Neckar-Odenwald

Mitgliederversammlung Förderverein Frauen- und Kinderschutzhaus Neckar-Odenwald-Kreis legt eindrucksvolle Bilanz vor

Über 2000 Menschen Schutz geboten

Neckar-Odenwald-Kreis.Im Jahr 2018 war das Frauen- und Kinderschutzhaus für den Neckar-Odenwald- und Main-Tauber-Kreis so stark gefragt wie selten zuvor. Bei einer durchschnittlichen Auslastung von über 52 Prozent und einer Spitzenbelegung von nahezu 105 Prozent in den Monaten Juli und August hatten die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und die Ehrenamtlichen mitunter alle Hände voll zu tun in der Betreuung der Hilfe und Schutz suchenden Frauen.

Spirale der Gewalt

Dass das in Trägerschaft des Landkreises geführte Frauenhaus für die Region unverzichtbar ist, verdeutlichen die Zahlen, die dessen Leiterin Saskia Emmenecker zusammen mit Franziska Wesch jetzt präsentierte. In den nunmehr 25 Jahren ihres Bestehens hat die Einrichtung insgesamt 2127 Personen – 934 Frauen und 1193 Kinder – aufgenommen und so aus einer akuten Spirale häuslicher Gewalt herausführen können.

In der Mitgliederversammlung des Fördervereins Frauen- und Kinderschutzhaus Neckar-Odenwald-Kreis im Gasthaus „Pfalz“ in Dallau legte Saskia Emmenecker die Zahlen des vergangenen Jahres detailliert vor. Demnach wurden 29 Frauen und 32 Kinder aufgenommen. 14 Frauen und 16 Kinder stammten aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, vier (drei) aus dem Main-Tauber-Kreis und elf (13) von außerhalb. 27 Anfragen habe man ablehnen müssen.

Viele wählen Neustart

Wie Emmenecker verdeutlichte, seien acht Frauen und acht Kinder wieder zurück zum Mann. Alle anderen hätten einen Neustart – weg von häuslicher Gewalt – gewählt. Zu den Hilfesuchenden zählten unter anderem auch eine 73-Jährige sowie eine Frau, der mit Mord im Namen der Ehre gedroht worden war. Derzeit leben vier Frauen und zwei Kinder im Frauenhaus.

2018 sei im Frauenhaus viel modernisiert und renoviert worden. Außerdem habe man die Bettenzahl von 14 auf elf reduziert. Auch im laufenden Jahr würden die Renovierungsarbeiten fortgesetzt. Die für das Hauswirtschaftsprojekt zuständige Gabriele Wennemann hat 2018 wieder mit Backen, Kochen, Ausflügen, Picknicken, Basteln und Malen viel Abwechslung in den Alltag des Frauenhauses gebracht.

Vereinsvorsitzende Angelika Bronner-Blatz nannte zu Beginn der Versammlung die wichtigsten Aktivitäten des vergangenen Jahres. Diese waren geprägt von Projekten zu verstärkter Öffentlichkeitsarbeit. So sei eine Homepage im Aufbau (www.foederverein-fksh-nok.de), zudem werde das Vereinsprospekt überarbeitet und stehe vor dem Neudruck. Zugleich verwies Bronner-Blatz auf ein Gespräch mit den Filmemachern des Projekts „Das Schweigen brechen“ am 19. März im Landratsamt. Es mache ebenfalls auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam. Heidi und Bernd Umbreit berichten über ihre Dreharbeiten im Frauenhaus. Der Kurzfilm wird am 9. April gezeigt.

Keine erneute Kandidatur

Die Vorsitzende kündigte an, bei den Wahlen im Jahr 2020 nach dann 13 Jahren nicht mehr für dieses Amt zu kandidieren. Der Bericht von Kassenwartin Isabella Maier spiegelte ein geordnetes Zahlenwerk wider, was die Kassenprüferinnen Simone Heitz und Rita Bischoff bestätigten. Größter Posten bei den Einnahmen sind Spenden, bei den Ausgaben der Zuschuss an den Träger in Höhe von 35 000 Euro. Der Finanzplan für 2019 wurde einstimmig angenommen.

„Eindrucksvolle Bilanz“

Nach der Entlastung würdigte Landrat Dr. Achim Brötel die „eindrucksvolle Bilanz der guten Taten“. Es sei wichtig, dass Betroffene mit dem Frauenhaus einen Ausweg aus häuslicher Gewalt finden könnten und dankte zugleich allen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen für ihr Engagement.

Abschließend wurde der Wunsch geäußert, sich mit Blick auf die Zukunft um mehr jüngere Ehrenamtliche zu bemühen, da sich die „erste Generation“ aus Altersgründen mehr und mehr zurückziehe.