Neckar-Odenwald

Im Neckar-Odenwald-Kreis In punkto Medienentwicklungsplanung ist man gut aufgestellt / Zentrale Informationsveranstaltung in der Ludwig-Erhard-Schule Mosbach

Whiteboards an der Wand reichen nicht

Ein umfassendes technisch-pädagogisches Konzept müssen Schulen erstellen, wenn sie am Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ partizipieren wollen.

Neckar-Odenwald-Kreis. 423,60 Euro stellt die Stuttgarter Landesregierung für jeden Schüler im Land zur Verfügung, um deren Weg in die digitale Zukunft zu ebnen. Rein rechnerisch. Denn tatsächlich sind es die Schulträger, mithin Städte, Gemeinden, Kreise, die das Geld beantragen, bekommen und verteilen. Es kommt vom Bund, der im Mai dieses Jahres fünf Milliarden Euro an Finanzhilfen für das Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ zur Verfügung gestellt hat. In Baden-Württemberg kommen davon 650 Millionen Euro an. Am 7. September trat eine entsprechende Verwaltungsvorschrift für die Verteilung in Kraft. Wie nun das Geld in die baden-württembergischen Schulen kommt, wurde in zwei zentralen Informationsveranstaltungen bekannt gegeben. Eine davon fand in der Ludwig-Erhard-Schule in Mosbach statt.

Rund 100 Zuhörer

Rund 100 Menschen waren in die Kreisschule gekommen: Schuleiter, Lehrer, Landrat, Bürgermeister, Kämmerer, Amtsleiter der Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Schulträger beantragen und verteilen, die Schulen indes haben die Vorarbeit zu leisten. Denn dort gilt es, in einem Prozess der „Medienentwicklungsplanung“ (MEP) zu zeigen: „Was können wir brauchen? Was wollen wir haben? Was können wir tun?“ So griffig fasste Hans-Christoph Schaub zusammen, von welchen Überlegungen eine MEP getragen sein sollte.

„Einfach Whiteboards an die Wand zu hängen oder WLan ins Schulgebäude zu holen, das verstehen wir nicht unter Medienentwicklungsplanung.“ Vielmehr sei darunter ein umfassendes technisch-pädagogisches Konzept zu verstehen, das im guten Einvernehmen zwischen Schule und Schulträger erstellt werden müsse.

Schaub ist Spezialist für MEP und arbeitet im Stuttgarter Kultusministerium im Referat Medienpädagogik und digitale Bildung. Mit klaren Worten erläuterte er den Zuhörern Details der Verwaltungsvorschrift zum Digitalpakt, die am 7. September in Kraft getreten ist. Wichtiger aber noch war ihm, deutlich zu machen, dass MEP im Zusammenhang mit einem pädagogischen Konzept gesehen werden müsse. „In Ihrem Antrag muss stehen, was im Unterricht erreicht werden soll.“ Einer, der diesen Prozess begleitet, ist Schulnetzberater Ulrich Hollritt. Zusammen mit Franziska Hahn und Wolfgang Schnetz von den Kreismedienzentren in Buchen und Mosbach hatte er als Veranstalter im Namen des Landesmedienzentrums in die LES geladen.

Referenzschule

„Im Neckar-Odenwald-Kreis sind wir schon ziemlich gut aufgestellt und vernetzt“, verwies er unter anderem auf die Grundschule Diedesheim als Referenzschule. Mehr als die Hälfte der rund 100 Schulen im Landkreis seien in Bezug auf Medienentwicklungsplanung bereits auf dem Weg. In den Kreismedienzentren liefen alle Fäden zusammen, hatte Landrat Dr. Achim Brötel deren gestaltende Rolle hervorgehoben. In zentraler Verantwortung im umwälzenden Prozess der Digitalisierung sieht er in besonderer Weise die Schulen. Ihnen weist er jene „aktiv gestaltende Rolle“ zu, die der digitalen Entmündigung entgegenwirken könne. „Im Klassenzimmer entscheidet sich ein Gutteil unserer Zukunftsfähigkeit.“ Insgesamt erwartet Dr. Brötel aus dem Digitalpakt-Budget 2,2 Millionen Euro für die kreiseigenen Lernanstalten.

Schulträger von neun Schulen

Der Neckar-Odenwald-Kreis ist Schulträger von neun Schulen. Dort sind die MEP-Hausaufgaben schon recht fortgeschritten. „Uns liegt ein fertiger Medienentwicklungsplan vor sowie weitere Entwürfe der meisten Kreisschulen“, sagte der Landrat. Auch andere sind auf dem MEP-Weg schon weit, haben den Prozess durchlaufen und berichteten im Praxis-Forum in der Ludwig-Erhard-Schule. Das Nicolaus-Kistner-Gymnasium war mit seiner Digitalisierungsbeauftragten Beate Seitz eine gefragte Ansprechpartnerin, die zusammen mit Kristin Becker von der Grundschule Diedesheim und Franziska Hahn vom Kreismedienzentrum Mosbach im Expertenaustausch anzutreffen waren.

Schließlich war mit Michael Jann ein weiterer „Spezialist“ bei der Veranstaltung, konnte der Mosbacher Oberbürgermeister doch als Vorsitzender des Verwaltungsrats des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg den Rat geben, sich des Web-basierten Tools „MEP BW“ zu bedienen, das die Partner im MEP-Prozess Schritt für Schritt begleite. Die Kreismedienzentren bieten dieses Instrument auf ihren Websites an. ubr

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