damit auch insgesamt den ÖPNV!

Vielleicht finden die Verantwortlichen den Schlüssel bei fortschreitender Digitalisierung in der Netztechnik, wie man zusätzliche Haltestellen in das Schienennetz integriert, ohne dabei das Ziel aufzugeben, den Regionalverkehr bestens mit dem Fernreisenetz der DB zu verbinden! Vielleicht reift auch die Erkenntnis, dass eine attraktive Streckenvielfalt letztlich mehr Wirtschaftlichkeit verspricht.

Ein direkter Zugang zu einem Bahnanschluss ist immer besser, wie vorher mit dem Ruf-Taxi „schnell und komfortabel zu einer/einem Zielhaltestelle/Zielbahnhof“ zu gelangen wie es das VGMT-Ruf-Taxi-Konzept zu versprechen versucht.