Neckar-Odenwald

Corona-Schwerpunktpraxis in Waldbrunn Das Team von Dr. Daniel Körting hat eine vom Ortsvorsteher extra eingerichtete Abstrichstelle

Telefonische Anmeldung zwingend erforderlich

Archivartikel

Waldbrunn.Das Coronavirus ist immer noch da und die Infektionszahlen steigen aktuell massiv an, weshalb die Bundes- und Landesregierungen einen weiteren Lockdown – wenn auch „light“ – vereinbarten. Neben den nun definierten Beschränkungen stellt sich für viele Bürger die Frage, wie man im Falle einer möglichen Infektion vorgehen muss, um sich einem entsprechenden Corona-Test zu unterziehen oder medizinische Hilfe rund um eine mögliche Infektion zu erhalten.

Dafür gibt es in Baden-Württemberg Corona-Schwerpunkt-Praxen, die Patienten mit Symptomen als kompetente Anlaufstelle zur Verfügung stehen. Eine davon ist die Hausarztpraxis von Dr. Daniel Körting im Ärztehaus Strümpfelbrunn. Aufgrund der aktuellen Entwicklung mit Sieben-Tage-Inzidenzahlen weit über 50 je 100 000 Einwohner, informierte sich Waldbrunn Bürgermeister Markus Haas dieser Tage vor Ort bei Dr. Daniel Körting über die neue Schwerpunktpraxis. Insgesamt gibt es im Landkreis sieben weitere Schwerpunktpraxen: zwei in Adelsheim, eine in Hardheim, zwei in Mosbach, eine in Neunkirchen und eine in Osterburken.

Strikte Trennung

Die Praxis in Strümpfelbrunn ist darauf ausgerichtet, Infektpatienten beziehungsweise Personen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder bestätigter COVID-19-Erkrankung strikt getrennt von anderen Patienten zu untersuchen und zu behandeln, präsentierte Körting dem Gemeindeoberhaupt die Konzeption. Nach Maßgabe des Robert Koch-Instituts (RKI) sollen aktuell Corona-Abstriche bei Erkältungsbeschwerden jedes Schweregrades, unabhängig von Risikofaktoren, bei allen Patienten durchgeführt werden. Wichtig dabei sei, so der Arzt, dass Erkältungspatienten nicht ohne vorherige Anmeldung in die Praxis kommen. „Die telefonische Anmeldung ist zwingend erforderlich“, so der Allgemeinmediziner.

Damit die Patienten mit Symptomen nun gar nicht mehr in die Praxis kommen müssen und um den kalten Jahreszeiten gerecht zu werden, stellte durch Vermittlung von Bürgermeister Markus Haas der Strümpfelbrunner Ortsvorsteher Lothar Reinhard ein Weihnachtsmarkt-Häuschen als Unterstand zur Verfügung, das entsprechend ausgestattet, umfunktioniert und an der Rückseite des Ärztehauses aufgebaut wurde.

Körting nutzte den Besuch des Gemeindeoberhaupts, um sich ganz besonders beim für dessen Einsatz und Unterstützung zum Wohle der Patienten und des Praxispersonals zu bedanken. Ohne die Hilfe von Reinhard würden sich die Testungen weitaus schwieriger gestalten, teilte Körting mit.

Fünf bis 20 Tests pro Tag

Wenn nun ein Abstrich-Termin vereinbart wird, nehmen Arzt oder Medizinische Fachangestellte mit Schutzausrüstung ausgerüstet in dem Unterstand einen Corona-Abstrich. Derzeit müsse man täglich zwischen fünf bis 20 Tests abarbeiten. Bis das Testergebnis vorliege, könne es je nach Auslastung des Labors bis zu 48 Stunden dauern. Die Patienten werden von der Praxis umgehend über das Testergebnis informiert.

Körting machte beim Besuch von Bürgermeister Markus Haas darauf aufmerksam, dass die Hausarztpraxis trotz der Funktion als Corona-Schwerpunktpraxis nach wie vor bei allen Erkrankungen offen stehe und geplante Termine unbedingt weiter wahrgenommen werden sollen. Niemand müsse Angst vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr in der Praxis haben. Durch das strenge Hygienekonzept gewährleiste man den größtmöglichen Schutz für Arzt, Mitarbeiterinnen und insbesondere Patienten.

Abschließend stellt der Allgemeinmediziner klar, dass es für Patienten deutlich riskanter sei, Praxisbesuche zur Abklärung von Beschwerden oder zur Kontrolle chronischer Erkrankungen aus Angst vor einem Corona-Infektionsrisiko zu vermeiden. hof

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