Niederstetten

Crailsheim Stadt kauft den „Hangar“

„Das Bessere ist des Guten Feind“

Crailsheim.Der Bau einer neuen Stadthalle ist mit der Beschlusslage vom Mittwoch vom Tisch. Stattdessen kauft die Stadt Crailsheim das „Hangar“-Areal. Der Gemeinderat hat grünes Licht gegeben.

Bevor das Gremium am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr die Entscheidung von „epochaler Bedeutung“ (Helga Hartleitner) traf, wurde stundenlang und teilweise heftig diskutiert, und es wurden mehrere Anträge gestellt. Die, die das Ziel hatten, eine Entscheidung an diesem Abend zu verhindern, wurden abgelehnt. Zwei Anträge der AWV-Fraktion, die das Ziel hatten, den Verwaltungsantrag offener zu gestalten, wurden hingegen angenommen. So muss das Rathaus jetzt verschiedene Betreibermodelle untersuchen und diese dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen. Die Verwaltung hatte beantragt, dass sie den Hangar betreiben darf. Und: Die Kosten für den Bau eines Kultursaales werden nicht nur für das Hangar-Nebengebäude ermittelt, sondern auch für andere Standorte in der Stadt. Als Beispiel benannte AWV-Stadtrat Klaus Wüst den Spitalpark.

Heftig wurde die Diskussion, als CDU-Stadtrat Uwe Berger unter Verweis auf die Hauptsatzung der Stadt beantragte, das Thema in die Ausschüsse des Gemeinderates zu verweisen. Diese Möglichkeit sieht Paragraf 7 der Satzung vor, wenn Anträge nicht vorberaten, sondern gleich dem Gemeinderat vorgelegt worden sind. Doch das dafür erforderliche Quorum von acht Stimmen erreichte der Berger-Antrag nicht, es kamen nur drei zusammen.

Nichts verhindern, aber Zeit gewinnen wollte SPD-Stadtrat Wolfgang Ansel mit einem Antragspaket, das nach seiner Lesart „aus einem Bündel differenzierter Interessen eine zukunftsfähige Lösung“ geschaffen hätte. Kernpunkt seiner Vorschläge ist der Auftrag des Gemeinderates an den OB, mit allen Beteiligten zu verhandeln und bis zum Herbst eine „einvernehmliche Lösung“ zu finden. Ansels Ziel: Gründung eines „Eventzentrums West“ in privater Trägerschaft (Hangar und Merlins-Halle) und Bau einer „kompakten Stadthalle“ auf dem Volksfestplatz. So will er eine „dauerhafte Spaltung“ der Bürgerschaft in zwei Lager verhindern. Das Antragspaket wurde abgelehnt. Keine Mehrheit fand auch der Antrag der Bürgerliste, dass die Stadt den Hangar kauft und das gesamte Areal an die Merlins verpachtet – und auf dem Volksfestplatz einen Kultursaal errichtet. Eine klare Mehrheit (27:9) stimmte für den Antrag der Verwaltung, das Hangar-Areal zu kaufen. Zuvor hatte Baubürgermeister Steuler hervorgehoben, dass der Hangar die besseren Voraussetzungen für eine „attraktive Veranstaltungsstätte für ein breites Publikum“ habe. Der Bau einer Stadthalle sei eine gute Option gewesen, aber: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“ ah