Niederstetten

Kindergarten- und Grundschulbetreuung Gemeinderat beschließt Aussetzung der Gebühren für April, Mai und Juni

Eltern zahlen nur die tatsächliche Betreuungszeit

Archivartikel

Niederstetten.Die Eltern in Niederstetten müssen wegen der Corona-Pandemie für die Monate April, Mai und Juni keine Beiträge für die drei städtischen Kindergärten und die Grundschulbetreuung bezahlen. Lediglich für die Notbetreuung fallen Gebühren an. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend in der Alten Turnhalle beschlossen.

Knapp 44 000 Euro waren der Stadt in den Monaten April und Mai wegen der Schließung der Kindergärten und Schulen in Bezug auf die Betreuungsleistungen entgangen, erläuterte Hauptamtsleiterin Silvia Weidmann dem Gremium. Hinzu kamen Mehraufwendungen in Höhe von rund 6000 Euro, die man für diverse Corona-Schutzmaßnahmen –von Desinfektionsmitteln über Masken bis hin zu Spuckschutz – aufwenden musste.

Schließlich war ja dennoch die Notbetreuung aufrecht zu erhalten gewesen, um Eltern in den so genannten systemrelevanten Berufen zu ermöglichen, ihrer Arbeit nachzugehen. Dieses Angebot wurde nach und nach ausgeweitet – etwa auf Eltern, deren Arbeitgeber ihnen bescheinigte, dass sie an ihrem Arbeitsplatz unabkömmlich sind. Seit dem 18. Mai, so Weidmann, laufe der Kindergartenbetrieb wieder im „eingeschränkten Regelbetrieb“. Inklusive der Notbetreuung sei die Auslastung inzwischen bei 50 Prozent angelangt.

Für die Einnahmeausfälle im April und Mai hat die Stadt aus der finanziellen Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg 50 263,73 Euro erhalten. Auch für den Monat Juni ist mit einer Zahlung zu rechnen, führte Weidmann aus.

Stadtrat Klaus Lahr wollte wissen, ob Teile des Personals in Kurzarbeit geschickt worden seien, was Bürgermeisterin Heike Naber verneinte. Zum einen habe man „viel aufarbeiten“ müssen; so waren Konzeptionen zu erarbeiten und Vorbereitungen zu treffen, mit denen man „schon lange im Hintertreffen gewesen“ sei. Außerdem sei ein Teil der Mitarbeiter in der Notbetreuung der Kindergärten und der Grundschule sowie in der Mediothek tätig gewesen. Schließlich seien auch einige Mitarbeiter ausgefallen, weil sie Risikogruppen angehören. In einem weiteren Tagesordnungspunkt setzte der Gemeinderat die Gebühren für die Notbetreuung in den städtischen Kindergärten und am Bildungszentrum fest. Wie Hauptamtsleiterin Silvia Weidmann erläuterte, müsse die Notbetreuung auch weiter aufrecht erhalten werden, obwohl der Kindergarten- und Schulbetrieb wieder angelaufen sei. Zurzeit nutzten 17 Kindergarten- und sechs Grundschulkinder das Angebot, rechnete Weidmann vor. Einer Empfehlung des Gemeindetags folgend, hat der Gemeinderat am Mittwoch beschlossen, für die Notbetreuung Gebühren zu verlangen. Hier schlug Weidmann die „taggenaue Abrechnung“ vor. Basierend auf der Gebühr der Ganztagesbetreuung im Dr. Jürgen Rau-Kindergarten in Niederstetten hat sie einen Tagesbeitrag von 13 Euro pro Kind errechnet.

Das sei auch deshalb berechtigt, fand die Hauptamtsleiterin, weil die Stadt aufgrund der Corona-Bestimmungen einen erhöhten Hygieneaufwand habe. Das sei auch in der Grundschule der Fall, weshalb Weidmann auch hier die 13 Euro für gerechtfertigt hielt. Schließlich beschloss der Gemeinderat noch, dass Eltern, die den erweiterten Regelbetrieb und dazu noch die Notbetreuung in Anspruch nehmen, den normalen Regelbetrag bezahlen müssen.

Für die Kinder, die nur den Regelbetrieb – momentan nur alle zwei Wochen – nutzen, werde dagegen lediglich nur der halbe Kindergartenbeitrag fällig.