Niederstetten

Sanierung „Hirschen“ Stadt plant Rückgabe des Förderbescheids

Am „Leuchtturm“ geht das Licht aus

Archivartikel

Der unscheinbarste Tagesordnungspunkt kam mit der größten Sensation daher: Niederstetten plant, den Förderbescheid über 648 000 Euro für das Projekt „Hirschen“ zurückzugeben.

Niederstetten. Bürgermeisterin Heike Naber hat die Erneuerung des Heimatmuseums mit Einrichtung eines Bürgertreffs stets als „Leuchtturmprojekt“ der Niederstettener Innenentwicklung bezeichnet.

Das Geld für die Sanierung des aktuellen Heimatmuseums in der Bahnhofstraße hatte die Stadt schon 2017 unter Bürgermeister Rüdiger Zibold beantragt. Im Mai 2018, also schon vor zwei Jahren, kam von der Städtebauförderung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums der Zuschlag: 648 000 Euro Zuschuss für das Projekt „Erneuerung Heimatmuseum und Bürgertreff“. Bedingung war allerdings, dass innerhalb von vier Jahren, also bis Frühjahr 2022, alles fertig und abgerechnet ist.

Wie Naber in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend unter „Bekanntgabe Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung“ erläuterte, habe man zwischenzeitlich zwar erreicht, die Förderung auf das ehemalige Gasthaus Hirschen „umzuswitchen“, jedoch keine Fristverlängerung erhalten. Eine Fertigstellung bis April 2022 sei jedoch sowohl baulich als auch finanziell „sehr sportlich“, sprich: nicht möglich.

Der Rückgabebeschluss erfolge „vorbehaltlich weiterer Gespräche mit dem Regierungspräsidium“. Mitte August sei ein Vertreter der Landsiedlung vor Ort; im September müsse der Gemeinderat dann öffentliche Beschlüsse fällen, sagte Naber.

Schließlich gab sie noch weitere, die Innenentwicklung der Stadt betreffende nichtöffentliche Beschlüsse der letzten zwei Jahre bekannt. So seien neben dem Hirschen in der Hauptstraße 27 diverse Häuser und Scheunen erworben worden (Rathausgasse 4, Wermutshäuser Straße 5 und 7, Hauptstraße 29). Hierbei handele es sich um so genannte „Zwischenerwerbe“, also Käufe mit dem Zweck der späteren gezielten Weiterveräußerung, die der Stadt ermöglichten, die Stadtentwicklung weiterzubringen.

Weiter informierte Naber, dass der Antrag auf Zuschuss für den Gedenkpfad „Tacheles“ im Mai bewilligt worden sei. sem