Neckar-Odenwald

Treff der Daheimgebliebenen CDU-Gemeindeverbände Schefflenz, Billigheim und Elztal hatten eingeladen

Über die Probleme und Herausforderungen des Waldes diskutiert

Schefflenz.Zum traditionellen Treff der Daheimgeblieben hatte die CDU-Gemeindeverbände Schefflenz, Billigheim und Elztal dieser Tage eingeladen. Turnusgemäß war der CDU-Gemeindeverband Schefflenz für das Programm zuständig und hatte als Treffpunkt die Grillhütte „Waldspitze“ in Mittelschefflenz gewählt.

Hier konnte Matthias Müller, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, zahlreiche Besucher zur Waldbegehung willkommen heißen. Der erneute Anstieg der Coronainfektionen hatte die Daheimgebliebenen ebenso wenig von diesem Termin abhalten können, wie die Sturmwarnstufe orange. „Der Wind geht grad noch“, meinte Förster Gerd Hauck vom Forstrevier Schefflenz, der den Besuchern viel Wissenswertes über den Wald, aber auch die derzeitigen Probleme in der Forstwirtschaft während des Spaziergangs durch den Forst erläuterte.

Erstmals mit Verlust zu rechnen

Hermann Rüger, Schefflenz Bürgermeisterstellvertreter, begrüßte unter den Gästen besonders den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, die Bundestagsabgeordnete Nina Warken sowie Landrat Dr. Achim Brötel. Ebenfalls anwesend war auch Joachim Döffinger, Bewerber um die CDU-Direktkandidatur Odenwald-Tauber. „Was der Wald für uns als Gemeinde bedeutet, ist nicht nur an den Zahlen ablesbar“, meinte Rüger. Bisher sei der Forst für die Gemeinden immer eine sichere Bank gewesen und habe gute Gewinne erzielt. 2020 sei erstmals mit einem Verlust zu rechnen. Das zeige deutlich, wie schlecht es um den Forst bestellt sei.

Anschließend ging es stilecht über einen Trampelpfad hinter der Hütte in den Wald. Auf der rund zwei Kilometer langen Runde verdeutlichte Förster Gerd Hauck, wie angegriffen der Wald ist. „Die extreme Trockenheit und Hitze setzen schon seit Jahren den Bäumen zu“, so Hauck. Sie gingen „von oben kaputt“.

Dies ist inzwischen auch für den Laien sichtbar. „Man muss ja nur den Wald anschauen, überall dürre und kaputte Bäume“, meinte ein Besucher. Besonders betroffen seien die Buchen, die in den heimischen Wäldern den Hauptbestand ausmachen. Inzwischen werde deswegen mit Douglasien aufgeforstet, wobei auch diese Baumart nicht gänzlich immun gegen die Trockenheit und Hitze sei. Doch nicht nur das Klima sorgt für das Waldsterben.

Resistente Eschen gesucht

„Die Eschen sterben nicht an der Trockenheit, sondern an einem Pilz“, erläuterte der Förster. Mittlerweile gehe man davon aus, dass alle Eschen befallen seien, wusste Minister Peter Hauk zu berichten. Um die Esche zu erhalten, suche man gezielt nach resistenten Eschen. Aus deren Samen könnten neue Eschen gezüchtet werden, denen der Pilz nichts mehr anhaben könne. „Bei den Ulmen wurde es ebenso gemacht“, so der Minister. Der Schaden sei bisher aber enorm.

Schnell kamen die Daheimgebliebenen miteinander ins Gespräch und tauschten sich über den Wald aus, während man mit viel Abstand von Station zu Station wanderte. Einige mitlaufende Kinder sammelten Eicheln, Hunde tollten herum, hier und da fand sich Interessantes am Wegesrand.

Am Ende der Tour kehrte man unweit des Ausgangspunktes in eine Besenwirtschaft ein. Hier stieß auch noch Alois Gerig zu den Daheimgebliebenen hinzu. nak

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