Niederstetten

TSV Vorbachzimmern Mitgliederzahl um 28 auf 355 gestiegen / Höhepunkte waren Landeskinderturnfest (Heilbronn) und Bayrisches Landesturnfest (Schweinfurt)

Eine der denkwürdigsten Hauptversammlungen

Archivartikel

Vorbachzimmern.Eine der denkwürdigsten Hauptversammlungen des TSV Vorbachzimmern fand jetzt in der Turn- und Festhalle des Dorfzentrums statt. Gerade gut 40 Plätze waren in der sonst rund 200 Gäste fassenden Halle aufgestuhlt. Desinfektionsstation am Eingang, Mund-Nase-Bedeckung bis zum Sitzplatz und Voranmeldung, um überhaupt vernünftig planen zu können – in Zeiten von Corona ist eben alles anders.

Auch das Vereinsjahr wich in diesem Jahr von der Regel ab. Es hatte zwei grundverschiedene Teile, wie der Vorsitzende Steffen Reißenweber in seinem Bericht erläuterte. Im ersten Jahr lief alles auf vollen Touren. Dann der Einschnitt im Frühjahr und danach erst einmal absoluter Lockdown, beginnend mit der Absage der Skiausfahrt, gefolgt vom Aussetzen der Übungseinheiten und der Absage der Wettkämpfe. Der TSV war aber auch einer der ersten Vereine, der ein Hygiene-Konzept erarbeitet hat und dann bereits Mitte Juni den Übungsbetrieb für Erwachsene aufnehmen konnte. Im Juli durften dann auch die Kinder wieder ran. Der Weg dahin war kräftezehrend und ging über zahlreiche Besprechungen, Austausch mit anderen Vereinen, die Ausarbeitung verschiedener Hygiene- und Schutzkonzepte und schließlich die Genehmigung durch die Stadt.

Das neue Eltern-Kind-Turnen wurde ins Leben gerufen und hat gleich richtig eingeschlagen. Hier werden umfangreiche Bewegungslandschaften aus den verschiedensten Turngeräten aufgebaut und nicht nur die Kids, sondern auch die Eltern kommen in Bewegung. In zwölf verschiedenen Gruppen des TSV sind rund 170 Sportler aktiv, 80 im Kinder- und Jugendbereich und 90 bei den Erwachsenen. Sie werden von 22 Übungsleitern betreut.

Vor allem die Kinder und Jugendlichen waren es, die an insgesamt 15 Wettkämpfen teilnahmen. Höhepunkt für die Erwachsenen war die erstmalige Teilnahme am Bayerischen Landesturnfest in Schweinfurt. Bei der Begeisterung der sieben TSV-Athleten war es wohl nicht das letzte Mal.

Reise an den Neckar

Die Jüngeren nahmen am Landeskinderturnfest in Heilbronn teil. Zehn Kinder und vier Betreuer reisten an den Neckar. Auf dem Buga-Gelände fanden sie hervorragende Bedingungen vor. Diverse Wettkämpfe wie der Ansmanncup in Assamstadt, der Jedermann-Zehnkampf in Igersheim, das Gaufinale im Schülermehrkampf, der Hakro-Lauf in Schrozberg, das Seniorensportfest in Flein oder der Herbstfestlauf in Niederstetten fanden mit Beteiligung des TSV statt.

Sportkreisball in Igersheim

Auch außerhalb des sportlichen Betriebs war der TSV aktiv. So wurde zum Beispiel der Sportkreisball in Igersheim bewirtet und die Himmelfahrtswanderung und ein Weißwurstfrühstück ausgerichtet. Insgesamt 17 Veranstaltungen verzeichnete der erste Vorsitzende seit der letzten Hauptversammlung. Zum Ferienprogramm der Stadt Niederstetten wurde der Programmpunkt Beach-Soccer (Strandfußball) beigetragen. Es fand auch wieder ein Zeltlager statt. Im Vereinsheim fand der Gaujugendturntag statt.

Der Ehrungsabend, die Jahresfeier und die närrische Turnstunde wurden organisiert und durchgeführt. Ein großes Lob ging an die zahlreichen Helfer bei den Veranstaltungen, die Bewirtschafter, das Vereinsheim-Team, die Eltern, die Fahrdienste zu den Wettkämpfen und gelegentliche auch Kampfrichterjobs übernahmen, der Materialwart und der Platzwart, die alles in Schuss halten, der Vereinsausschuss und die Vorstandsmitglieder. Ein besonderes Lob galt den Übungsleitern, die jede Woche zuverlässig in der Halle stehen.

