Niederstetten

Leserbrief Zu „Von Schwarz-Weiß zu Grau-Dunkelweiß“ (FN, 9. September)

„Ernste Sorge der Mitglieder um die Zukunft ihrer Stadt nicht erwähnt“

Der FN-Bericht über den Informationsabend der Initiative „Pro Niederstetten“ kann nicht unkommentiert bleiben. Obwohl in unserer Stadt im Nachgang der Veranstaltung viele positive Stimmen zu hören waren wie etwa „Endlich bewegt sich mal was !“ oder „Ich bewundere die Leute von ,Pro Niederstetten’, dass sie Schritte zu einer Einigung anmahnen“, so hat man nach der Lektüre des Artikels ganz stark den Eindruck, alles sei negativ, weitgehend ohne konkretes Ergebnis und übervoll an Naber-Kritik gewesen.

Bemerkenswert ist die penible Wiedergabe nahezu aller Äußerungen des Abends, die sich kritisch mit Frau Bürgermeisterin Naber auseinander gesetzt haben – wurden denn positive Aussagen nur so leise und unhörbar vorgetragen, dass sie keinen Eingang in den Artikel fanden? Es tauchen nur Teilzitate auf, von ihrem Sinnzusammenhang entfernt und ohne erklärende Nachsätze. Setzt man sich nicht durch die Häufung von allzu vielen, in die gleiche Richtung gehenden Zitaten dem Verdacht aus, nur eine Sichtweise zu bevorzugen?

Ein Teil der Überschrift lautet „Adalbert Ruhnke entschuldigt sich“, ohne dass im Text erklärt wird, wofür er sich denn genau entschuldigt hat. Ging es vielleicht um eine Globalentschuldigung dafür, dass „Pro Niederstetten“ jetzt von außen erkennbare konkrete Schritte zu einer Einigung zwischen Bürgermeisterin und Gemeinderat anmahnt?

Die Entschuldigung bezog sich lediglich auf die Verwendung des Begriffs „Blockadepolitik“ in der ersten Veröffentlichung der Initiativgruppe, die von einigen Stadträten als unangemessen eingestuft wurde. Dieser Begriff war der FN-Redaktion bei der Bearbeitung der Stellungnahme so eingängig, dass sie ihn sofort in die Überschrift einbaute. Ganz gegen den von den Autoren vorgesehenen Titel „Förderkreis ,Pro Niederstetten´ gegründet – Konflikt Bürgermeisterin-Gemeinderat soll beigelegt werden“

Mit keinem Wort wurde die ernste Sorge der Mitglieder des Initiativkreises um die Zukunft ihrer Stadt, die an diesem Abend unüberhörbar vorgetragen wurde, erwähnt. Es entsteht der Eindruck, eine Gruppe von Selbstdarstellern wolle den Gemeinderäten in ihre ureigenen hoheitlichen Aufgaben hinein quatschen.

Interessant ist auch der Schlussteil des Artikels, denn die Erwähnung von zwei sehr beeindruckenden, nachdrücklich um Ausgleich und Verständigung werbenden Schlussworten sucht man vergeblich. Einziges Ergebnis der Veranstaltung scheint es zu sein, dass der Versammlungsleiter seine Sichtweise jetzt „von Schwarz-Grau zu Grau-Dunkelweiß“ geändert hat.

Was ist mit der Tatsache, dass ein Dialogprozess angestoßen wurde und dieser zunächst im kleinen Kreis mit dem Ziel der späteren Ausweitung konkret umgesetzt wird? Wäre es jetzt nicht angebracht, statt pessimistischer Endzeitstimmung Optimismus zu verbreiten, der zumindest eine kleine Option zur Lösung der Probleme einräumt?