Neckar-Odenwald

Burg Hornberg Geballte Regierungs- und Parteienprominenz bei Neujahrsempfang / Kultusministerium verfügt über größten Etat

Wertschätzung und Toleranz gefordert

Zwei Minister waren beim Jahresempfang von Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU sowie CDU-Stadtverband Mosbach auf der Burg Hornberg in Neckarzimmern zu Gast.

Neckarzimmern. Im voll besetzten Restaurant der Burg Hornberg in Neckarzimmern herrschte am 4. Februar Aufbruchstimmung. Dr. Mark Fraschka, Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Mosbach, begrüßte gleich zwei Minister der baden-württembergischen Landesregierung. Gekommen waren auf Einladung des Kreisverbandes Neckar-Odenwald, der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) und des CDU Stadtverbandes, die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Dr. Susanne Eisenmann und Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Ziele aufgezeigt

Eisenmann, die Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl im kommenden Jahr, erläuterte ausführlich ihre Ziele und Absichten. Es komme nicht so häufig vor, dass sich auf der Götzenburg so viel geballte Regierungs- und Parteiprominenz versammele, so Bürgermeister Christian Stuber. Hierbei forderte er entschieden die Förderung des ländlichen Raumes, wobei ihm Peter Hauk zustimmte.

Der Minister beschrieb daneben Eisenmanns Wirken in der Partei. Sie habe in der CDU manch Althergebrachtes auf den Prüfstand gestellt und als „Newcomerin“ die Herzen in der Landtagsfraktion im Sturm erobert. Diese habe die Ministerin für die kommende Landtagswahl als Alternative zum gegenwärtigen Amtsinhaber präsentiert.

CDU-Spitzenkandidatin Eisenmann mahnte in ihrem Vortrag einen wertschätzenden und toleranten Umgang miteinander an und kritisierte eine „Grundaggression in unserer Gesellschaft“.

Was die Bildungssituation in Baden-Württemberg anging, werde jeder vierte Euro im Haushalt des Landes in die Bildung investiert. Das Kultusministerium als ihr Zuständigkeitsbereich verfüge über den größten Etat. Eisenmann bekannte sich klar zum differenzierten Schulsystem. Zugleich sprach sie sich aber für eine größere Wertschätzung der beruflichen Ausbildung aus und betonte die Bedeutung eines „transparenten und durchlässigen Schulsystems“.

Sie glaubt auch, dass die Abschaffung der Grundschulempfehlung ein Fehler war, den man wieder zurück nehmen müsse. „Wischen statt Lesen“ und „Tippen statt Schreiben“ seien keine erfolgversprechenden Konzepte für die Zukunft. Es komme auf die durchdachte Mischung der geforderten Kompetenzen an, wozu auch die Persönlichkeitsbildung zähle. Wobei die Schule kein „Reparaturbetrieb der Gesellschaft“ sein dürfe, sondern die Eltern die Primärverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder hätten.

Herausforderungen annehmen

Auch kulturelle Herausforderungen will die Kultusministerin annehmen und eine Gesetzesvorlage für ein Verbot der Vollverschleierung von Schülern und Lehrern an Schulen in den Landtag einbringen. Als ein Problem des demokratischen Rechtsstaats bezeichnete sie die lange Dauer von Prozessen und erwähnte in diesem Zusammenhang den Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Der Umbau der Wirtschaft, infolge der strukturellen und technologischen Veränderungen müsse so erfolgen, dass dabei Ökologie und Ökonomie zusammen gebracht würden.

Ariane Spitzer, Kreisvorsitzende des MIT Neckar-Odenwald und Vorsitzende des CDU Ortsverbandes Mosbach, bewertete den Jahresempfang auf der Burg zugleich als Auftakt für den Landtagswahlkampf.

Die anschließende Diskussion ergab, dass die unzureichende Krankenhausfinanzierung im ländlichen Raum, der schlechte Zustands des Waldes oder die Förderung von Familien Knackpunkte seien. Außerdem machte Spitzer die Ministerin auf den Fachkräftemangel und die hohen Bürokratieanforderungen in Betrieben des Mittelstands aufmerksam, welche wirtschaftlich hemmten.

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