Die Kassiererin Sabine Frank berichtete über geordnete Finanzen und einen Mitgliederbestand, der um 28 auf 355 angewachsen war. Hier hatte sich vor allem das bereits erwähnte Eltern-Kind-Turnen ausgewirkt. Kassenprüfer Bernd Kretzschmar berichtete einmal mehr vom erfolglosen Versuch, der Kassiererin einen Fehler nachzuweisen.

Die Jugendabteilung, so Vorsitzender Steffen Reißenweber, hat aktuell 117 Mitglieder. 2019 war noch ein normales Jahr für die Jugend. Hauptversammlung, das große Maibaumfest, der Ausflug, das Kinderferienprogramm, Helferfest, Kinonacht, Aufstellen des Weihnachtsbaums auf dem Dorfplatz, die Weihnachtsfeier und Anfang 2020 die Teilnahme am Faschingsumzug in Laudenbach standen unter anderem auf dem Programm.

Dann traf es die Jugendabteilung laut Reißenweber besonders hart. Ab Beginn der Corona-Krise bis zum 1. August blieben alle Jugendräume in städtischen Gebäuden und damit auch der Jugendclub in Vorbachzimmern geschlossen. Inzwischen ist auch hier die Öffnung mit Hygienekonzept wieder möglich. Zu den Berichten wurden keine Stellungnahmen gefordert, so dass der Ortsvorsteher zur Entlastung ans Mikrofon gerufen wurde. Gerhard Hauf ging auf den besonderen Moment ein, die erste Veranstaltung seit dem Lockdown in der Halle: Diese besonderen Zeiten erforderten Kreativität und Energie. Er sehe den TSV gut aufgestellt. Das wichtigste Kapital seien die Menschen, die mit anpackten. Auf den Seitenhieb des Vorsitzenden zur Sanierung L 1001 eingehend, einer Herzensangelegenheit des Ortsvorstehers, freute sich dieser über die anstehende Strukturverbesserung der Verkehrsachse im Vorbachtal.

Heitere Klopapier-Challenge

Die Entlastung wurde anschließend einstimmig erteilt. Bei den Wahlen wurde der Vorstand in seinen Ämtern bestätigt. Zwei neue Übungsleiter wurden mit Lea Hemmersbach für die Schülerinnen und Robin Schuch für die Schüler gewählt.

Der Jugendleiter Florian Schmidt und sein neuer Vize Simon Schmezer, die die Jugendabteilung zuvor gewählt hatte, wurden durch die Hauptversammlung in ihrem Amt bestätigt. Der nächste Tagesordnungspunkt betraf die Ehrungsordnung des Vereins. Der wurde im Jahr 1964 gegründet. Die höchsten Ehrungen wurden damals für 40-jährige Mitgliedschaft (goldene Ehrennadel) und die Ehrenmitgliedschaft nach 45 Jahren festgelegt. Nach 55 Jahren, die der Verein inzwischen besteht, erschien das vielen nicht mehr als zeitgemäß, was sie auch den Vorsitzenden des Ehrungsausschusses Rainer Striffler wissen ließen.

Der machte sich Gedanken und erarbeitete zusammen mit dem Vorsitzenden Steffen Reißenweber und Friedrich Thorwarth eine neue Ehrungsordnung. Künftig gibt es für die aktive Mitarbeit im Verein Ehrennadeln in Bronze, Silber und Gold. Für langjährige Mitgliedschaft und Treue zum Verein werden Urkunden nach 25, 40, 50, 60, und 70 Jahren verliehen.

Es wurde ein Arbeits- und Veranstaltungsplan verabschiedet, der unter anderem eine Skiausfahrt, Hallenmannschaftswettbewerbe mit dem TSV als Ausrichter, Himmelfahrtswanderung, Deutsches Turnfest in Leipzig, das Landeskinderturnfest und viele anderen Veranstaltungen mehr vorsieht. Das nächste Landeskinderturnfest soll übrigens 2021 in Künzelsau stattfinden. tsv