Niederstetten

Leserbrief Zum Bericht „Breitbandausbau schreitet voran“ (9. September)

Das Märchen vom schnellen Internet

Mindestens 50 Megabit, wo sind die? Bei einer aktuell durchgeführten DSL-Speedtest-Messung (10. September 2019) kamen bei mir etwas über 47 Megabit im Download sowie etwas über acht Megabit im Upload an, okay zusammengerechnet sind das über 50! Zugegeben, im Vergleich zu früher ist das schnell, aber ist das denn schnell genug für die heutigen Ansprüche?

Wir wollen wirtschaftlich in der ersten Liga mitspielen, geben aber nur so viel Geld aus, dass es gerade so für die zweite Liga reicht. An meinem Arbeitsplatz kommen sogar nur knapp 30 Megabit an, wenn jetzt mehrerer Kollegen gleichzeitig in einer Anwendung arbeiten, bricht das System beinahe zusammen!

Und wenn ich dann höre, dass Schulen bis Ende 2019 Breitband haben sollen, frag ich mich, was haben wir denn eigentlich für Schlafmützen in unserer Politik. Internet war schon ein Thema als ich vor über 20 Jahren aus der Schule gekommen bin.

Der Fachkräftemangel ist seit Jahren hausgemacht und unter diesem Deckmantel werden wir von so genannten Fachkräften aus dem Ausland überflutet. Bei mir im Ort wurden vor kurzem Bohrungen durchgeführt, auf Nachfrage bei einem der Arbeiter was da passiert, sagte mir dieser: „Ihr bekommt schnelles Internet.“ Aha und warum legt ihr das hier zehn Meter bei mir am Haus vorbei?! „Das soll wohl zum Flugplatz“, die etwas nach Halbwissen klingende Antwort! Im Umkehrschluss liegt jetzt ca. zehn Meter bei mir am Grundstück vorbei ein Glasfaserkabel und ich habe nichts davon und in zehn Jahren wird dann wieder gesagt hätte wir das damals gewusst hätten wir. . .

Mit dem heutigen Wissensstand kann sich jeder der 1+1 zusammenrechen kann, ausrechnen, dass die Entwicklung nicht rückwärts, sondern noch weiter vorwärts geht. Wir sollten endlich einmal aufhören bei allen Problemen der Welt sofort „Wir helfen“ zu schreien, sondern sollten uns mal um unsere eigenen Probleme kümmern!