Neckar-Odenwald

Selbsthilfegruppe „Crohn-Colitis“ Neckar-Odenwald Zehnjähriges Bestehen gefeiert / Als feste Säule im Bereich des Gesundheitswesens etabliert

Wichtiger Erfahrungsaustausch für Betroffene hilft weiter

Neckar-Odenwald-Kreis.Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die für die meisten Betroffenen mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden sind.

Regionale Ansprechpartner

Da ist es hilfreich, regionale Ansprechpartner zu haben, die das Krankheitsbild aus eigener Erfahrung kennen und bei auftauchenden Fragen und Problemen unbürokratisch und zeitnah unterstützen können. Deshalb haben engagierte Ehrenamtliche vor zehn Jahren die Selbsthilfegruppe „Crohn-Colitis Neckar-Odenwald“ gegründet, die sich seither gut entwickelt hat und mittlerweile eine feste Säule im Bereich des Gesundheitssystems ist.

Aus diesem Grund kamen die Gruppenmitglieder im Oktober unter strikter Einhaltung der damals geltenden Corona-Regeln im Gasthaus „Krone“ in Diedesheim zusammen, um sich gemeinsam der Anfänge 2010 zu erinnern und auszutauschen. Mit dabei war die Leiterin des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald, Sigrun Ruck, die die Arbeit der Gruppe von Anfang an begleitet hat.

Nach dem Besuch eines Arzt-Patienten-Seminars zum Thema „Chronische Darmerkrankungen“ am Standort Mosbach der Neckar-Odenwald-Kliniken, an dem im Oktober 2010 neben spezialisierten Ärzten der Umgebung auch zahlreiche ortsansässige Betroffene teilnahmen, reifte der Entschluss zur Gründung einer entsprechenden Selbsthilfegruppe. Eine solche Gruppe, die sich mit chronischen Darmerkrankungen beschäftigt, gab es bis dahin im Neckar-Odenwald- Kreis nicht.

Dieser Ansicht war auch die Deutsche Crohn-Colitis Vereinigung (DCCV), die dieses Ansinnen durch ihre Vorstandsmitglieder Thomas Leyhe und Martina Schlüter tatkräftig unterstützte. So kam es, dass am 26. Oktober 2010 im Gasthaus „Amtstüble“ in Mosbach die Selbsthilfegruppe „Crohn-Colitis Neckar-Odenwald“ gegründet wurde. Thomas Leyhe freute sich im Rahmen der Gründungsversammlung über diese Tatsache.

Zu Gruppensprechern wurden Walter Gellner und Marion Alber gewählt. Eine der ersten Aktionen war schon bald die Kooperation mit den Neckar-Odenwald Kliniken im Rahmen der Aktion „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“, die im November 2011 geschlossen wurde. Im Laufe der zurückliegenden zehn Jahre wurden viele Veranstaltungen im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen durchgeführt. Zu erwähnen sind Seminare und Vorträge über die krankheitsspezifische Ernährung, endoskopische Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten oder die Einbeziehung der Partner und Familien in die Erkrankung. Weiterhin nahm man an Selbsthilfetagen und Arzt-Patienten-Seminaren teil.

Wanderausstellung unterstützt

Ein weiterer Höhepunkt war die Mitwirkung an der Wanderausstellung des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald mit dem Titel „Selbsthilfe zeigt Gesicht“. Die Ausstellung wurde an vielen Orten im Landkreis, unter anderen in Kliniken, Banken, Krankenkassen oder bei Ärzten, gezeigt und erklärt, weshalb Selbsthilfe so wichtig ist. „All diese Aktivitäten konnten nur umgesetzt werden, weil sich in all den Jahren viele Beteiligte engagierten und in den Dienst der guten Sache stellten“, resümierte Gruppensprecher Walter Gellner. Ein besonderer Dank gebührte Marion Alber von der Selbsthilfegruppe und Sigrun Ruck, der Leiterin des Selbsthilfenetzwerks.

Der Besuch einer Selbsthilfegruppe ist für Erkrankte eine gute Gelegenheit, andere Menschen kennenzulernen, die ein ähnliches Schicksal teilen. Sie bietet Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ähnliche Probleme haben und zeigt auf, wie man mit der veränderten Lebenssituation umgehen kann. Mit anderen Worten: Eine Selbsthilfegruppe ist ein guter Ort um zu erleben, wie es andere Menschen gelernt haben, ihre gesundheitlichen Einschränkungen mit einer positiven Lebenseinstellung zu meistern.

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